Franzjörg Krieg als Fotograf

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Die Yayla – Keimzelle anatolisch nomadischer Tradition

Die zentrale anatolische Hochfläche stösst mit ihrer Höhenlage um 1000m an den Nordrand des Taurus.

In diesem Bereich bis in die Ausläufer des Taurusgebirges in den Höhlenlagen zwischen 1000 und 2000m liegen Dörfer, die von Bauern besiedelt sind, deren Lebensgrundlage bis zum Ende des letzten Jahrhunderts hauptsächlich auf Schaf- und Ziegenwirtschaft gründete. Nur die reicheren Bauern konnten sich Kühe leisten, deren ganzjährige Versorgung aber problematisch ist, weil die Tallagen in den Sommermonaten nicht genug Wasser haben, um ausreichend Futter zu liefern.

Ein Dorf im Tal zwischen Karaman und Taskale heißt „Yesildere“ – Grüntal.
Diese Ortsbezeichung ist wesenstypisch für die Prägung der Landschaft durch den Kontrast von Trockenheit und Anwesenheit von Wasser.


Zwischen Taskale und Pinarkaya


Ücharman (drei Scheunen), als „Divle“ schon im Altertum bekannt


Das Bugdayli-Tal (Weizental)


Güldere-Tal

In den Höhlenlagen zwischen 2000m und 2700m gibt es genügend Quellen, die dort für saftiges Grün sorgen, wenn in den nierigeren Lagen schon alles vertrocknet ist und nur noch Ockertöne dominieren.

Das Dorf Berendi am Ende des bewohnten Tales, das in Ayranci den Stausee beliefert, ändert sein Gesicht drastisch in den wenigen Monaten zwischen Juni und August:


Berendi im Juni


Berendi im August

Die Berglagen, die für die Sommernomaden interessant sind, liegen zwischen 2000m und 2700m Seehöhe. Die Zeitdauer, die dort zur Verfügung steht, wird begrenzt durch relative Schneefreiheit ohne Nachtfrost ab Anfang Juni bis zum erneuten Einbruch von Nachtfrost Ende August/Anfang September.

Die Schaf- und Ziegenherden finden während dieser Zeit in den Quellbezirken eher frisches Grün als in den Tallagen.

Ich selbst hatte im größten zusammenhängenden Yaylagebiet ohne Durchgangsstraßen der gesamten Türkei – und damit Rückzugsgebiet anatolisch-nomadischer Tradition – direkten Kontakt insbesondere zu den beiden Yalylabereichen nördlich und südlich des Dorfes Berendi (nördlich der Bolkarkette) und in den Yaylabereich des Dorfes Catköy, südlich der Bolkarkette.

Die Landschaft ist spektakulär und frei von Tourismus.

 

Der Aufenthalt der Sommernomaden auf der Yayla startet mit dem „Almauftrieb“ – dem GÖCMEK.