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Musikszene

Tri Yann – 03.07.2009 – Karlsruhe

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Musikszene

Quadro Nuevo – 28.11.2008 – Gaggenau

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Archäologie Türk. Kultur

Die Türkei zerstört ihr archäologisches Erbe

Byzantinische Felsenkirchen und Felsengräber sind frühchristliche Schätze, die als mitunter ausgedehnte mehrstöckige Anlagen im Fels angelegt sind. Sie sind in vielen Gebieten der Türkei zu finden und immer wieder spektakulär.

Alle sind ungeschützt dem Vandalismus von Schatzjägern ausgeliefert. Teilweise haben sie seit Jahrhunderten Zerstörungswellen hinter sich.

Eine besonders dreiste und professionell durchgeführte Zerstörungsaktion habe ich im Bereich Karaman dokumentiert. Mit professionellem Werkzeug wurde unter erschwerten Bedingungen eine antike byzantinische Felskapelle sinnlos zerstört. “Schatzsucher” haben wohl konzeptionslos mit der Hoffnung auf “Schätze” gewütet.

Der Ausgangszustand, den ich im Jahr 2000 vorfand, zeigte schon einen schlimmen Zerstörungszustand, der aber immer noch über eine professionelle Renovierung heilbar” gewesen wäre.

Turkey destroys its archaeological heritage

Byzantine rock-hewn churches and rock tombs are early Christian treasures, sometimes laid out as extensive multilayered complexes in the rock. They are found in many areas of Turkey and are always spectacular.

All are unprotected and at the mercy of the vandalism of treasure hunters. In some cases, they have had waves of destruction for centuries.

I have documented a particularly brazen and professionally executed act of destruction in the Karaman area. An ancient Byzantine rock chapel was senselessly destroyed with professional tools under difficult conditions. “Treasure hunters” have probably raged without conception with the hope of “treasures”.

The initial state, which I found in 2000, already showed a bad state of destruction, which however still could have been “healed” by a professional renovation.


Die Apsis der Kapelle
(Die entfernte Person hat einmal von mir als verheiratete Frau noch Kindesunterhalt (für sich selbst als Kind!) pfänden lassen. Jetzt meint sie, Schmerzensgeld erhalten zu können, weil sie sich auf diesem Foto erkannt hatte.)

Im Jahr 2006 musste ich entsetzt eine neue Dimension von Zerstörung feststellen.
Der Außenbereich ist nicht verändert, zeigt aber, dass für umfangreichere Technik, die mit Auto antransportiert werden muss, schwierige Bedingungen herrschen.

In 2006, I was horrified to see a new dimension of destruction.
The exterior has not changed, but it shows that difficult conditions exist for more extensive technology that has to be transported by car.

Die Apsis ist unwiederbringlich zerstört

Im Trümmerschutt ist zu erkennen, was hier gemacht wurde: Mit schwerem Bohrgerät wurden Sprenglöcher gebohrt und der Boden wurde mit Dynamit aufgesprengt.

In the rubble you can see what was done here: Blast holes were drilled with heavy drilling equipment and the ground was blasted open with dynamite.

Eine Dokumentation übergab ich im Jahr 2006 dem Vali in Karaman.

I gave a documentation to the Vali in Karaman in 2006.

 

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Tauchen

Rotes Meer – Herbst 2002

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Türk. Kultur

Das GÖCMEK – der “Almauftrieb” der Sommernomaden

Am 22.05.2001 hatte ich Gelegenheit, mitzuerleben, wie einige Familien aus dem Dorf Kesir (direkt vor Berendi) ein Göcmek auf ihre Yaylas machten. Früh am Morgen wurden Esel und Pferde bepackt.


Dieser Esel ist bepackt mit einem kleinen traditionellen Zelt und Hühnern


Frauen und Kinder dürfen reiten


Auch Babies und Lämmer kommen mit auf die Yayla


Im ersten Anstieg aus dem Dorf


Pferd mit Decken, Hausrat und Frau


Die Aufgabe ist vor Augen


Das Dorf ist zum ersten Mal von oben sichtbar


Das Tal unter uns – Kesir liegt bei den ersten sichtbaren Baumwipfeln


Inzwischen kam der Traktor mit Anhänger auf befahrbaren Wegen zum Zug der Tiere hinzu


Andere Familien haben einen Lkw als Transportmittel einbezogen


Die erste Famlie hat ihre Yayla erreicht und schert aus dem Zug aus


Ein Traktor ist bedeutend weniger geländetauglich als ein Esel


Angekommen…

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Allgemein Tauchen

Rotes Meer – Pfingsten 1998

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Türk. Kultur Türkei

TÜRKEI 1990

1990 war die Zeit, in der der Tourismus schon die Türkei erobert hatte, in der aber auf dem Land NOCH alte Strukturen lebendig waren, die zeigten, was antolisch-nomadische Tradition ausmacht.

Auch war die Zeit VOR dem Einbruch des Tourismus noch zu spüren. Obwohl Aluminium und Kunststoff das Kuper verdrängt hatten, gab es noch Kupferschmiede und insbesondere die Verzinner, die das alte Kupfergeschirr lebensmitteltauglich machten. Im Titelbild verzinnt ein calay eines der Esstabletts, die ich damals mit dem Auto mitnehmen konnte.

Selbst in Istanbul waren mitten im Touristentrubel noch die Ecken zu finden, in denen die Einheimischen ein Refugium fanden und sich Touristen nur selten hin verirrten, wie z.B. hier in der südlichsten Ecke der alten Galata-Brücke:

Wir hatten dort unseren Lieblingsort, an dem wir uns jeden Nachmittag trafen.

Frei campen am Meer war kein Problem.

Im Meer konnte man damals noch Bärenkrebse finden, was heute nur noch selten zu sehen ist.

Der Tourismus war noch nicht in Massen ausgebaut, weshalb die Wasserfälle in Pamukkale (Baumwoll-Schloss) noch frei zugänglich waren.

Die Felsengräber in Finike:

In den Bergdörfern gab es noch traditionelle Hochzeiten – allerdings schon ohne Kamel (mit der Aussteuer der Braut) – und Tanzen auf dem Flachdach der traditionellen Häuser:

Die Decke dieser Häuser war – wie auf der Yayla (Sommerweide in den Bergen) – aus Holzstämmen gesetzt und mit Steinen und Erde bedeckt. Sie musste nach jedem Regen wieder mit einer Steinwalze verdichtet werden. Schnee musste im Winter vom Dach entfernt werden, damit das Dach nicht durchweicht und damit undicht wird.





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Reisen

REISEJAHR 1989/1990

Die Lebensereignisse boten im Schuljahr 1989/90 die letzte Möglichkeit, ein komplettes Schuljahr auszusteigen und auf Reisen zu sein.
Ich hatte dafür schon seit einem Jahr einen gebrauchten Mercedes 508 Kastenwagen in der Lang- und Hochversion zum Expeditionsmobil ausgebaut – die Türken sollten dieses Auto später “Her sey var” nennen – “alles vorhanden”.

Das Jahr sollte schließlich aus 4 Reiserouten bestehen:

Reisejahr – Route 1

Aufgrund des Faktums, dass der Internationale Kongress für Höhlenforschung im Sommer 1989 in Budapest stattfinden sollte, spielte der erste Teil in UNGARN. Ich war vorher noch nie in Umgarn und weil ich alle notwendige Ausrüstung mit dabei hatte, konnte ich viele Einladungen ungarischer Höhlenforscher annehmen, die Höhlengebiete Ungarns kennen zu lernen.
August 1989 Ungarn? Da war doch noch was?
Richtig, die Besetzung der deutschen Botschaft durch damalige Bürger der DDR, die auf diesem Weg in den Westen wollten. Wir kamen nicht dazu, zur deutschen Botschaft zu fahren, aber die Atmosphäre um diese Vorkommnisse prägte den gesamten Kongress.
In den nächsten Jahren sollte ich mindestens einmal im Jahr einige Tage in Ungarn verbringen. Wenn man bedenkt, das der Liter Diesel damals in Ungarn 50 Pfennig kostete, wird klar, warum ich immer vollgetankt und mit 100 Liter Diesel auf dem Dach wieder nach Deutschland zurückfuhr.

Reisejahr – Route 2

Danach verzögerte sich die Aufnahme der zweiten Etappe. Das war aber auch dem Wetter geschuldet. Es gab einen frühen und schneereichen Winter, keine idealen Bedingungen, um mit dem Expeditionsmobil auf der Straße zu sein.
Die Lösung ergab sich dann kurz entschlossen:
“Überwinterung” vom 10.12.1989 bis zum 06.03.1990 als Backpack-Touristen in INDONESIEN (Java, Bali, Sumatra). Und weil das Touristenvisum nur für 2 Monate gültig war, musste kurz mal raus und wieder rein gereist werden. In einem Inselstaat geht das nur per Schiff oder Flugzeug. Die billiste Lösung damals war ein Flug von Jakarta nach Kuala Lumpur. Also kamen zu Indonesien noch MALAYSIA und SINGAPUR hinzu.
In Yogjakarta, in das ich mich sofort verliebte, gab es nicht nur viele Losmen (günstige Unterkünfte), gutes Essen und viel Musik, sondern damals auch Stempelschnitzer, die sogar nach einem Foto einen Stempel aus Reifengummi schnitzen konnten. Natürlich sind die Stempel aus dem Beitragsfoto von dort.
Bis jetzt gibt es noch keinen Beitrag auf dieser Seite zu dieser irre guten Tour. Ich muss das aber unbedingt noch realisieren. 270 Doppelseiten DIN A4 handschriftliches Tagebuch mit vielen Original-Belegen und viiieeele Fotos dokumentieren das Ganze. Zwei Erwachsene mit einer 5-Jährigen als Backpacker nur mit Hin- und Rückflug-Tickets und 3 Monate frei zur Verfügung – das war ein Abenteuer!

Inzwischen habe ich das nachgeholt: Der Bericht ist nachlesbar unter
https://fotograf.franzjoerg.de/?p=4267 

Und für Bedenkenträger: Es war super! So gut, dass ich das jederzeit wieder machen würde – wenn meine Begleitung mitspielt… Reisen mit einem Kleinkind in Indonesien ist völlig unproblematisch. Und wenn die 5-Jährige dann noch lange blonde Haare bis zum Hintern hat und mit kurzem Faltenrock daherkommt, verlieben sich alle gleich in sie. Und die Sprache ist so leicht, dass die Kleine ab der zweiten Woche mit jedem Händler auf indonesisch feilschte und ihr Schoki im kleinen Tetrapack zu jedem Dumpingpreis bekam. Dafür durfte sie schon auf dem Flug die ersten Vokabeln lernen und mir beim Einkaufen 1 Woche lang zuhören. Dann war definitiv Schluss und sie musste selbst ran. Wollte sie natürlich nicht. Als sie aber merkte, dass mir das Ganze sehr ernst ist, legte sie los wie im türkischen Bazar.

Zum Artikel

Reisejahr – Route 3

Während dem Aufenthalt in Indonesien war die Öffnung der Mauer. Wir konnten über Kurzwelle mit dabei sein. Damit war klar, dass wir nach der Rückkehr aus Indonesien Freunde in der ehemaligen DDR besuchen werden, die wir vorher nur über Briefverkehr kannten, was uns eine Akte bei der Stasi mit Auskundschaftung unseres Hauses eingebracht hatte. Das konnten wir natürlich erst viel später über die Gauck-Behörde erfahren.

Reisejahr – Route 4

Den vierten und größten Teil des Reisejahres erbrachte ein Start in Richtung Syrien. Weil mich die syrischen Grenzbehörden anwiderten, beschloss ich, den ursprünglichen Plan zu ändern und in der TÜRKEI zu bleiben. Ich hatte dort Hinweise auf mögliche Ersterforschungen von Höhlen. Das war dann so erfolgreich, dass wir in der Türkei blieben.
Nach diesem Aufenthalt sollte ich in 25 Jahren ingesamt 35 Mal die Türkei bereisen. Danach gab es aus politischen Gründen eine lange Pause.


Insgesamt war das ganze Jahr ohne detaillierte Planung. Ich entschied immer spontan, was im Augenblick die jeweils beste Option darstellte. Das Einzige, was feststand, war der Kongress in Budapest und die Flugtickets nach und von Indonesien. Alles Weitere ergab sich spontan. Es gab nie eine Hotelbuchung.

 

Artikel, die den vierten Teil dieses Reisejahres zum Thema haben:

Aggitis-Höhle, Drama, Nordgriechenland

 

Türkische Kultur – Anatolisch-nomadische Tradition

Höhlen bei Taskale

Hisilayik kuyu

Außerdem kam es danach zu vielen Aufenthalten in der Türkei und auch zu weiteren Artikeln dazu.
https://fotograf.franzjoerg.de/?cat=11
https://fotograf.franzjoerg.de/?cat=12

 

06.03.90          (Dienstag) – in Frankfurt aus INDONESIEN angekommen

Reiseroute 3

19.03.90          (Montag) – DDR-Tour, Ehepaar Schneider in Braunschweig
20.03.90          14 Uhr Fürstenwalde
21.03.90          bei Traudel
22.03.90          bei Traudel
23.03.90          Berlin, Halle
24.03.90          Heimkehle (Höhle)
25.03.90          „Hirschweghöhle“ Schacht, Sondershausen
26.03.90          (Montag) – Suhl, Heidersbach
27.03.90          bei Dieter, Kühndorf
28.03.90          Drachenhöhle, 20 Uhr Bockau
29.03.90          Bockau
30.03.90          Bockau ab, zu Ehepaar Schneider, Braunschweig
31.03.90          langes Frühstück, an Autos basteln, grillen
01.04.90          Schönsteinhöhle
02.04.90          (Montag) – Heimfahrt

Reiseroute 4

07.04.90          (Samstag) – Abfahrt nach Ungarn
08.04.90          Budapest, Essen, Sightseeing
09.04.90          Budapest, Einkaufen, Essen
10.04.90          Budapest – Eger
11.04.90          Estramos
12.04.90          (Rejtek jomboly)
13.04.90          Baradla (Höhle)
14.04.90          Vacs Imre
15.04.90          Ostersonntag – Thermalquelle Demjen
16.04.90          Demjen
17.04.90          Demjen
18.04.90          Eger, Bükk, Lolafüred
19.04.90          Bükk Nationalpark, Demjen
20.04.90          Demjen – Budapest
21.04.90          Budapest – Balaton
22.04.90          (Sonntag) Balatonfüred – Heviz
23.04.90          Keszthely – Sikonda Füred

24.04.90          Abaliget, Grenze H-YU, Autoput
25.04.90          Autoput – Visegrad
26.04.90          Visegrad – Stevanovac


27.04.90          bis Prizren
28.04.90          bis Florina, Griechenland
29.04.90          (Sonntag) Meteora, Artesiano
30.04.90          Belokomiti
                         Höhlenforschung in den Bergen

01.05.90          bis 05.05.90 Höhlen
06.05.90          (Sonntag) – Mega Monastirion, Jorgo, Astro und Harald
                         kommen hinzu
07.05.90          Camping Mylos
08.05.90          Camping Mylos – Drama
09.05.90          Maara, Drama
10.05.90          Maara, Drama
11.05.90          Maara – Gelibolu, Türkei
12.05.90          Fähre Bandirma
13.05.90          (Sonntag) Ocaklar Strand
14.05.90          Ocaklar Strand
15.05.90          Ocaklar – Havran, Inönü
16.05.90          Seferihisar

17.06.90          Teos
18.05.90          Teos
19.05.90          Teos
20.05.90          (Sonntag) Ephesus, Erbeyli
21.05.90          Treffen mit Norbert + Jutta, Pamukkale
22.05.90          über Pässe nach Fethiye
23.05.90          Fethiye Strand
24.05.90          Fethiye
25.05.90          Fethiye
26.05.90          Fethiye

27.05.90          (Sonntag) Fethiye
28.05.90          Seehundhöhle, Beysinar
29.05.90          Karagöl Düden, Elmali
30.05.90          Karagöl Düden, Elmali
31.05.90          Kirkgözler, Antalya
01.06.90          Kirkgözler, Antalya
02.06.90          alle anderen fahren zurück, Antalya Taubenschlucht
03.06.90          Pfingstsonntag – Karain
04.06.90          Antalya – Anamur
05.06.90          Silifke, C&C, Ceyhan
06.06.90          Iskenderun, 2x Grenze zu Syrien
07.06.90          Iskenderun Ayas Beach
08.06.90          Iskenderun Ayas Beach
09.06.90          Iskenderun – C&C, Göksu

10.06.90          (Sonntag) GÜRLEVIK 1, bis zum 2. Siphon  
Siehe: https://speleo.franzjoerg.de/hoehlen-bei-taskale/

11.06.90          GÜRLEVIK 2         bis vor dem „Strich” mit Vermessung 
12.06.90          oberer GÜRLEVIK: 20m Tauchvorstoß
                         GÜRLEVIK 3    Vermessung der Siphonpassagen  
14.06.90          GÜRLEVIK 4         untere Etage fertig und ein Stückchen in die
                         obere Etage                                                                          
15.06.90          MANAZAAN    byzantinische frühchristliche Felswohn- und
                         Grabanlage  
                                                                  
16.06.90          INCESU-Höhle       im Incesutal, Begehung und Video
18.06.90          CITLIK-Wasserhöhle, Kizilaragini, Prospektion
20.06.90          GÜRLEVIK 5         mit Hannah Video, Fixseil in S 1
21.06.90          Folklore FEST in Karaman
22.06.90          Folklore FEST in Karaman
24.06.90          GÜRLEVIK 6         Fixseil in S2, Photos bis gr. Wasserfall,
                         Entdeckung und Vermessung im Obergang bis 1 km
27.06.90          GÜRLEVIK 7         Außenvermessung und
                         Oberflächenprospektion
28.06.90          GÜRLEVIK 8         Photos bis VP 82, Entdeckung und
                         Vermessung bis 1,64 km    
29.06.90          B. krank
02.07.90          ”SUBASI”-Kaynaks Fahrradprospektion im Yesildere-Canyon   03.07.90          Opferfest
04.07.90          Hochzeit in Taskale
05.07.90          Hochzeit in Taskale
07.07.90          CITLIK                    Vermessung mit Alper Gökdemir
08.07.90          GÜRLEVIK 9         Fototour mit Alper bis Versturzhalle 2
09.07.90          OGRU-Tour mit Wasserhöhle bei Ogru

10.07.90          Material putzen und reparieren                               
11.07.90          Fahrt nach Büyük Koras                                  
12.07.90          ”SUBASI“-Kaynaks tauchen und vermessen, Masitli-kale

13.07.90          HISILAYIK 1         Abstieg und Prospektion 
14.07.90          HISILAYIK 2         tauchen des upstream-S1
15.07.90          Material putzen, Picknick am Stausee
16.07.90          ausruhen, promenieren, Material richten
17.07.90          HISILAYIK 3         80m im upstream-S2
18.07.90          zugeschwemmter Ponor rechts der Straße nach Kavaközü
19.07.90          HISILAYIK 4         bis -18m im downstream-S1
20.07.90          DÜDEN bei Atatürkün Ciftligi 
21.07.90          Hochzeit Sohn des Muhtars von Ambar              
22.07.90          Felsanlage bei Saray 
24.07.90          HISILAYIK 5  –  finale Aktion                                
25.07.90          KIRAMAN – Prospektion                           
26.07.30          MULLAH-OSMAN-KOYAKLARI-KUYU                         
27.07.30          KIRAMAN-KALE-DERESI-MAGARASI, Vermessung
28.07.90          Silbernes Tablett, Zeitung, Fernsehen, Protokolle 
29.07.90          Planzeichnen, großes Essen in Karaman
30.07.90          Videos, Planzeichnen                               
31.07.90          Protokolle, Pläne                                     
01.08.90          nach Taskale (Videovorführung abends)                  
02.08.90          Tagebuchbericht-Brief, Arif in Taskale, Essen
03.08.90          Vali Karaman, Kopien, Yollarbasi, Höhle 1                                 
04.08.90          Yollarbasi, Höhle 2+3, abends Hochzeit
                         Bürgermeistertochter                    
05.08.90          Yollarbasi, Höhle 1, abends Videokopie
06.08.90          Karaman, Einkaufstag (Kupfer!), nach Taskale, eingeladen bei
                         Braut-Familie (Schwager aus Freiburg)                       
07.08.90          morgens ruft Arif an: TRT kommt! HISILAYIK TRT-Aktion
                         mit vielen Personen, abends Videokopie für TRT               
08.08.90          Mit dem Dipl.Ing. Mehmet zu dessen Familie (+Yakub)
                         ALMAN KUYUSU Taskale, 17 Uhr nach Taskale, Kontakt zu
                         Halil aus Hohenstaufen
09.08.90          ausschlafen, Teehaus, Suppe mit Halil im Lokanta,
                         Kostümprobe B., Spaziergang im Ort, Rundbrief und Video,
                         gr. Picknick am Gürlük mit beiden Mehmets aus Ayranci
10.08.90          ausschlafen, Auto putzen, bei Halil essen, KÖR-KUYU Taskale
                         Material richten für Gürlük, Hochzeitsvideo bei Bräutigam-
                         Eltern
11.08.90          GÜRLEVIK – finale Aktion, Vermessung bis 2,4 km
                         Heiße Dusche und Essen bei Halil, danach bis 4 Uhr mit Halil
                         und Baskane im Lokanta
12.08.90          (Sonntag), Bärbel schläft aus, ich versorge alles Material,
                         abends Essen bei Halils Bruder, dort bis 2 Uhr mit Baskane bei
                        Asbach-Cola
13.08.90          Karaman mit Halil, Passamt, Hosenstoff f. Bärbel, Kupfer!,
                         Kopien, abends gr. Picknick mit weiße Bohnensuppe, Spirelli
                          mit grünen Bohnen, Güvec, Kebab, Tomatensalat, Zwieblen,
                         Yoghurt, Honig, Trauben,, Honigmelone, 2 Sorten Brotfladen,
                         Löwenmilch. Danach Kaffee beim Baskane
14.08.90          Kupfer putzen, Tracht zusammensuchen
                         Abends bei Halils Bruder essen mit Baskane und Asbach-Cola
15.08.90          Sümet-Dügünü, Videoaktion beim Beschneidungsfest,
                         Interview-Video, mit Halil, abends beim Baskane essen

16.08.90          Auto richten, Fotos beim Kadi, gr. Verabschiedung nach dem
                         Frühstück beim Baskane, Fahrt nach Karaman, Kupfer kaufen
                         und verzinnen, Auto richten lassen, Essen, Kopien
                         Fahrt nach Bozkir, schlafen mitten im Ort
17.08.90          Einkaufen in Bozkir, Fahrt nach Seydisehir, Muzaade,
                         2 Kupfertöpfe
                         Fahrt nach Susuz, kurze Prospektion der Höhle
                         GÜVERCIN, Susuz 
                               
18.08.90          Flaschen füllen, Material richten, Töpfe putzen, gegen 16 Uhr
                         mit Hannah zur Höhle GÜVERCIN, Susuz, Video bis Eingang,
                         bis 20 Uhr Fotos im Eingangsbereich
19.08.90          (Sonntag) Packen, putzen, Fahrt nach Finike, abends TRT-Film
                         zu Ayranci
20.08.90          Finike Strand, Brief an Nuri Güldale
21.08.90          bei MTA Finike
22.08.90          Fahrt nach Antalya, Post, einkaufen, Fahrt bis 20 km vor
                         Bicecik
23.08.90          Fahrt nach Istanbul, Üsküdar, um 14 Uhr endlich Mehmet tel.
                         angetroffen, bei ihm bis 17 Uhr gewartet, 20 Uhr Abendessen
                         am Bosporus bis 1 Uhr
24.08.90          morgens Waschmaschine zerlegt, Auto gerichtet, auf Mehmet
                         gewartet, Europ. Seite Bazar, Fahrt bis Alexandroupolis
25.08.90          Fahrt
27.08.90          Karlsruhe

 

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Indonesien Reisen

INDONESIEN 1989-90

Für das Titelbild danke ich den Stempelschnitzern von damals in Yogyakarta. Ich ließ viele Stempel schnitzen…

87 Tage sind eine lange Zeit voller neuer Eindrücke. Ich werde nur einige ausgewählte hier vorstellen.

Vom 10.12.1989 bis zum 06.03.1990 verbrachte ich 3 Monate eines ganzen Reisejahres in Indonesien. Weil das Touristenvisum aber nur 2 Monate gültig ist, musste ich nach Ablauf dieser zwei Monate raus und wieder einreisen. Die damals günstigste Option war ein Flug von Jakarta nach Kuala Lumpur. Von dort per Bus nach Singapur und per Schnellboot nach Tanjung Pinang. Die Fahrt zurück nach Indonesien machte ich mit einem Boot bis Pekanbaru auf Sumatra.
Ankunft am 22.02.1990 im Hafen von Pekanbaru (Sumatra) mit einem ziemlich heruntergekommenen Flussschiff. Aber ich kam an – und die Stimmung war bestens.

Man muss vielleicht noch erwähnen: Es gab keine Planung im Vorfeld. Als Backpacker hatte ich alles dabei und ich entschied alles spontan. Beim Abflug hatte ich außer Gepäck nur Hin- und Rückflugtickets. Auf diese Weise drei Monate auf der anderen Seite des Erdballs – das war schon eine heiße Nummer, die ich aber auf jeden Fall wieder machen würde!

Den dritten Monat verbrachte ich dann auf der Strecke Kuala Lumpur, Malakka, Singapur, Tanjung Pinang,  Pekanbaru (Sumatra) und Jakarta (Java).

Die Erinnerungen, die ich davon mitgebracht habe, sind auf 270 Doppelseiten DIN A4 handschriftliches Tagebuch mit vielen Originalbelegen, die das Ganze zur Collage machen und in einem Fotoband.

Meine Arbeit wird darin bestehen, das so aufzubereiten, dass es allgemein interessant zu lesen sein wird.

10.12.1989

Mit der SAUDIA über Jeddah nach Jakarta. Super Service. 


Ich hatte mir zuhause viele Informationen zu Höhlen in Indonesien kopiert und hatte etwa 150 Seiten einseitige DIN A4-Kopien dabei.
Die leeren Rückseiten benutzte ich als Tagebuch. In Jakarta ließ ich am ersten Tag das Ganze binden und hatte dann ein fettes Tagebuch zur Verfügung, dessen kopierte Seiten auch dazu einluden, alle möglichen Erinnerungen einzukleben. Weil die 150 freien Seiten nicht reichten und weil ich in Indonesien weitere speläologische Literatur kopierte, entstand damit der zweite Band, den ich auch als Tagebuch brauchte.
Natürlich gibt es im Tagebuch eine ausführliche Liste aller Gepäckstücke und deren Inhalt. Ich hatte zu zwei Gepäckstücken auch einen wasserdichten Aluminium-Fotokoffer mit rund 10 kg Gewicht. Zu den 20 kg auf dem Rücken und hin und wieder einer weiteren Tasche konnte ich damit keine Rennen mehr laufen.

Auf dem Flug lernte ich schon indonesisch – Bahasa Indonesia. Weil mit dieser künstlichen Sprache ein Riesenvolk mit Hunderten von Inseln, Kulturen und Sprachen geeint werden sollte, und weil auf viele Analphabeten Rücksicht genommen werden musste, ist diese Sprache aus lokalen Sprachen möglichst einfach konstruiert und hat so wenig Grammatik wie nur möglich. Außerdem wird sie mit lateinschen Buchstaben geschrieben und die Lautsprache entspricht der Schriftsprache. 
Viele Begriffe kennen wir schon:
Der Orang utan ist der “Mensch aus dem Wald” – orang = Mensch, utan = Wald.
Nasi goreng kennt wohl fast jeder. Nasi = Reis, goreng = gebraten.
Und weil nasi puti der weiße Reis ist, sind wir orang puti = weiße Menschen.
Matahari kennen ebenfalls viele. Mata = Auge und hari = Tag.
Matahari ist also das Auge des Tages = die Sonne.
Es gibt keine Endungen für die Mehrzahl. Der Begriff wird einfach verdoppelt: anak = Kind, anak anak (oder anak2) = Kinder.
Dann müsste Mata mata die Mehrzahl von Auge sein – bedeutet aber auch die Intensivierung des Sehens = der Spion.
Wenn eine Spionin dann auch noch schön wie die Sonne ist, muss sie natürlich Matahari heißen.

Es gibt also viele Bezüge, an die wir andocken können, wenn wir uns die indonesische Sprache aneigenen wollen. Wenn man drei Monate im Land verbringt, geht das ziemlich schnell. 
satu, dua, tiga, empat, lima, enam, tudju, delaban, sembilan, sepuluh – 
das sind die Zahlen von 1 – 10. “se” ist die Vorsilbe, die auch 1 bedeutet.
seorang = ein Mensch, sehari = ein Tag.
puluh bedeutet also “-zig”. Dann wird nur noch zusammengesetzt:
sepuluh = 10
lima puluh = 50.
ratus = hundert, ribu = tausend.
duaribu duapuluh lima = 2025.

“Selamat” ist der gute Wunsch, an den einfach noch ein Wort angehängt wird, um den Wunsch zu präzisieren:
Weil jalan = Straße bedeutet, heißt selamat jalan = Gute Reise.
Natal = Weihnachten, selamat natal bedeutet also “Frohe Weihnachten”.
Pagi = Morgen, selamat pagi heißt also “Guten Morgen”.
Malam = Abend, selamat malam = “Guten Abend”.
“Terima kasih” = Danke.
Und schon kannst Du Dich grob verständigen.

Mit 50 – 100 Vokalen kommst Du ganz gut über die Runden, d.h., Du kannst Dich grob durchsetzen. Und da sowieso die Fragen an Dich immer dieselben sind, hast Du die passenden Vokabeln schnell drauf.


Das sind rund 1500 km mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Jakarta über Jogyakarta und Surabaya nach Denpasar auf Bali.

11.12.1989

Ich lande also derart vorbereitet am 11.12.1989 zunächst in Kuala Lumpur (Malaysia) und danach in Jakarta. Nach einigen Problemen mit den Visa und dem Gepäck gehe ich auf die Suche nach einem Losmen (einfaches Gästehaus, viel von Backpackern genutzt). Und weil ich schon zu lange keine Dusche hatte und immer noch die schwere Jeans trug, nahm ich das erste passende – das Hostel JUSRAN.

12.12.1989

Jakarta, Monas (MONument NASional)

13.12.1989
Ich lebe mich ins lokale Preisniveau der Hauptstadt ein (was auf dem Land noch günstiger werden sollte): Nasi goreng – 1,25 DM, Mie goreng – 0,75 DM, 0,4 L Tee – 0,30 DM, 1 Bier – 2 DM. Für ein Bier kann man 2-4x essen. Ein Nasi goreng wird später 50 Pfg kosten. Ichhabe einen einfachen Umrechnungskurs: 1 DM = 1000 Indonesische Rupies.

Es ist Regenzeit. Man muss täglich mit Regen rechnen – aber es bleibt dabei immer tropisch warm. Mit Gepäck bin ich immer nass, entweder vom Schweiß oder vom Regen. Und dazu oft Wind. Kein Wunder, dass ich ständig mit einer Sommergrippe zu kämpfen habe.
Einkaufen und am Abend Briefaktion an Freunde.

14.12.1989
Besuch des MONAS mit Blick von oben auf die Stadt und Besuch der großen Moschee.

15.12.1989
Hauptpost Briefaktion (es gab noch keine E-Mail…)
KOMODO-Ausstellung im Kaufhaus Sarinah.

16.12.1989

Gambir-Station, der zentrale Bahnhof. Züge nach Bogor fahren stündlich. Danach in die Altstadt und ins Museum. Wayang-Kulit-Museum, Zugbrücke, Segelschiff-Hafen, Schiffsrundfahrt, Vergnügungspark (buka 24 jam = rund um die Uhr offen), Restaurant.

17.12.1989
Heute gehe ich in den Taman Indonesia, den Vergnügungspark, der auch hohen Bildungswert hat. Es gibt einen großen See, in dem Indonesien mit allen Inseln nachgebildet ist. Um den See sind alle wichtigen indonesischen Kulturen mit Häusern dargestellt. Über das Ganze führt eine Gondel-Seilbahn. Diese sollte man zuerst nutzen, um sich einen Überblick zu verschaffen. Ich halte das für ein Muss als Tourist.


Bali

Sumatra


Bali-Bereich, von der Gondel aus gesehen


Borneo-Langhaus, von der Gondel aus gesehen

An vielen Stellen in der Stadt ist Musik. Auch im Bus wird musiziert.
Im Jusran esse ich zu Abend und höre danach – wie jeden Abend – die Nachrichten über die Deutsche Welle auf Kurzwelle.

18.12.1989 – 9. Tag von 87 Tagen
Fahrt mit dem Zug nach Bogor, 1,5 Stunden.
Highlights dort:
* Botanischer Garten
* Teeplantagen
* Taman Safari mit Streichelzoo

Da der Botanische Garten in Bogor von den Holländern schon 1817 angelegt wurde, findet man dort wohl alle Baumsorten Indonesiens in vollem Wuchs. Es ist ein sehr schöner Ort, um die Natur Indonesiens stressfrei kennenzulernen, da viele Bereiche parkähnlich gepflegt sind. Bogor ist die regenreichste Stadt Javas. Man sollte sich also auf den Morgen beschränken oder gut ausgerüstet sein, um sich vor dem Regen zu schützen.

 

20-25 km von Bogor weg ist eine etwa 1000 ha große Teeplantage, die man sich ansehen sollte. 
Wenige Kilometer davor ist der Taman Safari, ein großer Zoo besonderer Art, nicht zu vergleichen mit dem damals sehr heruntergekommenen Zoo in Jakarta. 170 ha, über 3.000 Tiere. Es werden Shows angeboten. Spektakulär waren die direkten Kontakte mit Groß-Raubkatzen, Orang Utans, Baby-Elefanten und vielen anderen Tieren. Ob das heute noch möglich ist, bezweifle ich.
500 m entfernt ist der 45 m hohe Jaksa-Wasserfall, den man sich ansehen sollte.

 

Vielleicht kann ich auch noch das Foto von mir mit dem weißen Tiger finden…

22.12.1989
Über die Dt. Welle kann ich erfahren, dass das Brandenburger Tor offen ist und das Regime in Rumänien ist gestürzt. Was für ein Weihnachten in Europa. 
Ich gehe heute ins Schwimmbad – eigentlich nur zum Plantschen im kalten Wasser. Schwimmen ist out. Der Islam ist hier zwar sehr gemäßigt – bremst aber doch deutlich.

23.12.1989
Ich habe Gelegenheit, privat mit dem Auto nach Yogyakarta mitgenommen zu werden. Die fast 1000 km ab Bogor werden zur Höllenfahrt.
Am Spätnachmittag komme ich an und checke in einem typischen Traveller-Losmen, dem “Indonesia” ein. Es liegt nicht weit vom Bahnhof in einer Seitenstraße der Jalan Malioboro und direkt gegenüber der beiden Gassen (Gang 1 und Gang 2), in denen es super Restaurants gibt.

24.12.1989
Ich lasse mich per Rikscha zum Agastya fahren und sehe mir ein Wayang-kulit (Schattenspiel) an. Thema ist das Ramayana. Dazu Gamelan-Musik.


Abends gönnen ich mir ein Festessen:


4 Apfelsaft
3 Ananassaft
2 Bier
1 Spaghetti Bolognese (natürlich für die 5-Jährige…)
Avocado-Shrimp-Cocktail (Vorspeise)
Ananas-Käse-Salat
Gado-Gado (eigentlich ein volles Reis-Gemüse-Gericht, hier als Beilage)
Froschschenkel
Nasi Campur (Reisgericht)

Ich bin mehr als nur einfach satt – und das Essen war super!
Meine zwei Bier machen ein Viertel des Preises aus. Alles zusammen unter 16 DM.
Ich besorge noch ein Flasche Reiswein (Likörqualität), um diesen – nach der Bescherung – mit anderen Gästen an diesem Heiligabend gebührlich zu entsorgen.

25.12.1989
Kraton (Sultans-Palast), Batikfabriken zunächst nur informatorisch, Vogelmarkt. Letzterer war – zumindest damals – spektakulär. Nach europäischen Vorstellungen absolut nicht duldbar – aber gerade deshalb wohl interessant.
Es gibt in Yogyakarta täglich kulturelle Aufführungen: Gamelankonzerte, Schattenspiel (wayang kulit), Puppenspiel (wayang golek) und Tempeltanz (wayang orang). Die Stadt ist voller Leben, Angeboten und Kultur.
In der Jalan Malioboro werden abends die vielen Stände unter den Arkaden vor den Geschäften abgebaut und die fliegenden Restaurants machen auf. Die lange Malioboro wird zur Fressmeile mit viel Live-Musik, fließendem mehrspurigen Verkehr, Pferdekutschen und Legionen von Mopeds.

Diese Aufnahme habe ich zwar an Weihnachten 2015 gemacht, zeigt aber die Atmosphäre der Malioboro. 
Universitätsstadt und Kultur kommen hier in einer besonderen Art zusammen. Im Vergleich zu Jakarta für mich ungleich attraktiver.
Wer mehr von dieser Atmosphäre begreifen möchte, kann das HIER.

26.12.1989
Einkaufen.

27.12.1989
Ich treffe die Höhlenforscher aus Yogya, mit denen ich Kontakt angenommen hatte.

In einem rechtsgesteuerten alten VW-Kübel fahren wir nach Wonosri ins tropische Sinuskarstgebiet des Gunung Sewu.
Zunächst fahren wir nach Baron an die Südküste, wo eine große Quelle das Wasser aus dem Gunung Sewu ins Meer führt. Ich schnorchle dort, finde aber keinen betauchbaren Quellaustritt.
Der Strand ist auch alles andere als eine attraktive Badeküste. Am Zugang zur Beach stehen Tafeln mit der Anzahl von Toten, die es an diesem Strand in den letzten Jahren gab.


Dieser Strand ist das absolute Gegenkonzept zu dem, was man sich unter tropischer Beach vorstellt.

28.12.1989
Gua Jomblang – einer der typischen Schächte, die zu einem Flußlauf hinunter führen, 50 m Durchmesser und etwa ebenso tief. Wir bauen Seile ein und steigen teilweise in hängender Vegetation ab. Unten stehen wir als Zwerge mitten in der Blumenbank des häuslichen Wohnzimmers.

 

Wir steigen ab zum großen Höhlenportal, wo aus Platten ein Führungsweg gelegt ist. Es gab schon Gedanken, das Ganze zur Schauhöhle auszubauen.

Ein groß dimensionierter Tunnel führt zu einem zweiten Schacht. 


Dieser mündet auf halber Höhe in den “Grubug” genannten Schacht. 40m über uns bricht das Sonnenlicht, durch Vegetation gebrochen in den flaschenhalsförmig sich erweiternden Schachtraum, der voller Gischt und Dampf des tosenden Wasserlaufs ist, der wiederum 40m tiefer über das Geröll in der Halle braust. Die Sonnenstrahlen brechen wie Laser durch den Nebel. 
Allein dieser Anblick hat die Anreise gelohnt.






Wir steigen zum Wasser ab, in dem alles schwimmt, was zufällig ins Wasser gelangte, oder was ins Wasser entsorgt wurde.



Danach müssen wir einige Hundert Meter bis zum Siphon schwimmen. Bald wird nach der Faszination im Grubug klar, was es bedeutet, wenn es keine Kanalisation und keine Kläranlage gibt: Wir schwimmen im Abwasser. In einem Land, in dem jeder Bach oder Flusslauf als öffentliche Toilette oder auch als Autowaschanlage gilt, und das durch Karst geprägt ist, schwimmt alle Scheiße in die Höhle und kommt ungefiltert in der nächsten Quelle wieder raus. Und wir schwimmen Oberkante Unterlippe darin. Wir können nur hoffen, uns keine Infektion zu holen.

Rückweg, Aufstieg, Ausbau der Steigtechnik sind Routine.

Später kommt ein kräftiger Tropenregen. Ich habe es noch nie so genossen, unter dem Ablauf der Regenrinne vom Dach zu stehen und mich gründlich spülen lassen zu können.

Wir bleiben in Wonosari im Losmen, die Indonesier fahren nach Yogya zurück und kommen morgen früh wieder.

Heute habe ich wieder einiges hinzugelernt. Bahasa Indonesia hat viele Bilder. “jalan” heißt “Straße”, “jalan jalan” bedeutet nicht nur der Plural von Straße, sondern ist auch Synonym für “spazierengehen”. Das erinnert mich an “mata mata”, das nicht nur den Plural von Auge bedeutet, sondern auch Synonym für den Spion ist. Für das Spazierengehen gibt es auch Begriffe wie “die Augen waschen” oder “den Wind essen” (makan angin).

29.12.1989
Heute fahren wir zum Dorf Semuluh. Dort gibt es zwei Höhlen: Die “Gua Semuluh” und die “Gua Seropan”.
Letztere sollte für mich noch Bedeutung erlangen und mich immer wieder beschäftigen.
Diese Befahrungen sind dokumentiert im Artikel
https://speleo.franzjoerg.de/gua-seropan-semuluh-gunung-sewu-java/
Außerdem führte diese Befahrung zu einem Artikel in der “Yogya Post”.




Das ist die rudimentärste Höhlentauchausrüstung, mit der ich je bedeutendes Neuland entdecken konnte.

30.12.1989
Ich tauche ohne die Indonesier die beiden Siphons der Seropan frei. Sie waren bisher nicht betaucht.
Das Losmen “Tilam Sari” in Wonosari war das Beste, das ich seit der Ankunft in Indonesien genutzt hatte. Doppelzimmer pro Nacht 5 DM und Tee, Kaffee und Wasser frei. Außerdem sehr sauber und aufmerksamer Service!
Die Indonesier holen mich ab und bringen mich nach Yogya zurück. Ich kann vom Neuland in der Seropan durch das Freitauchen der Siphons berichten.
In Yogya einkaufen und vorbereiten auf Silvester.

31.12.1989
Ich rufe morgens in Deutschland an. Dort ist 2 Uhr nachts. Für knapp 2 Minuten zahle ich 13 DM. (Das waren noch die Zeiten, als die internationale Verbindung nicht über das Handy mit WhatsApp lief, sondern allein über die Wählscheibe!).
Dieser Festtag wird in zwei Restaurants gefeiert: Nachmittags im NN in einem der schmalen Gänge gegenüber vom “Indonesia” und am Abend im “Leguan”, von dessen Terrasse man das Treiben auf der Malioboro sehen kann. 
Nachdem ich bisher nur von Fahrrad-Nudelständen oder in Traveller-Lokalen gegessen hatte, ist dieses Silvesteressen schon eine Nummer exklusiver. Wir sind auch in einer größeren Runde von Travellern. Die Rechnung ist aber nur meine …

01.01.1990
Im NN essen, das für mich inzwischen das Beste und Günstigste ist, das wir kennenlernen konnten.
Danach Batiken als Mitbringsel kaufen.
Es soll zunächst auf jeden Fall nach Osten gehen. Bali ist das nächste Ziel. Am Liebsten würde ich bis Kalimantan und Neuguinea kommen – was ich aber wohl nicht schaffen werden. Auch Borneo wird wohl nicht möglich werden.

02.01.1990
Briefe schreiben, Einkaufen und mit indonesischen Höhlenforschern diskutieren. Nebenbei eine Entzündung im Ohr vor der nächsten Tauchaktion auskurieren.

03.01.1990
Ausflug zum Borobudur. Dieser ist ein ungewöhnlich prächtiger buddhistischer Tempel und gilt als die größte buddhistische Tempelanlage weltweit. Gebaut vermutlich zwischen 750 und 850 wurde er durch einen Ausbruch des Merapi im Jahr 1006 bedeckt und wucherte mit Vegetation zu. 1814 wurde der Komplex wiederentdeckt; im Jahr 1835 brachten Europäer sie wieder ans Tageslicht. Ein Restaurierungsprogramm von 1973 bis 1983 brachte große Teile der Anlage wieder zu früherem Glanz. Der Borobudur gehört zum Pflichtprogramm im Bereich Yogya.






04.01.1990
Ich packe rund 8 kg Mitbringsel und Sachen, die ich nicht mehr brauche in ein Paket und sende dies für 18 DM nachhause.
Danach fahre ich mit dem Bus nach Parangtritis, die Beach von Yogya. 
Das Wetter ist bewölkt – nicht gerade beachgerecht. Ich genieße stundenlang die Atmosphäre und konsumiere: 5 Tee, 2 Reissuppen, 1 Mie goreng (gebratene Nudeln), 1 Cap cay mit Reis, 1 nasi putih mit telur mata sapi, 4 Erdnussplätzchen, 1 junge Kokosnuss (kelapa muda). Alles zusammen 4 DM.
In Yogya gehe ich bei Dunkelheit noch in den Vergnügungspark und nutze die Fahrgeschäfte.

05.01.1990
Ich lasse mir Stempel für meine Höhlenforscherarbeit machen. Nicht nur die Postleitzahl ist schon längst überholt – auch die gesamte Adresse.

Danach geht es mit den indonesischen Höhlenforschern zur GUA SEROPAN.
Ich habe für Spitsetzer und Seil gesorgt, um die Siphons für die Indonesier absichern zu können, was mit 30m Seil gerade gelingt. Das sorgt für die ersten Siphonfreitauchgänge indonesischer Höhlenforscher, 1 x 4 m und 1 x 10 m. Wir erkunden 250 m Neuland und kehren auf offener Strecke um.




Im NN sein Geld für Essen auszugeben, macht Spaß. Man bekommt ein supergutes Essen für wenig Geld. Allein das Bier ist so teuer wie ein ganzes Essen.

06.01.1990
Genau so viel Spaß macht es, Stempel schnitzen zu lassen.
Ich habe jetzt endlich einen copyright-Stempel als Höhlenfotograf und eine kleine Fledermaus als kostenlose Zugabe.



Ruhetag mit Schlemmerabend im NN.
Ich stelle fest, dass schon fast 4 Wochen der Tour um sind und ich habe bisher unter 500 DM ausgegeben, trotz der vielen Einkäufe. Damals haben für Unterkunft, Essen und Transport pro Person 5 – 10 DM täglich ausgereicht. Der Rest ist der “Luxus”, den ich mir zusätzlich geleistet hatte. Ich hatte damals keinen Bezug zu Hotels. Erst im Dezember 2015 sollte ich das Melia Purisani in einer Seitenstraße der Malioboro kennen- und schätzen lernen.

07.01.1990
Vorstoß in der GUA SEROPAN.
Ich begehe mit einem der Indonesier 750 m Neuland hinter den Siphonen. Die Schüttung in der Höhle schätze ich auf aktuell 1,2 Kubikmeter/sec. Raumformen von 5×5 bis 10×10 m. Wir gehen bis etwa 100m nach einer Staustufe durch Verbruch im Gangverlauf, über die das Wasser tost.
Heute ist der Artikel über mich in der Yogya Post erschienen, was mir beim Transport hilft. Ich werde auf der Straße erkannt.

08.01.1990
Der Wechselkurs liegt inzwischen bei 1 : 1038.
Wasserschloss und Vogelmarkt.

09.01.1990
Mit dem Zug über Surabaya nach Denpasar auf Bali. Surabaya ist nach 330 km etwa die Hälfte dieser Strecke. Danach geht es mit dem Zug nach Banjuwangi, umsteigen in einen Bus, mit dem es dann auf die Fähre nach Bali und schließlich nach Denpasar geht.

Zugfahrtkarte (wie früher bei uns) von Yogya nach Surabaya für einen Erwachsenen 2,90 DM.

In Surabaya finde ich kein passendes Losmen und beschließe spät am Abend, auf den Bromo zu verzichten und gleich noch in der Nacht nach Denpasar weiterzufahren. 

10.01.1990
Bei Sonnenaufgang erreichen wir mit dem Bus die Fähre.
Die junge Sonne über Bali und 4 Vulkane auf Java sind eine sehr schöne Szenerie. 
Auf dem Busbahnhof in Denpasar angekommen, bin ich inzwischen schon seit 24 Stunden unterwegs und lege trotzdem zu: Ich will raus aus der Stadt und will gleich weiter nach Candidasa, was für den Travellertourismus alles bietet. Das wurde hart!
Nach rund 30 Stunden checke ich im PURI BALI, einer Bungalow-Anlage im tropischen Garten ein und habe für 7 DM am Tag den ersten Bungalow am Meer inclusive Frühstück für 3 Personen. Endlich kann ich wieder genießen!

Im Januar 2016 war ich in der Bungalowanlage nach dem Puri Bali, direkt dahinter.


In den Körben rechts die Kampfhähne des Anlagenbesitzers


Der Besitzer (Verwalter?) der Bungalowanlage mit seinen wichtigsten Zugehörigkeiten: Sein Sohn und sein Kampfhahn


Das Frühstück für drei.
Nach diesem Tag schlafe ich über 12 Stunden durch.

11.01.1990
Umgebung kennenlernen, Einkaufsmöglichkeiten checken, Besorgungen machen. Ich will ein Auto mieten und will auch tauchen. Abends bei balinesischem Wein am Strand. Bali ist schließlich nicht muslimisch. Es gibt Alkohol und Schweinefleisch. Spanferkel sind ein integrativer Bestandteil jedes Tempelfestes.
Der Likörwein versüßt einen Mondscheinabend am Meer.

12.01.1990
Besorgungen in Kuta und Denpasar. Das wird zum Fiasko. Ich bin den ganzen Tag – auch bei Regen – bis 22.30 Uhr unterwegs und checke erst gegen Abend, dass wir auf Bali 1 Stunde weiter sind. Kein Wunder, dass ich überall zu spät komme..

13.01.1990
Ich miete einen blauen VW-Kübel, eine richtige Wellblechkiste, Cabrio und natürlich Rechtssteuerung. 7 Tage – 120 DM. Wir wissen schnell, dass das auf Bali die beste Methode ist, vorwärts zu kommen und viel zu sehen. Bei der Fahrt rund um Bali oder auch quer durch über den Gunung Agung kommt man jeden Tag zu einem Tempelfest oder/und auch zu einer Beerdigung. 



Ich fahre zuerst zur Goa Lawah – die Fledermaushöhle. Sie ist ein hinduistisches Heiligtum und die Höhle hängt so voller Fledermäuse, dass das Gezänk um die besten Hangplätze fortwährend ist. Außerdem hängen sie nicht nur in der Höhle, sondern auch draußen vor dem Portal. 

Das nächste Ziel sind die Salzgewinnungsanlagen bei Kusamba. 
In Klunkgung sehen wir uns das Gerichtsgebäude an mit drastischen Deckengemälden. 
Viel Touristenrummel bei der Goa Gajah (Elefantenhöhle). 
In Peliatan komme ich zu einem Tempelfest.
Bei Ubud und von da in Richtung Monkey Forest finde ich ein günstiges und gutes Losmen, das “Agung’s”.

14.01.2025
Der VW-Kübel streikt und will nicht wieder anlaufen. Eine Australierin, die mit ihrem Mann schon seit 2 Jahren hier wohnt, unterstützt mich und holt einen Mechaniker. Dieser behebt einen Fehler am Zündverteiler. Dann lädt sie mich zu sich ein. Ein traumhaftes Haus, traumhaft gelegen. Bali pur. 
Dort gibt es viele solche Traumhäuser. In Privatbesitz, gemietet, von Politikern, Künstern, Industriellen, etc.
Das nächste Ziel ist der Monkey forest bei Sangeh.
Man muss wissen, dass man nichts dabei haben darf, was lose ist. Sonst ist es weg. Ich nehme auch einen Stock mit. Das macht Eindruck und verhütet das Schlimmste. 


Nächster Stop ist Bedugul. Eine schöne Tempelanlage am See – aber viel Touri-Nepp. 
Wir sind auf 1200 m Seehöhe und man kann inzwischen Jeans vertragen.
Das Losmen am Abzweig nach Bedugul ist gut. Auch das Essen ist OK.

15.01.1990
Das Frühstück auf der Terrasse bietet einen grandiosen Ausblick. Hinter uns die Vulkane von Bali und vor uns das Meer mit Sicht bis Lombok.
Weiterfahrt zum Tempel Ulan Danu Beratan, malerisch gelegen.
Die Weiterfahrt durch den Wald höher hinauf gibt uns Gelegenheit, wilde Affenherden sehr nahe zu beobachten. Sie lassen mich sehr nahe kommen, sind aber nicht an Kontakt interessiert und machen eher ihr eigenes Ding. Das ist bedeutend besser als im Monkey forest.



Affen-Mama mit Kind

Der Boss

Ich genieße die tolle Landschaft mit den Reisfeldern.
Munduk und nach vielen weiteren Orten schließlich Seririt an der Küste. Auf der Straße nach Singaraja biege ich zu den “Holy Hot Springs” ab. Tropenregen im 40 Grad heißen Wasser ist klasse!
Abends bin ich in Lovina im Losmen “Manggal” und schlemme im “Superman”. 

16.01.1990

Fahrt nach Singaraja. In Sangsit gibt es den alten Tempel Pura Beji aus dem 15. Jh. Weiter nach Kubutambaran. 
Hoch am Berg liegt Sembiran, eines der Bali aga Dörfer.
Ich komme zu einer liturgischen Opferhandlung.
Für mich ist dieser Ort das Highlight des Tages.
Zurück nach Kubutambaran und von dort die Straße zum Batur.
Gegen Abend suche ich ein Losmen in Kintamani. 

17.01.1990

Fahrt am alten Kraterrand entlang. Batur, Kalanganyar, Penelokan. Runter zum See. Hot Springs, damals noch ein Badeplatz für Einheimische ohne jede touristische Nutzung. Ich suche lange nach einem Losmen, das mir gefällt und lande schließlich im “Siki Inn”. 6 DM, inklusive Frühstück und Mandi außerhalb. Ich mache eine Wanderung in Richtung Gipfel. Allerdings komme ich im letzten Anstieg in den Nebel und kehre wieder um. 

Mit dem Auto die Straßen hier abzufahren, ist irre. Sie wurden einfach auf die Lava aufgeteert – ein wüstes Gewimmel von dreidimensionaler Achterbahn. Besonders nachts, wenn die Scheinwerfer in den Himmel stechen und erst im letzten Moment zeigen, wo die Straße nach der Kuppe weiterführt.

18.01.1990

Ich lasse mich mit dem Boot über den See nach Trunyan fahren, ein Bali aga Dorf, das brühmt ist für seine Begräbnis-Riten: Die Toten werden offen auf der Erde in dachartigen Abdeckungen aus lockeren Zweigen verwesen lassen. 




Weiterfahrt nach Kayubiki zu einem großen Tempelfest. Weiter über Gianyar und Batubulan. Von da in Richtung Küste. In Baturaji finde ich  den schönen Tempel “Pelinggils Sunia Loka”. In Ketewel komme ich zu einer Art Jahrmarktsrummel mit Hahnenkampf. 

Zwei Besitzer mit den beiden Kontrahenten (in der Hocke) und ein Schiedsrichter mit einem Bündel Geldscheine

Der Tempel von heute:


   
Am Tempeleingang die beiden Wächterinnen als Symbole für Leben und Tod

19.01.1990

Ich fahre nach Denpasar und checke meine Optionen für eine Verlängerung des Visums bzw. für eine Aus- und Wiedereinreise, finde aber nur die Option nach Singapur als zeitsparende Möglichkeit. Dann nehme ich die Straße nach Candidasa und mache einen Stop bei der Goa Lawah.

Vor den Schreinen im Höhlenportal wird immer gebetet

Um die Hangplätze in der Höhle wird so erbittert gestritten, dass viele Fledermäuse an der Felswand im Freien hängen müssen.

In der Dämmerung abends fliegen die Fledermäuse zur Nahrungssuche aus

Am Abend checke ich im AGUNG in einen großen Bungalow ein. 8000 Rupia – 8 DM mit Frühstück. 

20.01.1990

Es schüttet. Ich gebe den Kübel zurück und verhandle für ein neues Fahrzeug. Ich will tauchen gehen und suche nach Tauchplätzen und Ausrüstung.
Ansonsten ist das ein Ruhetag mit Tagebuch und Briefeaktion.
Wir sind in der Zeit, bevor es Mails und Blogs gab. Alles lief noch analog.

Briefe wurden tatsächlich noch von Hand geschrieben, kopiert und per Post rund um den Erdball versendet.

Ich war auf BALI. Also – es gab nicht nur Spanferkel, sondern auch völlig legal Alkohol. Was man kennenlernen muss:




Am Abend gehe ich wieder essen. Ich finde wieder Personen, denen ich auf der Backpacker-Route inzwischen schon bis zu 5 Mal an verschiedenen Orten auf Java und Bali begegnet sind. Die Traveller-Routen funktionieren bestens. Es gibt die Reiseführer für Traveller, die Gästebücher in den Losmen und die Mundpropaganda, die dafür sorgt, dass die besten Tipps immer weiter die Runde machen.

Da ich mit mehreren Backpackern bis nach Mitternacht sitze, haben die Wirtsleute das Licht ausgemacht, uns eine Petroleumlampe hingestellt und sind gegangen. So einfach ist das.

21.01.1990

Ich bekomme einen knallgelben Suzuki, nehme noch zwei Traveller mit und heize nach Denpasar und Kuta. 
Auf der Rückfahrt über Sanur komme ich an einer Bestattung vorbei. Die Toten werden hier traditionell verbrannt. Andere Bestattungsriten gibt es in den Bali aga Dörfern. 


Der Scheiterhaufen ist fast niedergebrannt, es gibt einen Hochsitz für den Schamanen und seine Assistentin, Opferplatz und Gamelan-Orchester mit 15-20 Mann unter einem Zeltdach. Alle sind sehr locker, unterhalten sich, rauchen, lachen – keine Trauer oder Lamentieren. Nach dem Niederbrennen werden die Holzstücke aus der Glut geholt und gelöscht. Danach stürmt die Gesellschaft die Brandstätte. Sie schöpfen Asche in Körbchen und jubeln immer wieder. Dem Toten wurden alte holländische Sibermünzen mitgegeben, die nun wieder gefunden werden. Danach erst beginnt die Zeremonie des Schamanen.

Ich fahre bei sindflutartigem Tropenregen nach Tenganan, einem Bali aga Dorf.

22.01.1990

Früh raus, alles packen, Auto holen, Tauchausrüstung abholen – und ab auf die Straße über Karangasem und Kubutambahan am Gunung Agung vorbei nach Tulamben. Dort habe ich detaillierte Beschreibungen, wo das Wrack liegt, zu dem ich tauchen will. Es befindet sich rund 50m vom Strand weg in einer Tiefe von 5 bis 30 Metern. 

Nach dem Tauchgang donnere ich wieder in 45 Minuten nach Candidasa zurück. Tauchausrüstung abgeben, fertig packen. Der Autoverleiher fährt mich nach Padang Bai zur Fähre nach Lombok. Vier Stunden Überfahrt kosten 3,70 DM für Erwachsene. 
Da wir viele Traveller sind, chartern wir gemeinsam ein Bemo nach Sengigi.
Eigener Bungalow am Hang mit zwei Doppelbetten und Terrasse, Mandi außerhalb – 6 DM.



23.01.1990

Überfahrt zu den Gilis. 
Auf Gili Trawangan bekomme ich für 12 DM/Tag einen eigenen Holz-Bungalow am Strand mit eigenem gekachelten Mandi – und VOLLPENSION für 3 Personen! Schon das Abendessen am ersten Abend überzeugt.

Hier ist noch alles improvisiert und aus Holz. Keine Straßen, kein Steinhaus, nichts – außer den Holzbungalows und den Vorsorgungen dazu. Alles muss per Boot von Lombok hergebracht werden.
Ich habe mir die Gilis von heute auf google maps angesehen – NEIN, da will ich nie mehr hin!
Ich möchte mir die herrlichen Tage von damals rund um meinen Geburtstag nicht nachträglich versauen…

Ich will noch nicht einmal ein Foto des heutigen Zustandes sehen….

So sah das damals aus:


Blick von der höchsten Stelle auf Gili Trawangan über Gili Meno und Gili Air nach Lombok. Alles grün – bis auf die Holz-Hütten am Strand.


Gili Trawangan von Südost aus gesehen – 1990!

24.01.1990

Erste Schnorchelgänge. Viel gutes Essen und Seele baumeln lassen.
Wir entscheiden uns spontan, bis nach meinem Geburtstag hier zu bleiben und dafür nicht mit dem Schiff, sondern mit dem Flugzeug Indonesien zu verlassen. Das ist ein verdammt guter Ort, um eine gute Woche zu bleiben.


Ein kleines Kugelfischchen beim kurzen vorsichtigen Luftschnappen


Wenn diese Mördermuschel mehr als 50kg Gewicht hat, solltest Du ihr keine Chance lassen, Dich am Fuß festzuhalten


Ein traditionelles Auslegerboot der lokalen Fischer

25.01. – 02.02.1990

Ich unterrichte auch Ethik. Aber ich bin alles Andere als esoterisch. Im Grund bin ich kritisch bis skeptisch. Allem, was mit Übersinnlichem zu tun hat, begegne ich mit kritischer Distanz.
Klar, mir fehlte noch eine Erfahrung…



Ein Omelett mit 30 Psylocibinen für 2,50 DM garantieren einen satten 24-Stunden-Trip, nach dem die Welt anders aussieht.
Seither weiß ich, warum es Schamanen, Druiden und Medizinmänner gibt, dass Elfen real sein können und dass vieles, was wir uns nicht vorstellen können, tatsächlich funktioniert.
Es fehlte mir noch an Erfahrungsschatz.
Als ich morgens um 6 Uhr aus der Hütte ging – die ganze Nacht ohne Schlaf – und den Strand bei Ebbe erlebte, was in der Woche davor tagsüber nie der Fall war, griff ich mit der Hand in den Sand, weil ich NICHTS mehr traute.
Mein Schädel fühlte sich im Stirnbereich beim Drüberstreichen mit der Hand wie eine afrikanische polierte Holzfigur an. 

Ich möchte diese Erfahrung nicht missen – sie blieb trotzdem einzig … und war wirklich wichtig. Gerade für einen Skeptiker wie mich.

Wenn man bedenkt, dass in Indonesien auf Drogendelikte auch die Todesstrafe stehen kann, war diese Schilderung natürlich Phantasie – ausgelöst durch einen tropischen Inseltraum…

Irgendwann ist jeder Quadratmeter Schnorchelfläche bekannt, die Insel birgt keine Geheimnisse mehr und das Super-Essen ist am Ende doch fast nur nasi campur.
Es wird Zeit, weiterzukommen und nach 2 Monaten Indonesien zu verlassen, um möglichst schnell wieder reinzukommen…

03.02.1990

Boot nach Bangsal auf Lombok. Von dort nach Lembar zur Fähre.
In Padang Bai finde ich ein Losmen und schlafe dort.

04.02.1990

Über Batu Bulan nach Sanur und Kreneng.
Dort auf den Pasar Malam, den Nachtmarkt. Ich erstehe dort 2 große Messer, die ich heute noch habe, für je 10 DM.

05.02.1990

Geld tauschen, Pakete nach Hause senden, mich im Krankenhaus verarzten lassen. Sommergrippe.
Ich checke die Fluggesellschaften und finde am 11.02. einen Flug für 90 DM mit der Malaysian Airlines nach Kuala Lumpur.

06.02.1990

Ich besorge in Kereneng die Fahrkarten nach Surabaya. 
Bus zur Fähre, Fähre nach Java, Bus zum Zug, Nachtzug nach Surabaya.
Um 4.30 Uhr komme ich an und kaufe gleich Tickets nach Yogya. Eine Stunde später fahre ich bei Sonnenaufgang in Richtung Yogya.

07.02.1990

Um 11.15 Uhr läuft der Zug in Yogya ein. Durch den Gang II zum Indonesia, wo “mein” Zimmer gerade wieder frei geworden ist.
Abends kommen die Höfos aus Yogya und wir vereinbaren eine Höhlentour in der Seropan zur Vermessung.

08.02.1990

Wir machen eine Tour zu zweit, um die neu entdeckten Teile möglichst weit zu vermessen.
Mit Didik per Motorrad zum Gebäude der Höfos, Ausrüstung holen. Dann mit dem Bemo über Wonosari zur Gua Seropan.
Diese führt mehr Wasser und ist jetzt schon im Zugang eine richtige Wasserhöhle. Das ist besser als hüfttiefer Lehm!


Didik ist der erste indonesische Höfo, der diese Siphone freitauchend packt.
Am inneren Spit des letzten Seils beginnen wir zu vermessen.
Wir üben einen workflow ein und schaffen in 3 Stunden über 400 m Messzuglänge und mit Skizzieren. Mit MP 26 hören wir am Beginn des 3. Versturzes nach den Siphonen auf. Wir müssen das letzte Bemo noch bekommen, was nicht funktioniert. Ich komme erst um 22 Uhr im Indonesia an. Duschen, essen – es gab ja den ganzen Tag nichts und wir waren heftig am Arbeiten.

09.02.1990

Am übernächsten Tag geht der Flug von Jakarta nach Kuala Lumpur. Es wird also Zeit, mich die 800 km nach Jakarta auf den Weg zu machen.
Einkaufen, Gespräche, Essen.
Um 19.30 Uhr geht der Nachtzug nach Jakarta.

10.02.1990

Um 7.50 Uhr laufe ich in der Gambir Station in Jakarta ein.
Ich habe die Ruhe, noch einmal mit dem Zug nach Bogor zu fahren.
Was nach der Rückfahrt bei der Gambir Station passiert, ist ein Spezial-Krimi der besonderen Art.
Ich wurde von einem jungen Indonesier angegriffen. Er hatte Multifunktionswerkzeug, eine Art präparierten Schraubendreher, der als Einbruchswerkzeug für Autos, aber auch als Stichwaffe diente. In diesem Moment der Konfrontaion kamen einige junge Indonesier hinzu, die das Ganze beobachtet hatten. Sie stellten den Angreifer von hinten und brachten ihn auf den Gehsteig. Dort machten sie ihn soweit fertig, dass er sich sicher nicht mehr wehren wollte oder konnte. Als sie mit brennenden Zigaretten in sein Gesicht wollten, stoppte ich den Spuk und erklärte, dass ich mit ihm zur Polizei wollte. Hätte ich gewusst, was danach kam, hätte ich mir das nochmals gründlich überlegt.

Die Polizisten waren mit Schlagstöcken ausgestattet. Der Boss trug einen Trommelrevolver im Hosengürtel. Der Angreifer wurde geschlagen und vor dem ebenerdigen Gebäude auf den Boden gesetzt. Ich wurde ins Gebäude geführt. Nach meiner Schilderung wurde mir der Stock gereicht. “You wanna beat him?” Als ich verneinte, zog der Polizist seine Waffe, drehte die Trommel durch, reichte sie mir am Lauf: “You wanna shoot him?”
Nach zwei weiteren Polizeistationen – immer höher im Rang – landeten wir schließlich nachts im zentralen Kriminalkommissariat. Auf meinen Hinweis, dass der Beschuldigte einen Arzt brauchen würde, weil er sichtbar wohl einen Jochbeinbruch hatte, kam die abfällige Bemerkung: “Tomorrow he is dead!”
Ich bin davon überzeugt, dass diese Ansage korrekt war.

Einerseits konnte ich mir zeigen, dass ich vorbereitet war und dass ich meiner Verantwortung gerecht werden konnte.
Andererseits muss natürlich auch gefragt werden, ob eine drohende verkappte Todesstrafe angemessen war?

Im Rückblick muss ich sagen, dass dies er einzige Angriff war, den ich bei meinen vielen Reisen je erleben musste. Ich war immer vorbereitet. Mein Expeditionsbus war in dieser Hinsicht komplett durchgeplant. Das Bargeld war in einer Kasse in einem schwer zugänglichen Versteck. Dass aber die wirklichen Bargeldvorräte und die Kopien aller Ausweise in einer weiteren Kasse darunter untergebracht waren, war die eigentliche Versicherung. Was noch alles dabei war, darf ich gar nicht publizieren.
Der Fahrersitz war mit Bewaffnung ausgestattet: Rechts am Sitz ein Messer, hinter dem Sitz an der Wand eine Machete und ein handliches Beil in Klemmhalterungen. 
Ich hatte nicht nur einen Gitterschutz für die Winschutzscheibe, sondern Janis, mein Schäferhundmischling, schon als sehr junger Welpe von mir erzogen und auf mich fixiert, waren eine gute Versicherung.
Und alles wurde bei rund 100.000 km Reisen über Jahre hinweg nie wirklich als Notfallversicherung gebraucht.
Dieser doch eher harmlose Angriff in Jakarta war das Einzige, was ich erleben musste – was für den Angreifer aber wohl tödlich endete.

Nach dieser völlig unvermuteten Aktion musste ich noch packen. Um 4 Uhr kam ich für 3,5 Stunden zum ersten Mal nach 45 Stunden wieder dazu, in einem Bett zu schlafen. Das sind die Durststrecken, die man als Backpacker ebenfalls durchhalten muss. Keine vorgebuchte Hotel-Annehmlichkeit. 

11.02.1990

Ich musste nochmals zum Kriminalhauptkommissriat, um Formalitäten zu erledigen. Der Beschuldigte lag immer noch unversorgt auf dem Boden. Dann mit dem Linienbus zum Flughafen.
Im Immigration-office ein kritischer Blick – Einreise 11.12., Ausreise 11.02. – Stempel, alles OK.

Erst nach dem Abheben geht der Spuk der letzten 2-3 Tage langsam zuende. Das Essen schmeckt. 
Ich zitiere aus meinem Tagebuch:
“Ich leiste mir 3 Rotwein und einen Scotch und fliege nach der Landung weiter.”

Mit dem Bus fahre ich gleich in die Chinatown in Kuala Lumpur, wo ich im Colonial Hotel ein Zimmer für 14 DM/Nacht finden.
Danach ein erster Bummel durch Chinatown.

Ich bin in einer anderen Welt gelandet.
Was sofort auffällt, ist das Gemisch von Völkern und Kulturen. Kuala Lumpur ist wohl die multikulturellste Stadt der Welt.
Am Zeitungsstand gibt es nicht nur mehrere Sprachen – nein, MEHRERE SCHRIFTEN! Genauso auf den Verkehrsschildern.

Und natürlich die Menschen und ihre Kleidungen.
Hinzu kommt die Architektonik der Stadt. Allein schon der Hauptbahnhof ist eher ein Palast aus 1001 Nacht als ein Funktionsbau. 

Nach dem Essen falle ich ins Bett und schlafe zum ersten Mal nach 3 Tagen wieder tief und fest durch.

12.02.1990

Ich checke die Reisemöglichkeiten hier. Ich interessiere mich natürlich für die Batu-Höhlen. Und dann die Rückreise nach Indonesien. Alle Fähren aus Malaysia nach Indonesien sind ausgebucht. Eine Alternative wäre die Weiterreise nach Singapur und von dort aus nach Indonesien.

Wer sich in Bahasa Indonesia eingefühlt hat, der kommt auch ich Malaysia sprachlich durch – wobei natürlich Englisch die Brückensprache in diesem Gemisch der Kulturen darstellt.

13.02.1990

Frühstück in der Bäckerei um die Ecke. Geld tauschen in der Bank ist schlecht – mieser Kurs und viel umständlicher Zirkus mit Pass, etc. Beim Money changer nebenan geht das bedeutend eleganter.

Ich nehme den Bus zu den Batu Caves (Mercedes 309).
Schnell habe ich verstanden:
Ich komme 2 Tage zu spät!
Damit habe ich das größte hinduistische Festevent der Welt verpasst.













Es ist ärgerlich, 2 Tage zu spät zu sein.
Trotzdem ist die Höhle und der Ort insgesamt die Anreise wert.

Zurück in Kuala Lumpur treffe ich Traveller, die ich schon aus Yogya kenne und welche, die ich auf Gili Trawangan kennenlernte. Wie klein ist doch SO-Asien und wie eng sind die Traveller-Routen…
Ich entschließe mich noch, ins Kino zugehen: Back to the future II, englisch mit malayischen und chinesischen Untertiteln. Köstlich!

14.02.1990

Ich fahre mit dem Bus nach Malakka. Die Strecke führt durch viele Ölpalmfelder. In Malakka finde ich das uns empfohlene Kancil. Gut und günstig. 15 DM/Nacht. Den Abend verbringe ich beim chinesischen Koch, esse fürstlich und habe danach insgesamt 6 DM ausgegeben.

15.02.1990

Ich miete ein Fahrrad, um die Stadt zu erkunden. Einkaufen und Moscheebesuch. 

Dann gehe ich ins Schwimmbad. 
Nach einem Essen beim Chinesen fahre ich zum Hügel “Bukit China”. Gräber, Jogger, Ausblick, Eidechsen.

Über Chinatown fahre ich mit den Rad wieder zurück ins Kancil. 

16.02.1990

Busticket nach Singapur kaufen, 55 Seiten aktuelle Travellerinfos aus dem Gästebuch im Kancil kopieren und ab wieder ins Schwimmbad. 

17.02.1990

Mit dem Expressbus nach Singapur. Dort sind die typischen Travellerunterkünfte total überbelegt. Ich bekomme nur noch Platz mit vielen anderen auf Matratzen auf dem Flur. Ich fahre zum Finger Pier und checke die Überfahrtmöglichkeiten nach Indonesien. Keine Vorbestellung nötig, einfach eine Stunde vorher dasein. Das ist eine Ansage. Ich habe keinen Bock auf ein überfülltes Singapur. Da sind wir von Indonesien verwöhnt.

18.02.1990

Finger Peer. Mit dem Express-Katamaran nach Batam. 

Von dort nehme ich einen schmalen, langen, aber schweren Holzkahn, in den 15 Personen reinpassen. Innenbord-Diesel. Vor der Abfahrt wird über uns komplett mit Planen zugemacht. Und dann erleben wir, warum. Der Diesel röhrt los und wir pflügen durchs Wasser, die Bugwellen über uns. Nach einer guten Stunde Fahrt landen wir in Tanjung Pinang. 

Ich habe hier 2 Tage Zeit. Das ist zu wenig für das, was hier geboten wird. Viele Holzhäuser stehen auf Holzplattformen über dem Meer. Man muss schon aufpassen, um nicht durchzubrechen.
Abends gehören die Straßen den Kochkünstlern. Jeder Koch hat mindestens einen fauchenden großen Gasbrenner und ein Holzfeuer, um den Reis warm zu halten. Es gibt Seafood in allen Variationen. Die Köche sind virtuose Hexenmeister. Ich kann beobachten, wie einé Gruppe von 9 Chinesen wohl einen Monatslohn verjubelt. Zu reichlich Bier gibts Meeresschnecken und Muscheln, immer mit Gemüsen und Gewürzen und Soßen, Prawns, Fisch, Krebse mit Ei und Nudeln (die Krebse kunstvoll gemacht, zuerst geteilt, ausgenommen, geknackt, besonders den Kaviar drin gelassen, in Öl schwimmend angegart, mit Gemüse und Gewürzen gebraten oder gedünstet, Ei dazu, dann Nudeln) und weitere Gerichte.
Ich bescheide mich mit Nudeln, Ei und Prawns. 
Hier ein paar Tage von Seafood leben ist ein Traum.

19.02.1990

Sightseeing, Einkauf der Tickets für die morgige Überfahrt nach Sumatra, Bootsfahrt nach Senggarang. Abens auf den Pasar Malam, den Nachtmarkt – natürlich zum Essen.

20.+21.02.1990

Um 13 Uhr kommt endlich der Kahn. “Santiago” sein klingender Name. Das ist aber auch schon alles. Der Rest ist riskantes Abenteuer pur. Ein echter Seelenverkäufer. Ein Haufen alter Planken und Bretter mit etwas rostigem Eisen dazwischen. Keine Rettungsboote, -ringe oder -westen. Absolut NICHTS, was einer Art von Sicherheit dienen könnte. Keine Verpflegung für 3 Tage und zwei Nächte, kein Tisch, kein Stuhl. Alles, was gebraucht wird, muss mitgebracht werden. “Deck” gibts nur auf dem Dach der Steuerkabine, die auch nur eine Holzkiste ist mit Dachpappe drüber. Innen ist alles nur eng. Die “Kabinen” sind zwei Räume, vollgestellt mit hölzernen Stockbetten, jedes so lang, dass ich gerade reinpasse und süostasiatische Normarschbreite. Die Gänge dazwischen so eng, dass ich nur mit verdrehtem Oberkörper durchkomme. Aneinander vorbeigehen ist unmöglich. Im Notfall ist das eine Mausefalle. Man muss also IMMER auf ALLES gefasst und vorbereitet sein. “Deckklasse” bedeutet, im Raum darunter auf dem Boden pennen, 60cm hoch zwischen “Kabinen” und “Laderaum”. Nach europäischen Verhältnissen einfach nur kriminell. Wir ahnen, wie wichtig hier die Versicherungsbelege sind.
Interessant ist, dass beim Boarding die Tickets getauscht werden, weil der Kahn ein anderer ist als ursprünglich geplant. Dasselbe wiederholt sich am nächsten Tag an Bord nochmals. Ich ahne, dass dies Taktik ist, mache die Versicherungsbelege ab und verwahre sie gut.
Einzige Technik an Bord: Zwei schwere Schiffsdiesel (einer läuft, am anderen wird immer geschraubt) und eine Autohupe als Signal zwischen Steuerkabine und “Maschinenraum”. Kein Radar, kein Funk, kein Echolot. Kein Wunder, dass der Kahn beim ersten Zwischenhalt in Selatpanjang im Schlamm festfährt.

Ich lasse mir den Spaß nicht verderben und wir sind eine muntere Clique auf dem Dach der Steuerkabine.

22.02.1990

Wir fahren auf Sumatra den Fluss Siak hoch. Das ist der interessanteste Teil unserer Fahrt. Es gibt immer viel zu sehen, weil das Ufer oft nur 10m weit weg ist.

Ankunft am Anlegesteg, der zu Pekanbaru auf Sumatra gehört.

Ich suche gleich eine Möglichkeit, mit dem Bus weiterzukommen, was auch funktioniert. Die Fahrt geht nach Bukittinggi.

Zunächst im Tal den Fluss entlang nach Bangkinang. Bald darauf in die Berge. In Rangkalankotabaru Essenspause. Kurz nach 18 Uhr komme ich in Bukittinggi an. Im “Wisma Bukittinggi” bekomme ich ein Zimmer für 5 DM/Nacht. Und im “Canyon Coffee Shop” bekomme ich ein Essen, das den zweiten Platz nach dem N.N. in Yogya von mir zugewiesen bekommt. 
Heute habe ich zum ersten Mal wieder ein richtiges Bett und auf über 900m Seehöhe auch angenehme Temperaturen. Ich schlafe super.

23.02.1990

Heute fallen zwei wichtige Entscheidungen:
Ich beschließe, für morgen die Minangkabau-Tour zu buchen. Außerdem buchen ich für den 28.02. den Bus – 34 Stunden nach Jakarta, über 1200 km. 
Der Zoo ist eine frustrierende Erfahrung.


Auf einer Insel, wo es noch Nashörner gibt, geizen auch die Käfer nicht

24.02.1990

Ich habe mit ingesamt 20 Personen (in zwei Bemos) die geführte MINANGKABAU-Tour gebucht. Wir fahren über Baso und Tabek Patah. Wir lernen Pflanzen kennen: Lemon Gras, Kakaosträucher, Zimtsträucher (mit grünen und nach oben roten Blättern), Pomelo-Baum, Susak. Wir wandern durch ein Dorf mit Kaffeemühlen, die mit Wasserkraft betrieben werden. Dann kommen wir ins Zentrum der Minangkabau-Kultur: Batu Sangkar. Versammlungshäuser, Prunkhäuser, normale Wohnhäuser – alle in traditioneller Holzbautechnik. Typisch sind die an den Giebeln spitz hochgezogenen Dächer, an die Hörner von Stieren erinnernd. Die Kultur basiert auf dem Prinzip der matrilinearen Erbfolge, was bedeutet, dass Haus und Grundbesitz den Frauen gehört. Ein Junge muss, sobald er geschlechtsreif wird, in einem separaten Männerhaus wohnen und hat erst wieder das Recht, in einem Familien-Haus zu wohnen, wenn er heiratet. 
Wir fahren am Singkarak-See entlang, ein Kratersee mit 9-21 km Größe. Danach Kota Baru. 




Den Abschluss bildet ein Büffelkampf in Batagak. 
Hunderte von Männern und drei mächtige Büffel mit ihren Besitzern. Die Atmosphäre ist greifbar. 

Der erste Kampf zeigt, worauf es ankommt. Die Büffel wollen sich nicht mit den Hörnern verletzen. Sie knallen die Schädel aneinander, Gesichter auf dem Boden, Schnauzen am Boden zurück. Es geht darum, den anderen vom Platz zu drücken. Das ist oft sehr statisch und mit wenig Bewegung. Aber die eingesetzte Kraft gibt die Illusion, dass der Boden bebt. Manchmal stürmt der unterlegene Stier vom Platz. Dann kann es gefährlich werden. Es ist schon passiert, dass dabei ein Mensch getötet wurde. Das unterscheidet den Bullenkampf auf Sumatra vom Stierkampf in Spanien. 



25.02.1990

Gemütlicher Tag mit anderen Travellern in Restaurants.

26.02.1990

Ausflug per Bus zum See Maninjau. Ich bin erkältet und kann den Tag nicht genießen.

27.02.1990

Letzter Tag ohne Transport. Diesen Tag müssen wir nutzen, um die Höhle Desa Durian in Kamang zu sehen.
Diese war schon benutzt und ist mit vielen Einbauten und Inschriften versehen. Eine Schrecksekunde bescheren die plötzlich im Taschenlampenkegel auftauchenden lebensgroßen Figuren, die an Personen erinnern, die in der Höhle während Unruhen überleben konnten. 





Nach einer ausgiebigen Tour gehen wir zum Dorf, waschen uns und essen etwas. Rückfahrt nach BT.

28.02.1990

Die Busfahrt beginnt am frühen Nachmittag.

Ich genieße die lange Fahrt quer durch Ost-Sumatra. 

01.03.1990

Gegen 21 Uhr bin ich an der Fähre nach Java.

02.03.1990

Gegen 7 Uhr kommen wir in Jakarta an.
Reconfirm bei Saudia.
Im Jusran bekomme ich wieder ein Zimmer.

03.03.1990

Großer Einkaufstag!

04.03.1990

Ausschlafen, zuhause anrufen, gut essen. 
Schwimmbad, Vergnügungspark.

05.03.1990

Abflugtag. 17.30 Uhr Start in eine lange Nacht.

06.03.1990

6.30 Uhr Landung in Frankfurt.
10 Uhr zuhause.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Griechenland S Speläologie

Tripa Germanica

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Musikszene

Legendäres Festival von Fritz Rau in Saarbrücken (und Ulm)

Fritz Rau im Beitragsbild im Gespräch mit Alvin Lee, Ten Years After, 1978 als Ten Years Later

SUMMERTIME OPEN AIR FESTIVAL

im Ludwigsparkstadion bei der Saarlandhalle in Saarbrücken

mit

Genesis (Phil Collins als Sänger)
Brand X (Phil Collins als drummer)
John McLaughlin (One Truth Band)
Alvin Lee (Ten Years After, hier mit Ten Years Later)
Scorpions
Joan Baez
Frank Zappa

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Titelseite der Broschüre zum Festival

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Mein Presse-Ticket kam direkt von Fritz Rau (siehe seine Unterschrift)

Ein eintägiges Festival mit so potenter Besetzung blieb einzigartig.
Das war nur möglich, weil Fritz Rau dies organisierte und weil die Musik-Stars ihm freundschaftlich verbunden waren und ihm vertrauten.
Für jede Band gab es im Backstage-Bereich einen Wohnwagen – natürlich mit den Lieblingsgetränken der Stars im Kühlschrank. Und es gab ein großes Zelt mit Catering und Billiard-Tisch. Außerdem gab es eine Tischtennisplatte. Weil das Wetter passte, war alles perfekt.

John McLaughlin beim Tischtennisspiel. Fritz Rau im Hintergrund
John McLaughlin beim Tischtennisspiel. Fritz Rau im Hintergrund

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Joan Baez begrüßt Fritz Rau bei der Ankunft

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Bühnenbautechnik von 1978: Baugerüste und Bauholz

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Publikum 1978

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Eines der kleinen Fotos anklicken, um die volle Größe zu sehen.

Nach der Auflösung von “Ten Years After” spielte Alvin Lee mit wechselnden Besetzungen und fand in “Ten Years Later” wieder eine beständigere Lösung.

(Eines der nächsten Fotos anklicken, um die Diashow zu starten)

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Fritz Rau mit Alvin Lee völlig entspannt mitten während dem Festival-Getümmel

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Heute Welt-Super-Stars wohl nicht mehr zumutbar, aber damals die typische Fritz’sche Lösung:
Jede Gruppe hatte ihren Caravan, in dem natürlich der Kühlschrank mit den Lieblingsgetränken bestückt war.

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John McLaughlin und die One Truth Band

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John McLaughlin beim Tischtennis – Fritz Rau im Hintergrund

SCORPIONS


Vinnie Calaijuta (drummer der Zappa-Band) und Daryl Stürmer (git bei Genesis)

BRAND X

Phil Collins war zunächst Schlagzeuger von Genesis. Neben dieser Band spielte er in einer mehr jazzorientierten Gruppe drums – Brand X.

JOAN BAEZ

Es ist eine irre Situation:
Da spielt die absolute Weltspitze von internationalen Musikern in exzellenten aufwändigen Ensembles auf einer Bühne – eine Kombination, die es vorher nie gab.
Und dann wird die Bühne mit einem schwarzen Vorhang geschlossen und davor steht eine einzelne Frau mit einer akustischen Gitarre – eine bessere “Wanderklampfe”. Und sie hat dasselbe Publikum und schafft denselben Level an Fazination.

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Griechenland R Reisen

Kitries 1975

Nachdem wir im Jahr zuvor Kitries für uns entdeckt hatten, war klar, wo wir als tauchende Gruppe die Sommerferien verbringen werden.
Neben Claudi und mir waren da Olli und Thomas und die Familie Eisele (Rolf war auch beim DLRG Karlsruhe).

Unser Zeltplatz war traumhaft:
Direkt am Meer auf einer ebenen Geländestufe mit einer schrägen Platte, die direkt ins Meer führt – optimal, um mit Tauchausrüstung ins Wasser zu gehen oder um ein Boot anzulanden. Die Geländestufe war eben groß genug, um unsere Zelte und den Platz für den Kompressor aufzunehmen.

Vom kleinen Hafen geht der kurze Fußweg durch eine kleine Bucht zu unserem Zeltplatz, gerade weit genug weg, um für uns allein zu sein, und nahe genug, um schnell in einem Kaphenion zu sein.

Das folgende Foto dürfte für Kitries-Fans spannend sein. Der Ausbau zum Touri-Ziel – zumindest für Einheimische – hatte damals noch nicht begonnen und Kitries war noch das Fischerdorf, das es Jahrhunderte lang war.

1821 wurde dieses Dorf berühmt: Im kleinen Hafen landeten die Anführer des ersten siegreichen Befreiungskampfes der Griechen gegen die Türken, der über dem Dorf an einem kleinen Pass des Verbindungsweges zwischen den beiden Dörfer Doli und Kalianega stattfand. Doli war deshalb von Bedeutung, weil es dort eine gute Schule gab, die dafür sorgte, dass Schüler dieser Schule in der türkischen Administration in Athen beschäftigt waren. Das Dorf kannte also schon im 18 Jh. Staatsbesucher aus dem Ausland.

Mit dem Auto landete man den steilen Weg hinunter direkt auf dem kleinen Platz am Hafen.

Die Häuser ganz vorne am Wasser waren die drei Tavernen von Mimis, Vasilis und Dimitri. Das Foto zeigt Dimitri Gaitanaros – dahinter das Haus von Maria, die für ihr gutes Essen bekannt war und bei der man auch ein Zimmer bekommen konnte.

Auch hier, weit weg von jedem bekannten Ausgrabungsort, gab es Amphoren zu finden:

Natürlich waren wir zum Tauchen gekommen…

1975 saß dort noch in jedem Loch ein Zackenbarsch (rufos), ein Oktopus oder eine Muräne.

Und natürlich kam der jugendliche Übermut nicht zu kurz: Hier beim experimentellen Berechnen der Flugbahn – wird sie auch im Wasser landen?

Nach dem ersten Besuch in Finikus landen wir diesmal wieder zu einem üppigen Mahl mit viel Retsina und Ouzo bei Thomaras:

Im Jahr zuvor:

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Griechenland R Reisen

Kalamata 1974

In den Sommerferien 1974 fuhren wir zum ersten Mal mit dem Auto nach Griechenland. Unser kleiner Peugeot 5-Türer hatte außer komplettem Campingequipment noch Tauchausrüstung und ein Wiking-Schlauchboot mit Außenborder geladen.

Jugoslawien mit der damals brutalen Fernverkehrsstrecke Zagreb – Belgrad in übelster Landstraßenqualität mussten einfach mmöglichst ohne Übernachtung abgehakt werden.

Unser erstes wirkliches Ziel war dann die Akropolis.

Beim Kap Sounion ließen wir zum ersten Mal das Boot zu Wasser.

Überall auf dem Meeresgrund lagen Amphorenscherben

Und dann kam der 20.07.1974

Ich zitiere aus meinem Tagebuch:

Wir übernachten auf einem Campingplatz, der fast nur von Griechen genutzt wird zwischen Piräus und Korinth. Ich stehe früh am Morgen auf und versuche, mit meinem großen Grundig Satellit einen deutschsprachigen Sender zu finden. Über einen Schweizer Sender erfahre ich, dass die türkische Armee auf Cypern einmarschiert ist und dass Griechenland und die Türkei wechselseitig den Krieg erklärt haben. Auf allen griechischen Sendern kommt nur noch Marschmusik. Wir unterrichten die Griechen auf dem Zeltplatz, die sich gegenseitig informieren, ihre Rundfunkgeräte anmachen und die von Marschmusik begleiteten Nachrichten hören. Leute rufen, rotten sich zusammen, Frauen weinen. Dieser Aufruhr dauert bis nach Mittag. Schnell ist klar: Benzin und Milch ist für die Armee rekrutiert und – wenn überhaupt – nur noch in kleinen Mengen zu erhalten. Die Tankstellen nehmen keine Benzingutscheine mehr an. Alle Männer im wehrpflichtigen Alter werden eingezogen und müssen nach Athen. Die Armee marschiert auf die türkische Grenze zu. Es gibt erste Kämpfe und Verlustmeldungen. Die Banken sind zu. Es wird befürchtet, dass die Grundnahrungsmittel knapp werden. Die Griechen auf dem Zeltplatz sind verzweifelt und schimpfen über die Scheiß-Regierung, die sich Democratia nennt, die keiner gerufen hat und keiner haben will und die ihnen  jetzt noch das eingebrockt hat. Oben auf der Schnellstraße fahren Panzerkolonnen.

Wir bleiben noch zwei Tage auf dem Campingplatz, um die Entwicklung abzuwarten, bevor wir weiter auf den Peloponnes fahren. Am 23.07.1974 tritt die Regierung zurück. Es wird überall gefeiert. Auch wir feiern mit den Griechen auf dem Zeltplatz.

Am 24.07.1974 machen wir eine erste Rundfahrt auf dem Peloponnes: Isthmus, Alt-Korinth, Mykene, Agamemnontempel, Tiryns.

Olympia:

Am 28.07.1974 in einer Taverne in Finike an der Südwestspitze des Peloponnes:

Am 03.08.1974 landen wir in Kitries, einem kleinen Fischerhafen, 11 km von Kalamata, am Ende der Küstenstraße auf die Mani. Damit hatten wir unser Ziel für die nächsten Jahre.

Damals war das Meer noch voller Leben. Den Fischern ging es gut und der Tourismus war eine willkommene Zugabe – was sich in den kommenden 10 Jahren aber dramatisch ändern sollte. 1974 das Essen aus dem Meer zu holen, war eine planbare Aktion.

Damals gab es auch noch seltenere Meerestiere zu sehen:

Am 16.08.1974 nehmen wir die Fähre von Patras nach Brindisi.

Übermütig zu sein war gegen Ende einer solchen Fahrt von 6 Wochen in Neapel eine natürliche Äußerung:

   

Ankunft zuhause in Rotenfels am 23.08.1974:

 

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Historische Gruppenfotos Ortsgeschichte

Einweihung des Baumstark-Weges – Dezember 1953

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Fotograf: Paul Weber, Rotenfels

Foto beim Heimatverein Bad Rotenfels

 

Von links nach rechts:

 

Emil Buchs sen., Rathausstr.

Franz Stahlberger, Eichelbergstr.

Lorenz Riedinger, Eichelbergstr., gegenüber Liedtke

Ludwig Riedinger, Bürgermeister

Franz Wagner, Große Austr.

Karl Walz, Karlstr. (Ehemann von Fränzel Walz, Schwester meiner Mutter)

Forstmeister Köhler

Franz Ullrich, Eichelbergstr.

Willi Fütterer, Ratschreiber

Albert Baumstark, Förster

Josef Jung, Revierförster

 

 

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Historische Gruppenfotos

Ausflug der Jungfrauenvereine Bischweier und Rotenfels nach Zell/Harmersbach – etwa 1940

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Ausflug der Jungfrauenvereine Bischweier und Rotenfels

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1     Kaplan Metzger
2
3
4
5     Weber Elise
6     Fütterer Rosa
7     Jülg
8     Hornung Anna, Schwester von Fränzel (27), später kurz verh. mit Johann Greif (52), danach Heirat mit Heinrich Krieg, Wagnermeister
9      Scherer Elise, Tochter von Scherer Peter
10    Greif Stefanie
11
12
13
14
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16
17
18
19
20
21
22   Seiser Anna, *08.12.1927
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25
26
27   Hornung Franziska (Fränzel), Schwester von Anna (8), später verh. mit Karl Walz
28
29
30
31
32
33
34
35
36
37
38   Ochs Hilda (?)
39
40    Weinstein Josefine, verh. Hornung
41    Pfaff Berta (?)
42    Greif Veronika (Vronika), Schwester von Johann (52)
43    Braun Berta, verh. Warth
44    Krieg Josef
45    Strobel Maria
46    Förderer Luise
47    Krieg Josefine
48    Schick Amelie, geb. Grässle
49    Brehm Paul, Kaplan, betreute die Filialgemeinde Bischweier
50
51    Schmitt Lisa
52    Greif Johann – geb. 06.04.1912 – gef. 06.01.1944 in Russland, Bruder von Vronika (42), später verh. mit Anna Hornung (8) nur wenige Monate

Weitere Fotos bei derselben Gelegenheit:


Franz Auer, Max Burger Nachf.“  Firmengebäude der Zeller Keramik ( Hahn und Henne)

Maria zu den Ketten – Zell am Harmersbach