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Lissabon

28.11. – 08.12.2025

Anlässlich einer Internationalen Konferenz kam ich zum ersten Mal nach Portugal. Die Konferenz fand in der Universität von Lissabon statt und dauerte 4 Tage. Mit zwei Tagen Vorbereitungen in Lissabon gab es wenig Gelegenheit, die Stadt oder gar etwas vom Land zu sehen. Die Side-Events boten allerdings kleine Fenster für kurze Blicke auf den Aufenthaltsort.

Der Flugplatz von Lissabon liegt mitten in der Stadt, was schon lange dazu führte, einen neuen Flughafen außerhalb der Metropole zu planen.

Lissabon liegt an der Atlantikküste und der Mündung des Flusses Tejo, der in eine weite Bucht mündet. Die Lage an der nördlichen Seite dieser Bucht und die Gliederung der Stadt durch sieben größere bis zu rund 250m hohe Hügel macht allein schon die Topographie spannend und interessant.

 

 

 

 

Das Zentrum der Stadt liegt im rechten Teil des Bildes, dort, wo der Name der Stadt steht. Auch wir haben uns hauptsächlich dort aufgehalten.

Schon vom Flugzeug aus konnte man die Brücke des 25. April sehen (Tag der Befreiung von der faschistischen Diktatur).

Die Hohe Säule trägt eine Christusstatue, die zwar auf der Südseite des Tejo steht, trotzdem aber Wahrzeichen von Lissabon darstellt. Die Brücke sieht man oben auf der Karte ebenfalls.

Man gewöhnt sich schnell daran, dass die Flugzeuge in hoher Taktung direkt übers Hotel fliegen.

Und die Kondensstreifen über dem Hotel zeigen die Lage des Flugplatzes an

Die Metro mit ihren 4 Linien (rot, gelb, blau und grün) erschließt die ganze Stadt. Für 7 Euro kann man ein Tagesticket buchen, mit dem man alle Metro- und Buslinien benutzen kann. Aber auch die Taxis sind bedeutend billiger als in Deutschland und empfehlenswert. Es gibt an fast jedem Punkt der Stadt nach Bestellung fast keine Wartezeiten.

Der Wikipedia-Artikel zu Lissabon gibt viele Hinweise für einen Aufenthalt – was uns aber nichts nützte, weil uns einfach die Zeit dazu fehlte. Wir konnten aber die Metro ausprobieren (Achtung: viele Aufzüge und Rolltreppen funktionieren nicht) und hatten anlässlich zweier Abendveranstaltungen Gelegenheit, an pittoreske Plätze der Stadt zu kommen.


Praça do Comércio

Fährt man von der Anlegestelle der Fähren in die Altstadt und von dort hoch zu den Anhöhen um das Castelo de São Jorge, hat man einen guten Ausblick auf Teile der Stadt.

Überall laden Restaurants ein und auf vielen Plätzen in der Stadt gibt es Live-Musik zu erleben.

Eine Stadt wie diese ist noch lange in die Nacht lebendig. Wir hatten einen Abend lang Gelegenheit, bei einem Welcome-drink eine Bar kennenzulernen, die mit live-Jazz und Bordell-Atmosphäre uns allen sehr viel Spaß machte.

Auch die Umgebung bot pittoreke Bilder

Das Konferenz-Dinner in einem alten Palast war eine ganz besondere Überraschung





Lokale, um in besonderer Atmosphäre essen zu gehen, gibt es wohl wie Sand am Meer und man braucht schon einheimische Hinweise, um aus dem gewaltigen Angebot wählen zu können.

Der letzte ganze Tag in Lissabon war angefüllt mit einem Ausflug nach Fatima, dem Marienwallfahrtsort, und Nazare, das wegen der hohen Wellen weltweit als Surf-Hotspot bekannt ist.


Man erkennt, dass der Papst schon hier war. Der große Platz für Hunderttausende und der überdachte Altar im Freien war in einem Land mit 80% Katholiken notwendig.


Die neue (Beton-)Kirche mit ihrem freien Raum für 9000 Personen in Kirchenbänken ist schon beeindruckend. Wir erlebten teilweise einen Sonntagsgottesdienst, bei dem sicher 5000 Gläubige anwesend waren.

Nazare fuhren wir am Nachmittag an, aßen dort (Fisch oder Meeresfrüchte sind dort ein Muss) und erlebten den Sonnenuntergang, was ein großes Glück war.



























Das hat Appetit auf MEHR gemacht….

Die nächtliche A5 aus 10km Höhe

 

 

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Bad Saulgau und Umgebung

Durch Zufall kam ich vor einigen Jahren nach Bad Saulgau – und dann auch noch dorthin, wo es mich seither immer wieder hinzieht: In die Franzenmühle im Mühlental.
Eigentlich war der Anlass mein erster Besuch der Bregenzer Festspiele, ein Highlight für sich. Der Bodensee ist teuer und ziemlich überlaufen. Bad Saulgau ist im Vergleich nicht nur günstiger, sondern hat darüber hinaus eine Menge zu bieten, was zunächst gar nicht erwartet wird.

Ich stelle zunächst die Franzenmühle kurz vor:
Wer eine alte Mühle – komplett erhalten – sehen möchte, die mit viel Gefühl für den Bestand und mit viel Aufwand zum Gästehaus umgebaut wurde, der ist dort genau richtig!

https://www.franzenmuehle.de/


Im EG rechts von der Garage die Wohnung “Franz” – unser Favorit


Die Wohnung hat einen Balkon nach hinten zum Bach hin


Zentraler Wohnraum mit Eingangsbereich, Wohnzimmer, Esstisch und Kochbereich.
Türen zum Bad, Schlafzimmer mit Tür auf den Balkon und ins „Kinderzimmer“ mit Tür zum Balkon.

Das mag als Appetitanreger genügen…

Nun zur überraschend lohnenden Umgebung.

1  Franzenmühle Bad Saulgau (Base-Camp)
2  Mittelalterliche Klosterbaustelle „Campus Galli“
3  Keltisches Oppidum und Museum „Heuneburg“
4  Kloster Heiligkreuztal
5  Bachritterburg Kanzach
6  Federsee mit Federsee-Museum (alte Räder vor 6000 Jahren)
7  Kloster Schussenried
8  Oberschwäbisches Museumsdorf Kürnbach
9  Erwin Hymer Museum (Wohnmobile)
10 Bauernhausmuseum Allgäu-Oberschwaben Wolfegg
11 Basilika St. Martin Weingarten
12 Pfahlbaumuseum Unteruhldingen
13 Salem Storchenkolonie und Affenberg
14 Haustierhof Reutemühle
15 Schloss Heiligenberg
16 Kloster Sießen

Alle Sehenswürdigkeiten sind in einem Umkreis von maximal etwa 50km um Bad Saulgau angesiedelt und können per Tagestouren bequem mit dem Auto erreicht werden. 

Ich werde auch noch Fotos zu den oben genannten Punkten einstellen.

 

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Archäologie Reisen Türkei Ur- und Frühgeschichte

URFA Januar 2025

Schon um 1980 hatte ich Kontakt zum Institut für Ur- und Frühgeschichte in Heidelberg. Über die Höhlenforschung konnte ich Kontakt mit Klaus Schmitt aufnehmen. Es gibt aus dem Jahr 1981 auch einen handschriftlichen Briefwechsel mit ihm. Der persönliche Kontakt ergab sich aber nie. Stattdessen war ich im persönlichen Austausch mit Prof. Harald Hauptmann, Leiter des Instituts in Heidelberg und später auch Leiter des DAI in Istanbul.

Während Klaus Schmitt 1994 Göbekli Tepe als PPN-Grabungstelle ausmachte, war ich mit den Folgen meiner Entdeckungen von Wasserressourcen im Ortatoros beschäftigt und es ergab sich nie, dass wir uns in der Türkei begegnen konnten, obwohl auch ich ab 1990 fast 40 Mal in der Türkei war.

Am 20.01.2007 war die Eröffnung der Ausstellung 12.000 Jahre Anatolien, in der die Neuentdeckungen vom Göbekli tepe vorgestellt wurden. Auch Klaus Schmitt und Harald Hauptmann waren anwesend.

Ich wollte schon immer endlich einmal zum Göbekli tepe, um mir diese Sensation selbst anzusehen. Irgendwie kam das nie zustande. Zu meinem 77. Geburtstag wollte ich mir das endlich gönnen. Wir buchten schon im Oktober 2024 alles für den Aufenthalt: Parken mit Transfer in Stuttgart, die Flüge über Stuttgart nach Gaziantep und zurück, das Hotel für 2 Nächte in Gaziantep, das Mietauto aus Gaziantep von Flughafen zu Flughafen, das Hotel in Sanliurfa.

Am 24.01. fuhren wir nach Stuttgart und parkten zum ersten Mal über Parkos mit Transfer zum und vom Flughafen – unbedingt empfehlenswert.

Die Flüge über Turkish Airlines waren angenehm und ebenfalls empfehlenswert.

Istanbul glänzte mit freier Sicht.

Auch Gaziantep bot einen klaren Nachthimmel.

Der Transfer zum Mietautoanbieter cizgi funktionierte.
Was dann als einziges nicht funktionierte, war die Suche nach dem Hotel SNOWROSE. Das gab es nicht unter der angegebenen Adresse. Ich kam leider selbst nicht dahinter, dass ich nach der türkischen Übersetzung des Namens, KARGÜL, suchen musste. Im Hotel bekamen wir zwar 2 Räume, aber die Dusche funktionierte nur mit Überschwemmungen. Auch hatte das Hotel keinen eigenen Parkplatz. Man musste sich hinter dem Hotel in den engen Nebenstraßen eine Parkmöglichkeit suchen.
Das war aber auch das Einzige, was an diesem Urlaub weniger angenehm sein sollte.

25.01.2025

Am folgenden Tag hatten wir einen ganzen Tag für diese große Stadt zur Verfügung. Die Burg selbst war geschlossen, aber die Basare um die Burg waren durchaus interessant.


Ich setze mich gerne zu den Einheimischen in teilweise improvisierten Teestuben, wo sich Türken am Ofen aufwärmen.

Am Nachmittag wählten wir das ZEUGMA-Museum aus. Das sollte ein MUSS für jeden Besucher sein. Im Rahmen einer Notgrabung vor einer Überflutung durch einen Stauseebau wurden in Zeugma Befunde geborgen, die inzwischen zu den größten Mosaiksammlungen in einem Museum weltweit gehören. Der Eintritt von 12 Euro ist angemessen.

Die Fülle ist überwältigend. Die Größe des Museums war notwendig, um große Befundlagen komplett ausstellen zu können.

Dieses Mosaik eines Mädchens wurde zum Indikativ für das ZEUGMA-Musem. Der Trick dabei ist der einzelne kleine weiße Stein in jedem Auge des Mädchens, was das Glitzern im Blick erzeugt.

Draußen auf dem Mittelstreifen der Schnellstraße, die direkt am Museum vorbeiführt, ist eine lebensgroße Karawane aufgestellt, die einen reizvollen Kontrast zu den vorbeirasenden Autos bildet.

Am Abend gönnen wir uns noch einen Besuch des größten Parks der Stadt, der wohl auch einen der größten Picknickareale in der Türkei darstellen dürfte. Es gibt alles: Unzählige Tische und Bänke unter Bäumen, Grillstellen, Wasser, …

Die Entfernung ist zu groß, um die beiden kleinen weißen Steine im Auge zu sehen….

26.01.2025

Wir fahren nach Sanliurfa und finden das große Hotel NEVALI an einem großes Kreisverkehr an der D400. Wir können gleich einchecken und das Zimmer beziehen.


Damit haben wir noch viel Zeit an diesem ersten Tag. Wir beschließen, zum Karpfenteich zu fahren. Es ist Sonntag. Kein Wunder, der Verkehr staut dort. Es gibt auch keine Parkmöglichkeit. Deshalb fahren wir auf den Burgberg hinter dem Garten um die Moschee mit dem Karpfenteich und einem weiteren Teich, der mit Booten befahren werden kann. Oben auf dem Berg sind ein Friedhof und auch Häuser. Dort finden wir einen Parkplatz. Wir genießen zunächst die Aussicht.


Der Karpfenteich ist links vom linken Minarett hinter den Bäumen.

Eine breite Treppe führt abwärts zur Moschee und dem Bereich des Karpfenteiches, der eigentlich nur Balikli göl (Fischteich) heißt. Auf dem Weg nach unten liegen zwei “Höhlen”, die wohl einmal byzantinische Felsenkirchen waren, dem islamischen Bildersturm zum Opfer fielen und heute Restaurants sind.

Wir landen zuerst beim See, über den man sich mit einem Ruderboot schippern lassen kann.

Danach kommt der Karpfenteich, der wohl mit seinen “Heiligen Fischen” religiösen Charakter hat.

Beim Rückweg zum Auto kommen wir zu einer Beerdigung auf dem Friedhof, den wir durchqueren. Sie schaufeln gerade das Grab zu.

Im Hotel geht Angela in den SPA-Bereich zum Schwimmen. Ich setze mich ans Tagebuch und komme später für eine Runde heißes Wasser im Hamam verschütten nach.

Angela will noch etwas im Rooftop-Restaurant essen. Das machen wir und genießen die Aussicht.

27.01.2025

Ich will vor der Erfüllung meines Traumes mit dem Besuch vom Göbekli tepe gut vorbereitet sein. Deshalb habe ich mir das Buch von Klaus Schmitt “Sie bauten die ersten Tempel” noch in den Tagen vor dem Abflug besorgt und habe begonnen, zu lesen. Auch hier in der Türkei nutze ich jeden Moment, um weiterzulesen. Aus demselben Grund will ich zuerst ins Archäologische Museum von Sanliurfa, weil dort die Befunde vom Göbekli tepe ausgestellt und museumspädagogisch aufbereitet sind. Also ist heute zuerst das Archäologische Museum dran.

10 Euro pro Person sind ein angemessener Preis. Neben dem Archäologischen Museum ist noch ein Mosaikmuseum im Preis inbegriffen, das sich daneben befindet und Mosaiken zeigt, die hier vor Ort gefunden wurden.

Zentral liegen zwei T-Pfeiler-Kreise nebeneinander. Den größeren kann man begehen und kann auch anfassen. Ich nehme an, es sind Replikate in Originalgröße aufgestellt.

Es ist nicht vorstellbar, wie Menschen vor 10.000 bis 12.000 Jahren diese mächtigen Blöcke aus dem Felsen gehauen, mit Reliefs versehen, sie transportiert und aufgestellt haben – ohne jedes Metallwerkzeug. Man muss viel verstehen lernen und erfasst haben, um den Befund vor Ort richtig einordnen und begreifen zu können. Durch die Beschäftigung mit dem Buch von Schmitt und dem Museumsbesuch vor der eigentlichen Originalstätte haben wir eine gute Basis für das Verstehen einer Situation, die noch 1990 für Archäologen selbst undenkbar war. Neolithikum wurde mit bestimmten Scherben verbunden (PN = PotteryNeolithic). Niemand erwartete eine PPN-Phase (Pre-Pottery-Neolithic) mit Megalithkultur.

Wenn ich alles richtig verstanden habe, gab es am Ende der Eiszeit im östlichen Mittelmeerraum das Natufien, danach das PPN a und das PPN b, gefolgt vom PN a und dem PN b. Dann das Chalkolithikum.
Danach kamen Kupfer-, Bronze- und Eisenzeit.

Leitformen des PPN im Fruchtbaren Halbmond sind Feuerstein (Obsidian, Silex) und eventuell die mit dem obersten Teil aus der Erde ragenden und ansonsten zugeschütteten T-Pfeiler. Vergesellschaftet sind sie heute mit künstlich geschlagenen Näpfchen – Kupolen (von cup holes) – von denen aber nicht sicher ist, wann und wofür sie angelegt wurden. Sie könnten auch danach entstanden sein, weil sie bisher nur an Stellen aufzufinden sind, die nicht bedeckt, sondern offen waren. Dafür sind sie aber im gesamten Mittelmeerraum zu finden. Auch ich fand welche in meinem Expeditionsgebiet, allerdings an einem besonderen Ort in 2000m Seehöhe, und ich würde mich nicht wundern, wenn er archäologisch von Bedeutung sein könnte.

Aber zurück zum Museum in Urfa. Außer den beiden großen Steinkreisen gibt es natürlich viele Grabungsbefunde als Einzelstücke, die beeindrucken.

Der Urfa-Mann wurde bei Bauarbeiten im Bereich des Karpfenteiches gefunden.

Die “Zähnefletscher” sind wohl ein Leitmotiv der plastischen Kunst.

Ein Eber beeindruckt allein schon von seiner Größe.

Daneben gibt es Vögel, Raubtiere und Reptilien.

Daneben gibt es “ithyphallische” Plastiken, die Männer mit erigiertem Penis oder phallusförmige Figuren zeigen. Das Männliche ist ein dominantes Motiv, das keinen Konterpart im Weiblichen findet. Die Kultur war auf keinen Fall eine matriarchalische.

Eine Großplastik zeigt wieder einen “Zähnefletscher”, der einen Menschenkopf in den Tatzen hält.

Es gibt reich skulpturierte Säulen, die aber auch teilweise durch Mauern überbaut wurden. Es zeigt sich, dass die gesamte Anlage wohl über 1000 Jahre lang benutzt wurde und viele Ausbaustufen und Überformungen aufzeigt.

Eine einzige Ritzzeichnung in der gesamten Anlage zeigt eine weibliche Figur, die “gebärende Göttin”, wobei diese Deutung sehr unsicher und auch nicht wirklich einleuchtend ist.

Bei der Bienenstock-Bauweise von Häusern in dichter Reihung gibt es wohl Zustiege über den Bereich der Flachdächer, die mit diesen Umrandungen hätten ausgestattet sein können.

Der Bereich der Ausgrabungen vom Göbekli tepe (PPN) ist für mich so beeindruckend, dass ich den Rest des Museums, der durch die Präsenzen aller weiteren Kulturen im Bereich Urfa streift, für mich nicht mehr so bedeutend finde – und ich bin auch inzwischen weniger aufnahmefähig.

Ein Diorama aus einer Zeit zwischen dem PN b und dem Chalkolithikum – nach der Erfindung des Rades – interessiert mich natürlich.

Die Kupfer- und Bronzezeit mit der Erfindung und dem Ausbau der Metallurgie ist z.B. durch Gussformen belegt.

“Spielzeugautos” gab es wohl schon im späten Neolithikum.

Seit dem PPN b werden die Steinplastiken auch geglättet.

Und schließlich kommt als Rohstoff noch das Glas hinzu.

Die Römer und Griechen hinterlassen Mosaiken und Säulen …

… und manche Säulen beeindrucken durch kunstvolle Reliefierung.

Insgesamt ist festzustellen, dass die Ausgestaltung des Museums beeindruckt, dass die Lebendigkeit und Zugänglichkeit hautnah ist und dass die Orientierung auf den Besucher bis zur Markierung von lohnenden Selfie-Punkten auf dem Boden geht.

Wir haben den Eindruck, dass wir jetzt gut gerüstet sind für das Erlebnis am Göbekli tepe.

Obwohl wir ziemlich angefüllt sind mit Eindrücken gehen wir noch zum angrenzenden Mosaikmuseum, das im Eintrittspreis inkludiert ist.
Ein gewaltiger Rundbau ist über einer Anlage in situ erstellt worden und zeigt darüber hinaus noch hinzugefügte Ausgrabungen von anderen Orten.

Der Ausschnitt an der Wand ist die Amazone Melanitti – unten in der Gesamtansicht die Reiterin links unten.

Wenn man das Mosaik des Mädchens im Zeugma-Museum gesehen hat, muss man feststellen, dass ihr der kleine weiße Stein im Auge fehlt. Das kann auch ihr Busen nicht wettmachen…

Ein komplettes Familiengrab wurde nach hier versetzt.

Der Urtyp des Christus als Mosaik kommt aus den Schulen von Urfa.

Am Ausgang überzeugt ein Mosaik des Orpheus.

Danach sind wir voller Eindrücke und geplättet.
Sanliurfa in der Abendsonne vom Burgberg aus ist ein guter Abschluss eines solchen Tages.

Angela kauft im arabischen Viertel hinter dem Hotel ein und findet sogar Bier. Wir haben alles, um auf dem Zimmer ein gutes Abendessen zu genießen.

Zum ersten Mal im Urlaub komme ich mit dem Laptop nicht ins Internet, weil Handys zwar beim Einloggen die Anmeldeseite anzeigen, aber nicht der Laptop.
Auch deutsches Fernsehen ist nicht zugänglich. Es gibt außer einer Unzahl türkischer Sender nur CNN Turk in englischer Sprache.
Daran können wir feststellen, dass wir zu einer Minderheit gehören. Auch die Reaktion der Bevölkerung auf uns ist bemerkbar. In vielen Bereichen sind wir absolute Exoten.

28.01.2025

Ich stehe schon um 8.30 Uhr auf und gehe zum Frühstück, für das ich mir heute 3 Gänge gönne – Suppe, gemischter Teller mit viel Buntem, Obst. Zum dritten kommt Angela um 9.45 Uhr nach. Ich habe das Buch von Schmitt dabei.
Wir beschließen, heute zum Göbekli Tepe zu fahren. Ich denke, wir sind jetzt so weit und auch Angela meint später, dass es wichtig war, alles andere als Erklärung dazu vorgeschaltet zu haben. Ich bin zwar seit Jahrzehnten “im Thema”, sie allerdings hat viele Erkenntisse nachzuholen.
Das funktioniert recht gut. Selbst google maps ist sich allerdings nicht immer sicher, wo wir abbiegen müssen. Wenn man sich aber an die Eigentümlichkeiten gewöhnt hat, funktioniert das. Gut ist, dass ich fahre und Angela kann sich auf den Navi konzentrieren.

In der Nähe des Göbekli Tepe kann man erkennen, dass ein riesengroßes Areal eingezäunt ist. Wir fahren am Zaun entlang und kommen bei den beiden Empfangsgebäuden an. Vor der Schranke muss geparkt werden. Ein Gebäude enthält Kasse, Souvenirladen und Toiletten, das andere eine Ausstellung.
Wir lösen die Tickets – 21 Euro pro Person.
Es gibt noch Sweatshirts. Die Größe XXL ist von 1500 auf 900 TL runtergesetzt. Angela schenkt mir eines zum Geburtstag.
Dann gehen wir hoch zur zweiten Schranke, wo es Shuttle-Busse gibt zum Grabungsareal.

Oben das Kassen- und Ausstellungsgebäude, unten der Beginn der Ausgrabungszone mit dem großen Zeltdach über dem zentralen Komplex.

Göbekli Tepe ist ein aufgeschütteter Hügel auf der Hochfläche, die alles bietet, was als Grundmaterial für die Bauten und Artefakte nötig war.

Vom Hügel aus ist die umgebende Landschaft gut zu überblicken. Man sieht bis nach Syrien.

Direkt am Ankunftspunkt der Shuttlebusse oben erkennt man eine in den Fels gehauene Bodenfläche für eine Säulenanlage – allerdings nur das und kein Inventar. Rechts daneben ist ein Feld mit Kupolen und zwischen diesen beiden Befunden sind zwei tiefe, kreisrunde Löcher. Die drei Befunde sind wohl mit einigen Tausenden von Jahren Abstand geschaffen worden.

Die Wege sind mit eisenbahnschwellenartigen Balken sehr stabil so auf den Grund gesetzt, dass sie jederzeit wieder rückstandslos entfernt werden können.

Und dann stehe ich endlich vor der zentralen Ausgrabung – die älteste “Tempelanlage” der Menschheit mit bis zu 12.000 Jahren Alter.

Die gesamte Anlage ist so beeindruckend, dass wir die Runde mit einer Pause dazwischen zweimal machen. Dann erst gehen wir wieder runter zum Shuttlebus.

Wir gehen noch in die kleine Ausstellung unten im Empfangsbereich.
Bei den Ausgrabungswerkzeugen ist ein Klapp-Metermaß als Werbung einer Firma aus Karlsruhe-Durlach. Es gibt auch Original-Protokolle und einen T-Pfeiler als Replikat.

Die Verschachtelung der Befunde lässt mich eine mögliche Ursache andenken, die ich bis jetzt im Buch von Schmitt noch nicht gefunden habe:

Es gab damals wohl Stämme, die alle als Jäger und Sammler sich und ihre Jagdgebiete verteidigen mussten. Darunter gab es erfolgreiche und weniger einflussreiche. Wenn Göbekli Tepe rund 1000 Jahre lang als Kultstätte betrieben wurde, gab es dort natürlich Spezialisten für die Bauarbeiten und die Kunst. Diese konnten von den Stämmen gekauft werden, um sich selbst und ihren Einfluss darzustellen. Wenn die Bedeutung eines Stammes versank und ein neuer emporstieg, konnte auf dem relativ kleinen Feld, das zur Verfügung stand, Altes überbaut und Neues errichtet werden.
Über einen Zeitraum von 1000 Jahren kann so eine Anlage entstehen, die diesen Befund aufweist.

Die Steinmetz-Schulen, von denen sich ehrgeizige Schüler abspalteten, sorgten dafür, dass es auch Konkurrenzanlagen gab, in denen man evtl. günstiger mit einem eigenen Kultplatz renommieren konnte. Später sollten wir in Karahantepe eben das finden. Dort gibt es auch kleine Anlagen mit kleinen T-Pfeilern und ohne Reliefs. Bisher ist Göbekli tepe wohl die älteste und damals renommierteste und damit auch teuerste.

Eines ist sicher: Die Dauer der Grabungskampagnenfinanzierung bis 2035 wird erweitert werden, denn es wird noch viele Jahrzehnte dauern, diesen Komplex so weit auszugraben, dass das Bild jener Zeit so komplett erscheint, dass der Ansporn für weitere Ausgrabungen fehlen wird.
Und es werden wie in Karahantepe weitere Anlagen hinzukommen, die das Verständnis jener Zeit und deren Relikte erweitern werden.
Außerdem gibt es eine Menge Fragen und ungeklärte Phänomene, wie das der Kupolen. Ich hatte 2007 Klaus Schmitt schon danach gefragt und hatte den Eindruck, er weicht einer Antwort aus, weil er selbst keine befriedigende Antwort zur Verfügung hatte.

Dann fahren wir nach Urfa zurück. Ich will wissen, wo das Stadtmuseum ist. Wir finden das Viertel, das hinter dem Karpfenteich an der alten Stadtmauer liegt. Dort ist Vieles noch sehr ursprünglich.

Wir kommen genau um 17 Uhr an. Das Museum schließt. Wir wollen auch nicht rein – ich wollte nur wissen, wo das liegt. Wir müssen einfach die Straße zum Karpfenteich nehmen, daran entlang weiterfahren und dann rechts rein in den Bereich der Basare.

Im Hotel mache ich zunächst einen Film vom in die Abendsonne aufwärts fahrenden Aufzug. Dann natürlich noch ein Foto von der Terrasse aus.

Das Abendessen am Vorabend meines 77. Geburtstages fällt auf dem Zimmer deftig aus. Das Efes darf natürlich nicht fehlen. Im Hotel ist insgesamt kein Alkohol zu bekommen.

29.01.2025

Der Geburts-Tag beginnt mit einem Frühstück im Rooftop-Restaurant. Heute bin ich bescheidener und begnüge mich mit 2 Gängen – ein Teller Frühstück und ein Teller Obst.

Danach beschließen wir, nach Harran zu fahren. Rund 40 km sind bedeutend angenehmer als 3 Stunden Fahrt zum Nemrud dagi.

Die Fahrt führt durch eine weite Ebene zwischen Urfa und Harran. Ich brauche einige Zeit, bis ich realisiere, dass hier viel Baumwolle angebaut wird und dass die beiden Reihen von weißen Büscheln, die auf der gesamten Strecke den Straßenrand säumen, aus Baumwolle bestehen.

Wir landen bei der alten Stadtmauer von Harran und ich nehme nicht die Straße in die Stadt, sondern die Spur, die durch das enge Tor auf den Hügel führt. Dieser Hügel steht singulär in der Ebene und es ist klar, dass es nur ein Höyük sein kann, d.h., ein künstlicher Hügel, der durch Jahrtausende von Bebauung entstanden ist. Alles, was bisher ergraben wurde, ist nur ein vorsichtiges Ankratzen des gesamten Befundes. Die gesamte Türkei ist voll mit solchen Höyüks, die noch viele Überraschungen bringen werden.

Die Stadtmauer selbst ist mittelalterlich und umgrenzte einmal den gesamten Hügel.

Wir fahren hoch, wo es eine Parkmöglichkeit gibt. Dort werden wir sofort von einem sehr gut englisch sprechenden Türken empfangen, der uns einen Führer andient – kein Geld, nur Englisch üben…
Es gibt zwar angelegte Führungswege und Absperrungen – aber keine Betreuung. Deshalb haben die Einheimischen das als Verdienstquelle übernommen. Es gibt keine Preise – das wird den Besuchern überlassen.
Ich habe eigentlich eine Abneigung gegen diese Masche, aber Angela reagiert interessiert darauf.

Unsere Begleitung ist kundig und zuvorkommend. Wir erfahren viel von der Geschichte. Es wird deutlich, dass die neolithische Bedeutung keine Rolle spielt. Die islamische umso mehr, zumal Harran die Stadt Abrahams ist.
Wir gehen also zur großen Moschee, die ausgegraben und auf amerikanische Weise ausgebaut und „restauriert“ wird.

Nach einem ausgiebigen Rundgang gehen wir runter ins Dorf – gegenüber der Stadt. Dort hat der, der uns angesprochen hat, als Attraktion einen alten Hofkomplex erstanden und museal ausgebaut. Der Eintritt ist dem Besucher überlassen.

Ich kenne zwar diesen Haustyp noch nicht, ansonsten sind mir aber alle Einrichtungsgegenstände bekannt, während für Angela alles neu ist. Es gibt auch Räder und sogar einen Pflug.

Baumaterial ist anscheinend Kerpec, mit strohgebundenem Lehm als Verputz bestrichen. Das muss wohl hin und wieder erneuert werden. Viel Regen hält diese Bauweise nicht aus.

Das Ganze ist folkloristisch bunt, aber ohne jede wirkliche Konzeption oder pädagogische Aufbereitung. Wir lassen noch ein paar Fotos von uns machen und zahlen dem Eigentümer dann 200 TL, etwa 5,50 Euro. Unserem Führer geben wir 100 TL.

Vom Parkplatz oben auf dem Hügel sieht man unten die Höckerdächer der Ausstellung im Dorf.

Es gibt auch ein Bild der Stadt auf dem Hügel, die im Mittelalter mit einer Stadtmauer rund um den Hügel versehen war.


“Harran Mittelalter 7.-13. Jahrhundert”
Das reizt mich, mir einmal die alte Stadtmauer anzusehen.


Auch der Wassergraben ist noch vorhanden.
Einige Partien wurden wohl neu gerichtet.
Das Problem ist wohl, auf was man sich konzentrieren soll: Abraham und der Islam führen eher zum Mittelalter. Dies ist aber die jüngste der archäologisch interessanten Schichten. Auf dem Grund des Hügels kommen wir wohl mindestens ins PN zurück, wenn nicht gar ins PPN.
Dafür haben aber inzwischen Göbekli Tepe und Karahan Tepe die Show gestohlen.


In diesem Abschnitt sind mindestens 1000 Jahre Baugeschichte vereint.
Auf der anderen Seite der Straße zur Stadt sind Händler und der Friedhof der Stadt.


Auf der Seite zur Stadt hin ist die Mauer stark zerstört und es gibt Marktstände davor.

Man kann dort auch auf den Hügel hochfahren. Oben ist eine kleine Dorfsiedlung mit Bauern. Dort zu graben dürfte schwierig werden, weil die Bauern umgesiedelt werden müssten. Aber eigentlich müsste der gesamte Hügel für jede Bautätigkeit gesperrt und zum archäologisch bedeutsamen Gelände erklärt werden.

Wir parken an der Einfahrt in die Stadt und sehen uns die umtriebigen Geschäfte an. Es wird viel arabisch gesprochen. Wir sind nur noch 18km von der syrischen Grenze entfernt.
Man sieht auch Männer in Kaftan und Turban.
Angela hat ein Problem mit dem allgegenwärtigen Müll, der auch in Sanliurfa in jedem Viertel hinter einer Hauptstraße zu sehen ist. Dass das Leben mitten in diesem Müll abläuft, ist für Angela sehr problematisch. Ich habe bis jetzt in diesen arabischen Vierteln noch nicht fotografiert. Das sollte ich aber noch machen. Gerade dort, wo Angela nicht hin will….

Das Motorrad, das zum motorisierten Kamel gestylt wurde, ist ein Foto wert.

Harran insgesamt verblasst unter dem Eindruck von Göbekli tepe.

Wir nutzen den Abend, um noch vor 17 Uhr ins Stadtmuseum zu kommen, dessen Lage an der alten Stadtmauer wir inzwischen ja kennen.
Aber auch dieses ist nach dem genialen Stadtmuseum in Manavgat, das wir kennenlernen konnten, nur ein schwaches Beispiel einer musealen Präsentation. Immerhin, die Skulpturszenen im Hof sind Fotos wert.

Danach nützen wir die Zeit und fahren ins PIAZZA, den supergroßen Einkaufstempel.
Bei Rossmann (!) erhalten wir Labello und Feuchte Tücher und im Migros einen Sixpack Efes. Tamam!
Im Hotel mache ich mich an die Fotos und Angela geht schwimmen. Ich entscheide mich, aufgrund einer aufkeimenden Erkältung nicht zu schwimmen oder ins Hamam zu gehen.
Als Angela vom Schwimmen hochkommt, gehen wir zum Essen ins Rooftop.
Zwei Suppen, eine Penne arabiata und einen Bauernsalat. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist sehr gut. Danach noch ein Bier auf dem Zimmer.
Damit sind die Feierlichkeiten zum 77. Geburtstag auch schon ziemlich zuende…

Heute haben sich viele gemeldet. Anrufe, SMS, Mail, Facebook und WhatsApp. Ich konnte nur auf Anrufe und WhatsApp reagieren.
Und – nebenbei bemerkt: Wir haben nur noch 2 volle Tage vor uns. Dann geht es wieder nachhause.

Morgen wollen wir nach Karahan Tepe.

30.01.2025

Übliche Routine: Ich stehe schon früher auf und gehe zum Frühstück. Angela schläft noch und kommt zwischen 9.30 Uhr und 9.45 Uhr nach, um zumindest noch einen Kaffee zu bekommen.
Ich gönne mir heute nur einen Teller Deftiges zum Frühstück – ohne Fruchtjoghurt oder sonst einen Nachtisch. Dafür nehme ich dazu eine Suppe.

Wir bleiben bei unserem Vorhaben, nach Karahantepe zu fahren. 58 km sind nicht zu weit. Es geht zunächst auf der D400 über die fruchtbare Ebene von Harran nach Osten und dann südlich ab in die hügelige Bergzone.

Karahantepe liegt in den niedrigen Hügeln wirklich weit ab jeder größeren Siedlung. Wir landen bei einem Empfangsgebäude. Danach geht es ins offene Ausgrabungsgebiet – zwar eingezäunt, aber ohne Eintritt und ohne Beschränkung.

Man erkennt den auf der Ebene aufsitzenden Hügel, der teilweise aus Fels, aber auch aus Füllschutt besteht. Das Dunkle ist Aushub, der beim Freilegen der Befunde angefallen ist. Anscheinend wird das Ganze von einer privaten Gesellschaft finanziert. Im Moment sind wenige lokale Arbeiter beim Ausgraben – wohl aber ohne Archäologen.
Wir stellen bald fest, dass wir uns frei bewegen können und nützen das aus.
Zunächst aber noch einige Fotos von der Landschaft, in die der tepe eingebettet ist.



Und dann zu den Ausgrabungsbefunden:






Der menschliche Kopf an der Wand ist aus dem Felsen herausmodelliert. Alle Skulpturen tragen eine flache Oberfläche in gleicher Nivellierung. Das könnte ein Anzeichen für eine frühere Dachkonstruktion sein.



Im Moment wird nur rudimentär gearbeitet. Die meisten Befunde sind mit Flies abgedeckt. Es ist aber noch genug offen zu sehen – und liegt auch überall rum.




Den erigierten Penis neben vielen weiteren Phallussymbolen haben wir auch in Karahantepe in einer Großplastik eines Mannes.




Es dauert eine Weile bis ich erkenne, dass die Köpfe einiger T-Pfeiler wohl aus der Erde ragten. Ab diesem Moment konnte ich realisieren, wie man eine solche Anlage vor einer Ausgrabung erkennt.
Die Pfeilerköpfe haben eine quaderförmig rechteckige und zubehauene Form, die allerdings der Verwitterung ausgesetzt ist und deshalb nach 10.000 Jahren entsprechend aussieht. Man erkennt auch, dass gerade durch die Verfüllung – also das „Begraben“ der Anlage – diese erhalten wurde.
Ausgrabung ist damit der Beginn der weiteren Zerstörung.


Damit habe ich die Möglichkeit, anhand der Oberflächenbefunde solche Anlagen vor einer Ausgrabung bestimmen zu können: Feuersteingeräte (Obsidian, Silex) in Vergesellschaftung mit T-Pfeilerköpfen, die in Gruppen angeordnet sind, sind deutliche Leitspuren einer PPN-Ausgrabungsstelle.
Solche noch nicht ausgegrabenen T-Pfeilerköpfe stecken noch überall auf dem Gelände unausgegraben im Boden.




Hier in Karahantepe gibt es auch kleinere Typen von ausgegrabenen T-Pfeilern, von denen auch welche überall rumliegen.


Es gibt auch ganze Anlagen kleineren Formates, was mich zu der Idee bringt, dass Krahantepe eine etwas spätere und „billigere“ Anlage war: Wer nicht genug „zahlen“ konnte für Göbekli tepe, konnte sich hier verewigen lassen.






Ich stehe direkt neben einem liegenden T-Pfeiler.



Und dann fehlt in meiner Beschreibung noch etwas, das in Karahantepe überdeutlich vorkommt: KUPOLEN!
Man findet sie überall. Und nicht nur in der üblichen Tassengröße, sondern in allen Größen und Formen.



















Sowohl Entstehungszeit als auch Zweck sind bisher wohl rätselhaft.
Ob Kupolen gefunden wurden, die unter der Zufüllung mit begraben waren, ist mir unbekannt. Falls das nie der Fall war, könnten diese auch erst später entstanden sein.
Der erste Zweck wäre die Sammlung von Regenwasser. Allein dafür ist der Aufwand mühsam und spricht für eine Entstehung im PPN. Die Anwesenheit gerade an kultisch bedeutsamen Orten könnte mit Heilzwecken, Gärprozessen, Fermentierprozessen oder ähnlichen Einflüssen von Sonnenlicht und Temperatur auf Flüssigkeiten zu tun haben. Ich bin sehr gespannt auf Lösungsansätze.

Ich habe noch nie einen Platz kennengelernt mit mehr Kupolen und vor allem – mit dieser Variantenvielfalt. Ganz unten beim Eingang zum Ausgrabungsgebiet ist noch eine von Badewannengröße. Leider fehlt mir die Aufnahme dazu.
Außerdem fällt mir erst später ein, dass ich nicht nach den Steinbrüchen gesucht habe, wo die Artefakte herausgeschlagen wurden. Das wäre hier möglich, weil NOCH alles frei zugänglich ist.

Wir sitzen noch bei einem Tee beim Empfangsgebäude und fahren dann zunächst weiter in die Berge und dann in einer großen Schleife wieder zurück zur D400.

Im Hotel geht Angela schwimmen – diesmal ohne mich. Ich bleibe im Zimmer und arbeite am Tagebuch.

31.01.2025

Unser letzter Tag hier.
Die Entscheidung ist einfach: Wir empfanden Karahantepe als eine umwerfende Möglichkeit, eine Ausgrabung hautnah zu erkunden. Dass kein Eintritt erhoben wird, ist dabei eigentlich unwichtig. Dass man nicht reglementiert wird, solange man sich einigermaßen angemessen verhält, ist bedeutend wichtiger.
Also fahren wir nochmals nach Karahantepe.

Wir kennen die Fahrt inzwischen. Aus dem Hotel raus und gleich auf die D400 – nach etwa 35 km geht es nach Süden ab, an der Hügelkette entlang und dann nach links ins Hügelland.

Wir kennen uns inzwischen aus: Wirklich alte Dörfer liegen auch in der Ebene auf einem Hügel, weil Tausende von Jahren Häuser aus ungebrannten Lehmziegeln einen immer höher anwachsenden Schuttberg entstehen lassen – „Höyük“.


Wenn sich über einer fruchtbaren Hochfläche Hügel erheben, ist das ebenfalls ein gutes Zeichen für einen archäologisch interessanten Platz.





Wir wissen inzwischen, dass wir überall archäologische Befunde vorfinden werden und sind deshalb sehr aufmerksam.
Allerdings sind heute bedeutend mehr Personen anwesend, darunter eine ganze Gruppe Jandarma in Zivil mit zwei Hunden, die auch Jandarma-Halfter tragen. Mal sehen, ob das für uns Einschränkungen bedeutet.
Ich mache als Erstes Fotos des Beckens, das eine badewannengroße Ausführung einer Kupole darstellt.

Danach will ich es wissen: Ich gehe in einen weglosen Bereich mit vielen Hinweisen auf archäologische Befunde, zwar umzäunt, aber weglos und noch ohne jede Bearbeitung.

Dort finde ich dann auch Obsidian.


Obsidian, Silex – daraus wurden die Steinwerkzeuge gemacht: Messer, Pfeilspitzen, etc. Sie liegen dort überall, wo man eigentlich nicht hin soll…


Dass ich mich in diesem offen ersichtlichen Bereich immer wieder bücke, etwas in die Hand nehme und fotografiere, fällt natürlich auf. Ich werde darauf hingewiesen, dass ich mich weniger auffällig bewegen solle. Das war aber auch die einzige Einschränkung, die ich erfahren konnte. Mein Hinweis auf Klaus Schmitt hat wohl auch gewirkt. Ich hörte zumindest, dass derjenige, der mich zurückgerufen hat, diesen Namen am Telefon nannte.





Den kennen wir ja schon…
Diese lebensgroße Figur ist allerdings singulär in Karahantepe. Es gibt außer einem menschlichen Kopf keine auch nur irgendwie vergleichbare Vollplastik in der gesamten Anlage.



Diese Vollplastik steht in der höchstgelegenen Anlage und wurde nicht abgedeckt. Zur Zeit wird nicht gegraben. Die Arbeiter, die am Graben sind, heben die Fundamentgruben für die zukünftige Dachkonstruktion nach dem Vorbild von Göbekli Tepe aus. Sie müssen bis auf den Fels runter, was unten am Ausgrabungsgebiet immerhin 6-8 m Tiefe bedeutet. Natürlich müssen sie kundige Ausgräber sein, damit sie keine wichtigen Befunde übersehen oder zerstören.


Es sind zur Zeit keine Archäologen anwesend, was bedeutet, dass der Ausgrabungsschutt immer wieder überprüft werden muss. Seitlich sitzen in Haufen die Steine. Sichtbare Artefakte sind extra und Kleinfunde wie z.B. Silex sind in beschrifteten Plastiktüten. Heute ist bedeutend mehr los als gestern.

Auch rein landschaftlich hat der Platz was. Ackerbau bzw. natürlicher Wuchs von nutzbaren Pflanzen ist gut möglich. Es gibt einen weiten Rundblick und es gibt genug Fels als Baumaterial und für Artefakte. Mir ist noch nicht klar, wie die Kunsthandwerker damals gearbeitet haben. Es gab noch einige Jahrtausende lang kein Metall. Folglich blieben nur Holz, Knochen und Werkzeuge aus noch härterem Stein, was allerdings alles nur für eine kurze Zeit funktionierte und dann ersetzt werden musste. Eigentlich müssten massenweise unbrauchbar gewordene Werkzeuge aufzufinden sein.
Ich muss mir das einmal erklären lassen.

Die vielen Kupolen sind zunächst einmal Auffangbecken für Regenwasser. Als solche machen auch die unterschiedlichen Größen Sinn. Es gibt auch Becken mit Zulaufkanälen, was für die Wassersammeltheorie spricht. Ein aufgespanntes Tierfell sammelt aber einfacher Wasser, ohne den Aufwand zu betreiben.
Ich bin also noch nicht zufrieden mit meinen Erklärungsansätzen. Trocknungsvorgänge, Gärvorgänge oder Fermentierungen wären eine weitere Erklärung.









Wir trinken noch einen Kaffee am „Kiosk“ und relaxen in der Sonne, bevor wir wieder mit dem Auto nach Urfa fahren. Eigentlich wollten wir zunächst nochmals zum Karpfenteich, doch dann entscheiden wir uns für das Musik-Museum, was wir aber nicht finden. Wir landen beim Rathaus und finden keinen Parkplatz, stellen aber fest, dass wir ganz in der Nähe vom Nevali sind. Also fahren wir zum Hotel, parken dort und gehen zu Fuß in Richtung Moschee und Rathaus. Zwischen dem Hotel und der Moschee ist ein Park, der Angela sehr gut gefällt. Beim Cafe dort spricht uns eine Frau mit Kopftuch, die bei einem Mann am Tisch sitzt, in deutsch an – ob wir Deutsche seien. Wir kommen kurz ins Gespräch, erklären aber, dass wir zum Museum wollen. Angela hat aber wohl nur die Museumsverwaltung im Rathaus gefunden, nicht das Museum selbst. Wir gehen wieder zurück durch den Hof der Moschee und über die Fußgängerbrücke. Das Paar sitzt noch beim Cafe. Wir setzen uns zu ihnen, trinken einen Tee und kommen ausgiebig ins Gespräch. Sie ist Deutsche mit italienischen und ungarischen Wurzeln und seit wenigen Jahren nach dem Tod ihres Mannes mit einem Türken aus Urfa verheiratet. Sie spricht inzwischen mehrere Sprachen fließend. Nachdem ich meine Geschichte mit der Türkei erzählt hatte, erzählt sie über ihren Beruf und erwähnt das Jugendamt. Damit geht unser Gespräch auf einer neuen Ebene erst recht los.





Während ich dieses Tagebuch führe, schwimmt Angela. Ich komme später hinzu für eine Runde heißes Wasser verschütten im Hamam.

Letztes Abendessen auf dem Zimmer. Angela hat schon die Koffer vorgepackt….

01.02.2025

Rückreise

Wir stehen um 9 Uhr auf und sind um 10 Uhr mit unserem letzten Frühstück fertig. Auschecken. Vor 11 Uhr sind wir auf der D400 nach Gaziantep und nehmen die neue Autobahn, die zumindest zur Zeit nichts kostet.

Etwa 50 km vor Gaziantep haben wir großes Glück. Ein Benzin-Tanklaster liegt quer auf den linken beiden Spuren auf der Seite. Sprit läuft aus. Mehrere Lkw stehen danach auf der rechten Seite und Menschen stehen beim umgekippten Lastzug. Es muss gerade passiert sein. Vor uns fahren Autos auf der rechten Seite vorbei. Wir fahren einfach mit. Es riecht verdammt nach Sprit. Es fehlt nur ein Funke und das Ganze geht hoch. Dass Leute direkt dabeistehen, ist völlig lebensmüde. Dass das Vorbeifahren gut ging, ist wohl auch Glück. Hätten wir das nicht gemacht, hätten wir wohl unseren Flug nicht mehr erreicht. Es wird wohl eine Vollsperrung zur Bergung geben müssen. Dann runter zu kommen und eine Alternativstrecke zu nehmen, hätte uns Stunden gekostet.

Ich kann mir nur vorstellen, dass der Fahrer nicht aufmerksam war, eine Bremsung vor sich übersah und, um einen Auffahrunfall zu verhindern, ruckartig nach links auswich. Das hat die volle Ladung nicht mitgemacht und den Zug flachgelegt.

Ich halte nach den Lkws an, Angela will aber sofort weiträumig weg. Also fahren wir weiter.

Wir finden den Autovermieter ohne Probleme. Er ist mit anderen Vermietern am Stadtrand in Richtung Flughafen direkt an der Straße.

Wir fahren zu einem Hügel hinter dem Gelände der Autovermieter hoch und haben Glück. Ganz oben ist ein Picknickplatz. Ideal, um unsere letzten Vorräte zu essen und ich kann das letzte Bier dazu trinken.



Die Anlage solcher Picknickplätze ist in der ganzen Türkei typisch. Das fehlt uns in Deutschland. Und wenn es das gibt, gibt es eine Menge Beschränkungen: Es darf nicht gegrillt werden, es gibt kein Wasser, etc. In der Türkei ist immer alles da, was man zum Grillen, Sitzen und Essen braucht. Solche Plätze sind an den Wochenenden gut besucht. Es gehört zu den bevorzugtesten Familienunternehmungen, am Wochenende im Freien zu sitzen und zu Essen. Die anatolisch-nomadische Tradition ist immer noch im Hinterkopf…

Die Rückgabe des Autos ist völlig unspektakulär. Keine Inspektion durch den Vermieter. Wir werden sofort mit demselben Auto zum Flughafen gefahren. Damit sind alle wichtigen und im Vorein getroffenen Entscheidungen richtig gewesen. Wir sind sehr zufrieden.

Im Flughafen ist genug Zeit, um alles sehr gemütlich und ruhig anzugehen. Uns fallen die vielen Männer in weißer „Sauna-Kleidung“ und Badeschlappen auf. Es sind wohl Pilger auf der Hadsch.

Der Flug startet pünktlich. Wir haben – dem Sonnenstand angepasst – ziemlich weit hinten rechts die richtigen Plätze für Fotos.


Unser traditionelles Abschlussfoto (parallel zum Start-Foto am Anfang) zeigt uns braungebrannter, entspannter und erholter als vor einer Woche.








Staudamm bei Kahramanmaras






Istanbul überrascht mit schlechter Sicht. Erst bei der Landung wird uns klar, warum der Pilot ewig kreiste und wohl auf bessere Bedingungen wartete. Schließlich landet er doch und wir erleben einen reinen Instrumentenanflug bei etwa 200 Meter hohem dichten Bodennebel bis zum Touchdown.
Die Leistung wird nicht mit Beifall belohnt. Das gibt es wohl nur bei deutschen Touri-Flügen.
Diese Landung hätte aber sicher Beifall verdient.

Der Rest ist schnell erzählt:
Wir hatten wieder viel Zeit bis zum Anschlussflug, die wir in einem Cafe verbrachten.
Im Flieger hatten wir wieder links hinten Platz – in diesem Fall aber nicht mehr für Fotos nutzbar. Der Start war schon bei Dunkelheit und es gab auch viel bedeckten Himmel.
Der Flugzeugtyp war moderner – an jedem Platz war ein Multimediasystem verfügbar. Ich wählte einen Actionfilm: Top Gun Maverick mit Tom Cruise. Das bei einem Flug zu sehen, ist schon ein Erlebnis besonderer Art.
Der Film wurde durch das Essen unterbrochen und endete mit der Landung in Stuttgart.

Wir machen den Fehler, unten vor dem Ankunftstrakt auf unser Shuttle zu warten, obwohl dieses einen Stock höher auf uns wartete.
Als das gelöst war, war der Rest wieder entspannt und sehr einfach.
Ich fuhr wieder die Strecke von Stuttgart nach Bad Rotenfels.
Gut eine Stunde später kamen wir gegen Mitternacht in Rotenfels an.
Am Morgen waren wir mit dem Auto in Sanliurfa abgefahren.
Dann den Flug von Gaziantep nach Istanbul und von Istanbul nach Stuttgart.
Und schließlich wieder mit dem Auto von Stuttgart nach Bad Rotenfels.

Das war ein langer und ereignisreicher Tag.
Zuerst heizen.
Mein Gepäck ausladen, auspacken. Angela ließ ihren Koffer im Auto.
Als das Wasser heiß war, duschen.
Um 1.30 Uhr kamen wir endlich zuhause ins Bett.

Es ist schön, wieder wohlbehalten zuhause zu sein.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Reisen Türkei

Ortatoros 2024

2022 hatte ich mich entschlossen, nach vielen Jahren ohne eine Reise in die Türkei, endlich einmal wieder dorthin zu reisen, um meine Freunde dort zu besuchen und um die Entwicklungen der letzten Jahre nachvollziehen zu können. Es sollte die etwa 40. Reise in die Türkei werden. Ein Artikel auf dieser Seite dokumentiert den Aufenthalt.

Zwei Jahre später wiederholte ich den Reiseverlauf in der bewährten Grundstruktur: Eine Woche am Meer, eine Woche in Karaman und zum Abschluss nochmals eine Woche am Meer. Allerdings wählten wir diesmal nicht Alanya, sondern das mir schon seit über 20 Jahren bekannte Hotel GRÜN in Kizilot. Wir hatten dort 2022 einen Kurzbesuch gemacht und Angela wünschte sich genau dieses Hotel für die Aufenthalte am Meer.

Am 10.05.2024 ließ ich einfach alles stehen und liegen, damit wir die Planung umsetzen konnten. Wir hatten Flüge am Nachmittag ausgesucht, um nicht früh aufstehen zu müssen, aber trotzdem nicht zu spät in der Nacht in der Türkei anzukommen.


Am Abend landeten wir in Antalya…

… und kamen in der Nacht im Hotel Grün in Kizilot an.

Es liegt am Meer, ist von Erkan und seiner Familie geführt, hat einen schönen Garten mit Pool und ist beliebt für eine ruhige, familiäre Atmosphäre, den guten Service und das exzellente Essen.
Natürlich bekamen wir am ersten Abend noch ein spätes Essen.

Samstag, 11.05.2024

Zum ersten Frühstück am 11.05. kam noch die Brezel vom Flughafen in Stuttgart hinzu.
Mit dem Bus fuhren wir an diesem ersten vollen Tag nach Manavgat, um den Wasserfall zu besuchen – Manavgat Selalesi.



Eigentlich ist der Wasserfall mit seiner mickrigen Höhe nicht unbedingt spektakulär – aber die Szenerie ist trotzdem so angenehm (bei unter 1 Euro Eintritt!), dass wir in diesen 3 Wochen schließlich auch 3 Mal dort waren.
Am Abend gab es dann den ersten Strandspaziergang.



Wenn ich oben das Esssen im GRÜN lobte, muss ich auch was dazu zeigen…


Sonntag, 12.05.2024

Wir beschlossen, mit dem Bus nach Side zu fahren. Das führte für mich zu neuen Erkenntnissen.

Im Nymphaeon kam das Wasser aus den Bergen in der Stadt an.

Die Ausdehnung der antiken Stadt Side ist gewaltig. Und – es gab schon immer eine private und kommerzielle Nutzung des gesamten Arreals, bevor die Ausgrabungen begannen. Insofern ist die Situation mit derjenigen in der Altstadt von Antalya zu vergleichen. Jetzt geht es nicht mehr um die Konkurrenz von archäologischen und privatwirtschaftlichen Interessen, sondern um die Gleichzeitigkeit beider Elemente.
Die Lösung, die in Side dafür gefunden wurde, ist beeindruckend. Man bewegt sich auf gläsernen Abdeckungen in den Shops und sieht unter sich die archäologischen Befunde. An anderen Orten werden einfach Betondecken über die Befunde gezogen, auf denen die kommerzielle Nutzung stattfindet.



Fast alles ist frei zugänglich. Das Theater ist geschlossen – wohl, weil drin gearbeitet wird. Das Musem ist derzeit auch geschlossen, was Renovierungen geschuldet ist. Ob der letzte gültige Eintritt von 17 Euro angemessen ist, möchte ich gerne einmal selbst feststellen.
In dem weiten Arreal wurden ganze Straßenzüge ausgegraben.
 


An diesem ersten Besuch in Side wurden wir von einem Gewitter überrascht. Viele sind an diesem Nachmittag richtig nass geworden. Wir fanden einen Unterstand. Als ich nach einem Bier fragte, rannte einer in den Regen und brachte mir eines. Es wurde noch richtig lustig…



Wieder zurück im GRÜN brauchten wir eine heiße Dusche.
Und ein Super-Abendessen…


Montag, 13.05.2024

Wir legen wir einen Pool-Tag ein.




Dienstag, 14.05.2024

Am Morgen kommt Hassan, der Vater von Erkan. Ich kenne beide seit über 20 Jahren.

An diesem Tag erhalten wir das Auto, mit dem wir die nächsten 2 Wochen fahren werden.

Wir machen am Nachmittag eine Fahrt nur nächsten Tankstelle, um vollzutanken und eine kleine Erkundungstour auf der Konya-yol zum ersten Aussichtspunkt.

Am Abend planen wir die Tour in die Berge: An der Südküste hin und über die Berge wieder zurück – wie vor zwei Jahren. Allerdings will ich diesmal bis zum Cennet ve Cehennem (Himmel und Hölle) fahren.

Mittwoch, 15.05.2024

Wir starten unsere Tour in die Berge an der Südküste nach Osten. Schnell sind wir durch Alanya. Wir dürfen uns nicht zu viele Pausen gönnen, wenn wir am Abend in Karaman sein wollen.
Am Marmure Kalesi machen wir den ersten Halt.
Die Anlage ist inzwischen restauriert. Die 3 Euto Eintritt zahlen wir nicht, weil wir keine Zeit haben, den Besuch im Inneren der Anlage zu genießen. So gibt es nur einige schnelle Fotos.



Im Wassergraben vor der Burg sind immer noch viele Sumpfschildkröten, für die allein sich der Halt direkt an der Straße auf jeden Fall schon lohnt.

In Soguksu, wenige Kilometer vor Aydincik strömt eine große Karstquelle ins Meer. Diesmal trinken wir nur kurz was und essen ein Eis. Keine Badeaktion von Angela im “Kalten Wasser” (=Soguksu) wie vor 2 Jahren.

Durch Aydincik fahre ich durch, dann interessiert mich aber doch, was aus der Gilindire geworden ist und ich nehme den neuen Abzweig zur Höhle. Sie ist inzwischen zur Schauhöhle ausgebaut.
Den Eingang haben sie direkt an der Höhlendecke angesetzt.











Die Höhle ist beeindruckend. Die rund 350 Stufen nach unten lohnen sich.
Was aber nicht geschafft wurde, ist der Blick auf das ur- und frühgeschichtliche Potential der Höhle. Ich muss dazu einen Artikel auf meine Speleo-Seite setzen!

Der See unten in der Höhle, der mit dem Meeresspiegel außerhalb korelliert, enthält Süßwasser, das schon im Neolithikum von dort wohnenden Menschen genutzt wurde.



Da ist doch interessant, wie die Höhle im Jahr 2001 ausgesehen hat.
Und es fällt auf, dass bunte Beleutung ein ausgemachter Blödsinn ist. Die Tropfsteine haben selbst viefältige Farben, die von jeder bunten Beleuchtung überdeckt werden.
Die touristische Nutzung hat die Höhle mit unseren Bedarfen von Bequemlichkeit und Interpretation von Natur so sehr überformt, dass ich froh über die Fotos bin, die ich damals davon gemacht hatte.




Und natürlich gingen die gesamten neolithischen Befunde verloren…
Meine Fotos aus dem Jahr 1999 zeigen, dass damals noch viel davon vorhanden war.


Die neolithischen Nutzer hatten sich an den schwierigen Stellen aus Tropfsteinen Treppen gebaut. Teilweise sind diese sekundär versintert. Damit gibt es die Möglichkeit, die Zeit der Setzung der Treppe durch C14-Datierungen eingrenzen zu können.

Im Freien vor der Höhle fanden wir als Oberflächenfund einen Mahlstein aus dem Neolithikum, ein sicheres Zeichen für Besiedelung.

Der Eingang war zwar damals schon gesichert. Ich habe aber erlebt, dass dies niemand interessierte…

Wir müssen nach unserem Besuch am 15.05.2024 feststellen, dass wir – wollen wir noch zum Cennet ve Cehennem – sonst keine Pause mehr machen dürfen.
Also fahren wir nach Silifke durch und danach weiter nach Narlikuyu und hoch zum C+C.
Inzwischen ist dort alles kommerzialisiert. 12 Euro Eintritt und ein Aufzug von oben bis ganz unten.
Wir wollen nicht so viel Zeit investieren und machen nur einige Fotos von außerhalb der kommerzialisierten Zone.



Beim nächsten Mal muss ich mir Zeit nehmen und wieder zum Höhlenportal in 90m Tiefe, um dort nochmals Fotos zu machen.
Das folgende Bild stammt aus dem Jahr 2006.
In 90m Tiefe setzt ein großer Höhlengang an, der bis -140m führt und unten zugeschwemmt ist. Im Höhlenportal steht die Ruine einer byzantinischen Kirche. Für mich ist das einer der magischsten Orte, die ich kenne.

Wir fahren wieder zurück nach Silifke und durch das Göksu-Tal in Richtung Mut. Dort suchen wir nach einer Toilette und einer Suppe. Wir brauchen einige Zeit und finden danach beides. Die akzeptable Toilette finden wir schließlich in einem amerikanischen Fast-Food-Laden…
Nach Sonnenuntergang kommen wir erst wieder auf die Strecke nach Karaman. Diese wird nicht lustig. Es fängt an zu regnen. Nacht, Regen und eine Bergstrecke. Ich hänge mich meist an einen Lkw.
Erst gegen 21.30 Uhr sind wir im Hotel Demosan.

Donnerstag, 16.05.2024

Am nächsten Tag beschließen wir, das naheliegendste Ziel anzugehen: Das erste Flusstal, das in Richtung Karaman entwässert und dessen Wasser jetzt im Gödet-Stausee landet.
Wir fahren zuerst an den weitesten Punkt, nach Güldere, wo wir vor 2 Jahren wegen einer Straßen-Baustelle aufgeben mussten.
Diesmal kommen wir direkt hin, parken aber einige hundert Meter vor dem kale und gehen zu Fuß.









Angela ist begeistert von der Landschaft und vom kale oben im Felsen. Nicht umsonst wurde der Ort “Sakli Cennet” getauft, der versteckte Himmel. Wir fahren wieder hoch auf die Hochfläche und die nächste Straße ins Tal – bei Pasabagi.

Von dort könnten wir im Tal zum Stausee fahren, wir nehmen aber die Asphaltstraße auf der Hochfläche.

Das reicht für diesen Tag. Schließlich wartet im Demosan noch der Pool und das Hamam auf uns.

Freitag, 17.05.2024

Wir kommen erst gegen 13 Uhr auf die 40km-Strecke nach Ayranci. Dort gehen wir zunächst auf den Friedhof, der vor der Stadt direkt an der Straße liegt. Wir werden von einer Gruppe Besucher und Einheimischen angesprochen und sie zeigen uns auf dem alten Teil des Friedhofs, an welcher Stelle das Grab von Bülent ist, der Sohn des Lehrers Arif, der nach seiner Pensionierung als Lehrer zum Bürgermeister wurde. Er hatte mich damals geholt, um Wasser zu finden, was ja gelang. Bülent ist also der Sohn des Lehrers Arif = Arif Hocaoglu. Er war in den ersten Jahren dort ein guter Freund.

Ich zeige Angela auch die Ecke des alten Teils, wo die Opfer des Erdbebens im Bereich Istanbul vom 17.08.1999 bestattet wurden. Es gibt keine Stadt in der Türkei, die damals nicht viele ehemalige Einwohner verloren hatte. Ich war in diesen Tagen in Ayranci und habe mitbekommen, wie das Fernsehen am Anfang überall draufgehalten hatte und einige Tage brauchte, um mit der Tragödie angemessen umgehen zu können.

Jetzt endlich wollte ich Yakup wieder einmal treffen. Mir fällt gar nicht auf, dass Asiye schwarz trägt. Es ist ein Schock, auf die Frage nach Yakup erfahren zu müssen, dass er im Januar an Krebs gestorben war.
Danach fahren wir zum Tunnelausgang des Hisilayik kuyu, wo das Wasser rausfließt, das ich 1990 entdecken konnte. Die DSI, das türkische Wasserwirtschaftsamt, fuhr mit einem 1,2 km langen Tunnel die von mir vermessene Halle an. Der Bauleiter hatte damals meinen Plan an der Wand hängen.





Wir sind dort in einem Bereich um 1600m Seehöhe. Die Bäume dort sind fast ausschließlich Wachholder – ardic.
 
Auf der Rückfahrt fahren wir durch Ayranci durch und nehmen den Weg am Bahnhof vorbei nach Hüyükburun. Yakups Familie kommt von dort und zwei der insgesamt 8 Brüder wohnen auch noch dort. Das Grab hätten wir nicht gefunden, wenn Kinder es uns nicht gezeigt hätten. Es hat noch keinen Grabstein. Von den Kindern kommen aber welche aus der Familie von Yakup, die direkt neben dem Friedhof wohnen. Natürlich gibt es eine angeregte Runde mit Tee auf dem Hof.

Der neben mir sitzende Bruder hat große Ähnlichkeit mit Yakup und spricht auch ein gebrochenes Deutsch, das fast schon wie ein Dejavu wirkte. Den anderen, dahinter stehenden Bruder  hatte ich damals als Muhtar der Gemeinde kennengelernt.

Samstag, 18.05.2024

Wir beschließen, eine Pause einzulegen und in Karaman zu bleiben.
Wir besuchen das Museum und die Burg, kommen in diese aber nicht rein.
Inzwischen haben wir für die Abende etwas Neues entdeckt: Wir sehen die deutschen Istanbul-Krimis über die Mediathek. Das ist für uns in der Türkei ein großer Spaß.

Sonntag, den 19.05.2024

Beim Frühstücken erfahren wir aus dem Fernsehprogramm, dass heute Nationalfeiertag ist. Wir hätten uns nach einer Parade erkundigen sollen, denken aber nicht daran.
Wir beschließen, ins Yesildere-Tal (=Grüntal oder Grünbach) zu fahren. Als ich 1990 dort ankam, war klar, dass ich da bin, wo ich hinwollte. Alles, was ich sehen wollte, gab es hier.

Beim gewaltigen Manazaan-kale hielt ich an. Während Angela zum kale hochging, knüpfte ich Kontakte.





Im Ort Taskale, wo ich eine Quellhöhle (https://speleo.franzjoerg.de/hoehlen-bei-taskale/) damals auf 2500m Länge entdeckt, erforscht und vermessen hatte, halten wir an der Speicherwand mit der dort eingeschlagenen Tas-Cami (=Stein-Moschee).







Da wir im Museum in Karaman über ein Plakat erfahren konnten, dass die Incesu-Höhle (https://speleo.franzjoerg.de/hoehlen-bei-taskale/)  inzwischen zur Schauhöhle ausgebaut wurde, fahren wir dorthin. Sie liegt im Incesu-Tal, das an dieser Stelle sehr malerisch ist und auch landwirtschaftlich nutzbare Flächen bietet. Kein Wunder, dass sich jemand ein schmuckes Wochenendhaus dorthin baute.



Angela geht für ein kurzes Stück mit mir in die Höhle, ist dann aber doch lieber draußen.

In dieser unscheinbaren Hütte ist der Zugang zur Wendeltreppe abwärts in die Höhle, die eigentlich nicht weit unter dem heutigen Gelände liegt. Sie ist ein  Ergebnis einer Landschaft, die es heute nicht mehr gibt.

















Der Bürgermeister, der mich damals in dieses Tal brachte, weil er wollte, dass ich die Quelle erforsche, um eventuell an mehr Wasser zu kommen, wollte aus dieser Höhle ursprünglich einen Käseschacht machen, in dem Tulum Peynir, der traditionelle Käse der Nomaden, reifen kann. Vorbild war für ihn der berühmte Divle Obrug in Ücharman. Dafür ließ er störende Tropfsteine in den ersten Hallen der Höhle “fällen”. Wenn man das nicht weiß, kann man das heute kaum erkennen. In den tagferneren Teilen kann man aber sehen, wie es im Eingangsbereich einmal original ausgesehen haben könnte.
Die bunte Beleuchtung ist natürlich Blödsinn – aber es wird angenommen, dass dies den Geschmack des Durchschnittspublikums trifft.
Auf der Rückfahrt machen wir noch am Gürlevik, der Quellhöhle, die ich 1990 erforschte, Halt.

Die Quelle ist noch da – das Restaurant aber ist heruntergekommen und zerfällt zusehends.
Taskale von der anderen Talseite aus:



Im Ort mache ich noch ein Foto vom Platz, an dem wir 1990 für viele Wochen mit dem Bus standen. Im langgestreckten gemeindeeigenen Bau waren damals (von links nach rechts) der Bäcker (firin), der Metzger (kasab) und ein “Restaurant” (lokanta) untergebracht, das ein bis zwei Mal die Woche eine Mahlzeit zur Verfügung stellte.

Rückfahrt nach Karaman für Hamam, Abendessen auf dem Zimmer und Krimi …

Montag, 20.05.2024

Wir entschließen uns zu einer Fahrt ins Uludere-Tal nach Berendi.
Über den Stausee von Ayranci fahren wir durch Ücharman nach Kiraman. Dort ist die Talsohle breit und intensiv landwirtschaftlich genutzt. Der Zulauf des Kiraman-kale-deresi sorgt für genügend Wasser.



Natürlich müssen wir auch am Köpek balik kaya, dem Haifischfels, anhalten. Angela zeigt einmal wieder einen ihrer berühmten Stunts und legt dem Hai todesmutig die Hand ins Maul.



In Kirmanoglu (“Sohn des Kiraman”) arbeitet die Mutter von Aishe im Hof und erkennt mich gleich. Aishe war damals 7 Jahre alt. Sie ist heute in Eregli verheiratet und hat inzwischen 3 Kinder.
Der Rest der Familie ist wohl beim Mittagessen. Die beiden Söhne von Galip kommen hinzu und laden uns ins Haus ein. Mehmet war schon immer derjenige, der den Bauernhof führt. Sein Bruder ist seit 2 Monaten Muhtar der Großgemeinde Berendi mit 5 Dörfern.

Zunächst fahren wir durch Kesir – niemand ist auf der Straße. In Richtung Gökharman – hoch zu den südlichen Yaylas – sieht Angela, dass die Straße immer noch nicht geteert ist. Sie hat Panik vor Geländeeinlagen. Also nehmen wir einen kurzen ungeteerten Weg nach Berendi runter. Dort ist eine Schafherde, was Angela eher lockt.

In der Sonne mit dem Handy Fotos zu machen (ich habe diesmal zum ersten Mal keine Kamera dabei und fotografiere nur mit dem Handy) bedeutet immer wieder, nichts zu sehen und einfach nur blind draufzuhalten. Dass ich nicht die Landschaft im Visier habe, sondern ein Selfie mache, ist dann eben ein Zufallsergebnis.

Die Lage von Berendi am Talhang ist immer wieder ein Foto wert.



Mit dieser Abfahrt haben wir dann doch eine Geländefahrteinlage…

Da auch Berendi wie ausgestorben ist und auch kein Teehaus hat, fahren wir wieder in Richtung Ayranci. Vor der Straßenbiegung nach Ücharman in Richtung Stausee biege ich links ins Bugdayli-Tal ab. Unten am Bach ist ein großer Picknickbereich, wo wir Kontakt zu Einheimischen aus Karaman finden und zu einem Tee eingeladen werden.
Ich möchte endlich einmal wieder das kale im Tal sehen. Das wird zum nächsten Schock: Die Idioten haben dort mit Bagger auf der Suche nach “Schätzen” gegraben und die Anlage weitgehend zerstört. Ich bin wütend…








Der Blick von dort auf die große Obstplantage von Yakup ist dagegen wohltuend.


Dass uns zum Abschluss dieser Tour dann noch eine kapitale Schildkröte buchstäblich über den Weg läuft, ist gelungen.


In Ayranci halten wir nochmals an, um ein Stileis zu essen. Dabei entdeckt mich der Friseur, kommt aus seinem Laden und begrüßt mich. Das passt: Ich wollte mir sowieso den Bart schneiden lassen. 20 Minuten Rundum-Pflege für 3 Euro sind konkurrenzlos: Neben der Beseitigung bzw. Kürzung von Brauenhaaren und Nasenhaaren schneidet er sogar das im Nacken störende Innenlabel aus dem T-Shirt.
Danach rieche ich wie ein orientalisches Puff, bin aber perfekt gestylt. Das ist einfach ein MUSS für einen Mann in der Türkei!
Wir können nach Karaman fahren und das Abendprogramm starten.

Dienstag, 21.05.2024

Heute ist der letzte Tag in Karman. Also: Auto waschen und Hasan besuchen. Dieser ist an seiner alten Wohnadressse nicht mehr zu finden. WhatsApp regelt das: Wir bekommen Kontakt und einen Treffpunkt über google maps. Hasan ist gerade in der Innen-Stadt. Wir treffen ihn bei seiner eigenen alten Schule, deren Altbau inzwischen zum Museum gestaltet wurde.








Neben Modellräumen einer alten osmanischen oder einer holländischen Klasse gibt es ein kurioses Sammelsurium von Gegenständen: Dampfmaschinen-Spielzeugmodelle, Röhrenradios, Schreibmaschinen, Werkzeuge… Mir wird klar, dass ich eigentlich mit meinem Besitz mehrere Museen ausgestalten könnte.
Vieles kommt mir aus meiner Kindheit vertraut vor.

Mittwoch, 22.05.2024

Zunächst ein letztes Mal das Frühstücksbuffet des Hotels: Der zweite Gang meines inzwischen standardisierten Früchstücks-3-Gänge-Menus fällt etws üppiger aus.
Das Wetter auf der Bergstrecke ist zu diesig für Fotos und Angela will die Tinaz-Tepe-Höhle unbedingt vermeiden. Also fahren wir zügig zurück nach Kizilot, das ja nicht weit weg von der Stelle liegt, an der die Konya yol aus den Bergen auf die Küstenstraße D400 mündet.
Im Hotel GRÜN beziehen wir wieder das Appartement Nr. 24 im dritten Stock zum Meer hin, wo wir zwei Räume (mit zusätzlichen von uns nicht gebrauchten 2 Betten), einen Balkon auf zwei Seiten und einen Laptoparbeitsplatz mit Blick aufs Meer zur Verfügung haben. Eine Küchenzeile mit großem Kühlschrank rundet das Ganze ab. Es ist einfach nur TOP!

Donnerstag, 23.05.2024

Wir beschließen, nach Side zu fahren. Wir haben Auto und das Wetter wird nicht erneut ein Gewitter präsentieren.







An der Karte kann man die Dimensionen der alten Stadt erahnen.

Überall gibt es “Fenster” in die ursprüngliche Bebauung: Entweder ergraben und offen liegend oder unter begehbaren Glasböden zu sehen.



Das Konzept hat begeisternde Aspekte.













Dazwischen sind ganze Straßenzüge mit Geschäften.

Bei dem Restaurant, bei dem wir anlässlich des Gewitters unterkamen, trinken wir natürlich was.

Wir sind rechtzeitig wieder im GRÜN, um Pool, Strand und den Tagesausklang genießen zu können.

Freitag, 24.05.2024


Gegen Mittag fahren wir nach Alanya und sind um 13 Uhr auf dem Burgberg.
Oben am Eingang warte ich auf Angela, die vorher schon ausgestiegen ist, um zu Fuß nochzugehen und die Aussicht zu genießen.



12 Euro Eintritt/Person ermöglichen uns den Zugang ins Innere der Burganlage, was sich lohnt.
Die schriftlichen Erklärungen sind nicht wirklich umfassend und gut. Den digitalen Führer leisten wir uns aber nicht.







Was wirklich sensationell ist, ist der Ausblick von der Burganlage nach allen Seiten.







Ich habe Lust, etwas zu trinken, während Angela einen Spaziergang an der Strandpromenade machen will. So fahre ich zu unserem Hotel von vor 2 Jahren, wo wir uns verabreden.

Möglich wäre noch eine Fahrt durch das Dim-Tal zum Stausee oder auch ein weiterer Besuch der Dim-Höhle. Das verschieben wir aber auf einen nächsten Aufenthalt und fahren wieder zurück nach Kizilot.
Meer, Pool und ein gutes Abendessen sind ja auch als Anreiz nicht schlecht…


Nach einem Feierabendbier mache ich noch Fotos vom GRÜN in der Nacht.



Wir wissen, warum wir wieder kommen werden …

Samstag, 25.05.2024

Weil es uns am Selale in Manavgat so gut gefallen hatte, fahren wir wieder hin. Die weniger als 1 Euro Eintritt sind gut angelegt.

















Damit ist auch gut für heute.
Im GRÜN das übliche Nachmittags- und Abendprogramm.

Sonntag, 26.05.2024

Wir nehmen uns für heute den Köprülü-Canyon vor. Ich habe daran gute Erinnerungen aus der Zeit, in der der Tourismus dort erst in den Anfängen steckte. Ich bin gespannt auf die Veränderungen – und werde herb enttäuscht. Nicht nur eine gute Straße im Bundesstraßenformat führt inzwischen an allem Interessanten vorbei, sondern dort, wo es interessant wird, bommt der Kommerz. Ohne Eintritt geht (fast) nichts mehr. Es wurden auch neue Gebiete erschlossen, die vorher nicht erreichbar waren, z.B. der Tazi-Canyon. Side bringt für alles das zahlende Publikum und sowohl Antalya als auch Alanya sind nicht weit. Rafting ist inzwischen das große Geschäft. Aber auch Seilbahnen sind im Programm.




Angela überrascht einmal wieder mit gewagten Stunts nahe am Abgrund …





Weil es mich nicht reizt, den Kommerz dort mitzubedienen und ich mir eine weitere Enttäuschung in Selge ersparen will, fahren wir wieder zurück ins GRÜN.

Montag, 27.05.2024

In der Nacht gab es ein Gewitter und bis zum Mittag ist es bewölkt mit Donner und leichtem Regen. Als es aufklart, beschließen wir, nach Manavgat zu fahren und uns das Stadtmuseum anzusehen. Das sollte sich als gute Idee herausstellen. Wir parken das Auto in der Nähe des Museums und gehen den Parkstreifen am Fluss aufwärts.



Wir stellen wieder fest, dass Manavgat eine attraktive Stadt ist, die viel zu bieten hat.
Das Museum kostet lächerliche 50 Cent Eintritt (20 TL) und gefällt uns sehr gut.



Die Modelle sind super ausgeführt. Das Beispiel eines osmanischen Stadthauses ist beeindruckend.
Der Fokus des Museums liegt auf Heimatkunde, Brauchtum, Handwerk und nomadische Tradition. Das trifft für mich ins Schwarze. Wir lassen uns Zeit.
Es gibt auch eine Abteilung – wie für mich gemacht.

Das aus drei Bohlen in zur Mitte hin verdickter Form ausgeführte Scheibenrad, wie es bis vor 100 Jahren im osmanischen Reich üblich war. Das viereckige Achsenloch zeigt, dass die Achse mitrotierte.

Die rotierende Achse war nur in eine Gabel am Gestell eingesteckt.

Die Verdickung zur Kontaktstelle mit der Achse in der Mitte des Rades ist gut zu erkennen und hat wichtige statische Funktion.

Ich sollte für mein Museum ebenfalls Ausstellungsräume haben. Die Ausstellungsstücke dafür habe ich in Massen.

Zweimann-Säge

Es dürfte kein Spass gewesen sein, mit diesem Schleifstein zu arbeiten, es gab aber wohl nicht genug gute Steinhauer.







Die hochtechnisierte Form des Scheibenrades, wie es sie in Europa nicht gab, im osmanischen Reich aber Standard war: Zwei konzentrische Kreise aus je 3 Segmenten wurden miteinander und mit einer Nabe verzapft, wobei die Stöße entsprechend gegeneinander verschoben waren.
Wie beim Scheibenrad aus 3 Bohlen wurde das Ganze durch einen Eisenreifen gehalten.

Das Speichenrad gab es ebenfalls.


Ein Diorama eines Cadr auf einer Yayla (traditionelles Nomadenzelt aus schwarzem Ziegenhaar auf der Alm) ist ebenfalls sehr ansprechend gemacht und gefällt besonders Angela sehr gut.

Das normalerweise geschlossene Zelt ist vorne offen, um die Einrichtung sehen zu können. Die Frau entrahmt gerade Schafsmilch. Davor steht der Kessel, in dem die Milch auf dem Feuer abgekocht wird. Rechts hängt die “Sauermilch” in einem Leinentuch, um das Wasser abtropfen zu lassen. Was im Tuch zurückbleibt, ist die Grundlage für den Käse, der gesalzen und in frische Schaf- oder Ziegenfelle eingenäht wird. Diese reifen dann monatelang in Schächten. Der traditionelle Fertigungsprozess verbietet den Handel damit, weshalb Tulum Peynir nur privat zu erhalten ist.
Die Kangal, die Schäferhunde des Ortatoros, sind im Wesentlichen gegen die Wölfe bei der Herde und tragen zu ihrem Schutz geschmiedete Stachelhalsbänder, weil Hunde zum Töten in die Kehle beißen.
Wir stellen fest, dass in einem Raum ein Film zum Leben der Sommernomaden läuft. Er wurde vom TRT produziert und ist allein schon deshalb besonders, weil das Göcmek, der Almauftrieb, tatsächlich noch mit Kamelen gefilmt wurde. Ich konnte ebenfalls ein traditionelles Göcmek erleben – aber ohne Kamele. Ich schaffe es, den Film bekommen zu können, wenn ich nochmals mit einem USB-Stick vorbeikommen werde. Super!

Über dem Gebäude des Museums MKM (Manavgat Kent Musesi = Stadtmuseum von Manavgat) ist eine Brücke, die nur für Fußgänger gedacht ist, aber trotzdem so breit ist, dass sie Tische und Stühle unter einem Sonnensegel zur Verfügung stellt. Großartig! Das Museum hat auch Vitrinen im Freien, womit die Ausstellung nahtlos in die Stadt übergeht.







Wir machen einen ausgedehnten Spaziergang am Fluss entlang.



Bei der Rückfahrt kann ich endlich das Foto machen, das mir noch fehlt: Angela bei einer der vielen Fake-Polizeikontrollen, die die Autofahrer disziplinieren sollen. Aus der Distanz sehen sie täuschend ähnlich aus und haben sogar funktionierendes solargespeistes Blau- und Rotlicht. Sogar das Kennzeichen ist gekonnter fake: 07 steht für Antalya.

Abends macht Erkan noch Fotos beim Abendessen auf der Terrasse für seinen Status.


Dienstag, 28.05.2024

Um 13 Uhr soll der Vermieter kommen und das Auto wieder abholen. Er kommt nicht. Er sollte das Auto erst am nächten Tag holen. Wir gaben den Schlüssel aber an Erkan.
So wird dieser Tag ein Ruhe- und Badetag.




Mittwoch, 29.05.2024

Wir wurden von Markus, Jasmin und Sohn Elias aus Wiesbaden eingeladen, mit nach Manavgat in den Outlet-Tempel Waikiki zu fahren, was wir gerne annehmen. Dort verabschieden wir uns, damit wir unabhängig stöbern können.

Da wir aber nichts für uns finden können, was uns interessiert, fahren wir mit dem Bus in Richtung Busbahnhof (Otogar) und steigen auf der Strecke in der Nähe des Flusses aus. Beim Schlendern am Fluss entlang spricht uns ein Werber an, ob wir eine 1,5 Std-Flussrundfahrt für 15 Euro/Person mitmachen wollen. Das wollten wir eh schon. Ich handle. Bei 10 Euro sagen wir zu.
Es geht zunächst den Fluss runter bis zum MKM, wo der Kahn dreht und danach flussaufwärts bis zur Sintersperre im Fluss (“Kleiner Wasserfall”) fährt.





Meinen “Stunt” auf dem Bugsteg macht Angela dann doch nicht – zu gewagt!
Der Kapitän füttert auf der Strecke eine Gänseschar und zeigt uns Sumpfschildkröten, die nahe über dem Wasser auf Baumstämmen in der Sonne dösen.




Am “Kleinen Wasserfall” steigen wir alle in ein Dolmus um und werden zum Großen Wasserfall gefahren – im Preis enthalten. Die 30 TL Eintritt zahlen wir dann gerne und kommen damit zum dritten Mal während unseres Aufenthalts dorthin. Für uns passt das super!



Die Rückfahrt beschließt einen gelungenen Ausflug.

Inzwischen kennen wir uns mit den Bussen aus, nehmen den ersten zum Busbahnhof und den nächsten nach Kizilot.



Nach dem Abendesssen machen wir noch einen Strandspaziergang – natürlich mit Fotos im Sonnenuntergang.




Donnerstag, 30.05.2024

Unser letzter ganzer Tag in Kizilot.
Klar: Pool- und Strandtag.

Was ich noch nicht in diesem Tagebuch beachtet habe, sind die Blumen hier in der Türkei um diese Zeit (Pfingsten). Selbst im Ortatoros, wo im August alles ockerfarben und staubtrocken ist, grünt und blüht es überall.




















Abends auf der Terrasse fliegt eine Zikade ins Licht und landet auf dem Boden. Das ist die Gelegenheit, endlich einmal eine aus der Nähe zu sehen.
Sie hat die Struktur wie ein Maikäfer, ist nur größer. Und – ihre Tarnfarbe sorgt dafür, dass sie auf der Baumrinde nicht zu erkennen ist.

Freitag, 31.05.2024

Abfahrtstag.
Das Handy weckt uns gnadenlos um 6.30 Uhr. Wir hatten am Vortag schon fast alles gepackt. Nach einem letzten Frühstück bei Erkan werden wir in einer Transfer-Karosse um 7.30 Uhr abgeholt.
 
So sind wir schon um 8.45 Uhr bei den Ersten am Schalter im Flughafen. Nur so kommt man an einen Fensterplatz.



Süd-Start aufs Meer hinaus mit Schleife nach Osten. Ich sitze richtig.







Da wir östlich von Istanbul vorbeifliegen und uns erst danach nach Westen ausrichten, kann ich endlich auch einmal wieder Istanbul aus der Luft fotografieren.








Muss ich noch erwähnen, dass wir vor Stuttgart in so fetten und zähen Wolken flogen, dass wir fürchteten, dass der Pilot den Flughafen überhaupt noch wenigstens kurz vor der Landung auf Sicht anfliegen kann?

Landung im total verregneten Deutschland.
Erst Tage danach sollte es besser werden…

 

 

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Historische Gruppenfotos

Einschulung Rotenfels 1928

Geburtsjahrgang 1921/1922

  1. (oberste) Reihe
    Röhrig Heinrich *27.03.1921 Winkel, + 01.08.1968
    Strobel Hermann *05.12.1921 +22.11.1991
    Riedinger Josef *07.09.1921
    Dufner Fritz
    Hirth Erwin *05.05.1921 +10.08.1998, verh. Stoltzner
    Larisch (?) Kurt
    Förderer Walter Wilhelm *23.04.1922
    Merkel Karl (Karl Richard) *17.01.1922 + 15.12.1942
  2. Reihe
    Riedinger Max *18.08.1921 +12.20.2004
    Ullrich Karl *19.12.1921 +31.08.2014
    Hellbach Anneliese
    Veit Lucia *31.05.1921
    Gerstner Helene Josefine *02.10.1921 +14.07.2004
    Braun Berta (Monika Berta verh. Warth, geb. 02.11.1921, gest. 22.08.2017)
    Wunsch Fritz
    Kögel Mina (Dominika) *18.11.1921
  3. Reihe
    Streb Lotti (Charlotte) verh. Schindler, *08.01.1922 +15.09.2008 Stahlberger Hilda verh. Merkel, *29.01.1922 +30.01.2002
    Göhler Elfriede verh. Moser, *27.08.1921 +Juni 1995
    Westermann (Leopold? 25.09.1920?)
    Göhl (?) Elfriede
    Rieger Maria Margaretha *31.05.1921
    Jüllig Rosa Theresia *08.04.1922
  4. (unterste) Reihe
    Kuss(?) Willi
    Knörr Fritz (Karl Friedrich) *19.11.1921
    Anselm Rudolf *17.04.1922
    Eisele Ernst (?, *04.03.1921)(?Erwin *15.12.1920)
    Leuthner Kurt Josef *04.07.1921
    Leuthner Erwin Friedrich *24.10.1920

Mit DANK an Alexander Fitterer vom Heimatverein Bad Rotenfels für die Unterstützung bei der Zuordnung.

Nicht alle Personen konnte ich zweifelsfrei zuordnen, weshalb ich mich über Hinweise für Korrekturen freue.

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Reisen Speläologie

Sardinien 2023

Im September 2023 hatten wir eine Einladung zu einer Hochzeit auf Sardinien. Ich wollte diese willkommene Gelegenheit nutzen, um Orte wieder zu sehen, an denen ich zwischen dem 04. und dem 10.08.1979 schon einmal als Höhlenforscher und Höhlentaucher war. Ich war gespannt auf die Veränderungen nach 44 Jahren.

Unsere Basis war ein Hotel in Oristano an der Westküste der Insel.
Es hatte den Vorzug, über einen Flügel in der Lobby zu verfügen.

Vor dort aus unternahmen wir mit Mietauto die Fahrten zu den Feierlichkeiten und unsere Ausflüge über die Insel.

Unsere Verfassung am ersten Tag – mitten aus dem Stress zuhause:

Der erste Ausflug führte uns über den langen (langweiligen) Badestrand von Torre Grande zur Ausgrabungsstätte Tharros.




Es wurde klar: Wenn wir wieder ans Meer fahren wollten, würde das in Tharros sein.

Der Abend im alten Zentrum zeigte Oristano von seiner attraktiven Seite.














Die nächsten beiden Tage waren den privaten Hochzeitsfeierlichkeiten gewidmet, am ersten Tag in einem attraktiven Event-Hotel an der Küste und am zweiten Tag im Haus des Bräutigams in einem Dorf.

Danach wollte ich endlich einmal wieder ins Zentrum der speläologischen Sensationen von Sardinien, wozu wir die Insel an die Ostküste queren mussten.


Der Bereich Nuoro, Oliena, Dorgali und die Küste um Cala Gonone ist reich an Sehenswürdigkeiten.

Im August 1979 verbrachte ich eine Woche im Bereich der Su Gologone und dem Höhlensystem Su Ventu mit dem Sipohonausgang der Sa Oche.
Ich musste feststellen, dass die Erinnerung doch sehr blass war und dass ich die gesamte Gegend wieder neu erlebte.




Es ist kein Wunder, dass über der Quelle eine Kapelle steht. Rund um die Welt sind große Quellen und Höhleneingänge magische Orte mit religiöser Bedeutung.



Die Kluft, in der der Quellgang angelegt ist, ist überdeutlich.










Zwischen dem 04.08. und dem 10.08.1979 betauchte ich den Siphon der Sa Oche. Er ist der aktive Ausfluss des Höhlensystems Su Ventu. Wenn ich mich richtig erinnere, war der Siphon unter Trockenzeitbedingungen ein Bilderbuchsiphon von 10m Tiefe und 50m Länge.
Im Frühjahr reicht er wohl nicht immer aus, die gewaltigen Wassermassen zu bewältigen und zu den tosenden Wassern der Sa Oche staut sich das Wasser in der Höhle an und läuft über den oberen Ausgang der Su Ventu ebenfalls ab.
Man erkennt die Macht des Wassers an den vor der Sa Oche aufgetürmten Steinblöcken und am Ablauf mit den mächtigen Steinquadern.









Auf dem Weg in Richtung Ostküste liegt am Fuß des steilen Gebirgskammes das Städtchen Dorgali. Es gibt von dort zwei Pässe in Richtung Meer. Wir nahmen auf dem Hinweg den südlicheren, der durch einen Tunnel entschärft wurde.


Die Stadt Dorgali am Fuß der Bergkette und die Passstraßen über diese Berge an die Küste muss man gesehen haben.


Küste nach Norden mit Cala Gonone.

Eigentlich wollte ich endlich die Höhle Bue Marino sehen. Dazu hätten wir aber nicht den Schildern zur Bucht von Bue Marino folgen, sondern die Straße nach Cala Gonone nehmen sollen, um von dort mit dem Boot zur Höhle zu kommen. Das muss dann für ein nächstes Mal vorbehalten sein.

Küste nach Süden mit dem Abschnitt, in dem die Höhle Bue Marino liegt.


Genau so bekannt ist aber auch diese Bucht, zu der man absteigen kann. Die Parkplätze an der Straße sind voll belegt von Badegästen. Außerdem kann man sich von Cala Gonone aus dorthin fahren und wieder abholen lassen.









Cala Gonone

Für die Rückfahrt wählten wir die spektakulärere Variante nördlich ohne Tunnel.







Einen Nachmittag nutzten wir, um nochmals nach Tharros zu fahren.


























Diese Opuntienfrüchte sind durchaus essbar, während die Dattelsorte an der folgenden Dattelpalme ungenießbar ist.







 

 

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Türkei

Ortatoros 2022

Nach einigen Jahren ohne einen Aufenthalt in der Türkei war es höchste Zeit, endlich einmal wieder Freunde dort zu besuchen und zu sehen, was sich in den letzten 6 Jahren verändert hat.

Pfingsten 2022 war es endlich einmal wieder soweit. Wir hatten die optimale Synthese von Hotelurlaub am Meer mit viel Spa (für Angela) und spannende Erkundung in den Bergen (für mich) gefunden.

Außerdem hatten 25 Jahre mit 35 Türkeiaufenthalten tiefe Spuren in mir hinterlassen, denen ich nachgehen musste. Meine größten höhlenforscherischen Erfolge waren dort verortet mit den entsprechenden Verbindungen und Konsequenzen.

Es wurde also höchste Zeit…

Vier Tage zum Eingewöhnen am Meer. Angela hätte ich sonst nicht in die Berge bekommen…

Natürlich muss ich Angela die Dim-Höhle zeigen, in der wir vor vielen Jahren in den unteren Etagen eingesinterte menschliche Skelette fanden. Als ich den Namen des inzwischen verstorbenen Managers der heutigen Schauhöhle, Nuri Güldali, nannte, waren die letzten 20 Jahre überbrückt…

 

Dann endlich gehts ab in den Ortatoros (Mittel-Taurus)

Super-Erfrischung für Angela im ins Meer strömenden Quellwasser einer Karstquelle. Und weil das Wasser kalt ist, heißt der Ort Soguk Su (Kaltwasser). Das kalte leichtere Süßwasser schwimmt im Meer als Schicht auf dem warmen Salzwasser.

Da wir noch vor Abend in Karaman ankommen wollen, müssen wir ein Highlight in Aydincik unbesucht lassen. Kurz nach der Entdeckung konnte ich in der Gilindire Fotos machen.

Die Mercimek Corbasi (Linsensuppe) in Mut ist ein Muss jedesmal, wenn ich diese Strecke fahre.

Mitten im landwirtschaftlichen Anbaugebiet in dieser weiten Hochsenke in den Bergen ist die Welt noch ziemlich in Ordnung: Erbsensuppe mit Salat, Wasser und so viel Brot Du willst – 2 Euro.

Das DEMOSAN in Karaman ist unser base camp. Angela war nur bereit, mit in die Berge zu fahren, wenn sie jeden Tag ein gutes Hotel und einen großen Pool zur Verfügung hat. Das gehörte zum lange ausgehandelten Kompromiss.


Großer Pool in der Spa-Landschaft im Keller…

…. ein osmanisches Hamam – also alles, was Angela glücklich macht.

Damit konnte es endlich richtig losgehen…

Beim Flug im Jahr 2000 nach Tansania zu einer Höhlen-Expedition saß ich zur richtigen Zeit am richtigen Platz und konnte “mein” türkisches Expeditionsgebiet seit 1990 im Luftbild von der Position direkt über der Stadt Karaman aufnehmen. Bei genauem Hinsehen kann man die unten aufgezeichnete Strecke erkennen.

Nachdem im 3. Tal nach Karaman, das in Ayranci endet, schon in den 50er Jahren von den Deutschen ein Stausee gebaut wurde, kam im ersten Tal ein zweiter hinzu. In den letzten Jahren folgte dann auch im mittleren Tal (Yesildere – Taskale) der 3. Stausee, den ich jetzt zum ersten Mal sehen konnte.

Das sind die typischen seldschukischen Brücken aus dem 14. Jahrhundert – die meisten heute noch durchaus benutzbar – nur eben den heutigen Fahrzeugen nicht angepasst.

Kurz vor Taskale liegt die größte byzantinische Felsanlage, die ich kenne – und ich kenne in diesem Gebiet mindestens 20 davon, mit einer byzantinischen Kirche in Scheinarchitektur in den Fels gehauen und mit großen Räumen, das Ganze auch mehrstöckig übereinander – Manazaan.

Und dann endlich bin ich einmal wieder in Taskale (Steinburg) angekommen, das Bergdorf, in dem ich 1990 über einen Monat verbrachte und hinter einer Quelle 2,5 km Höhle entdeckte und erforschte.

Im überhängenden Fels sind Speicher für Getreide eingehauen, die über Stufen (senkrecht und überhängend!) erreichbar sind. Es gibt auch eine eingehauene Moschee (Tas Cami), was man von drinnen nicht erkennt.

Taskale ist ein malerisches Dorf, dessen Potential wohl etwas zu spät entdeckt wurde. Heute darf kein Beton mehr dort verbaut werden.

Der Gürlevik ist eine Quelle mit Forellenteich, derzeit einmal wieder nicht genutztem Restaurant, Fläche zum Feiern und ein idealer Picknickplatz. Dass ich hinter der unscheinbaren Öffnung im Sommer 1990 nach zwei Tauchstrecken 2500m Wasserhöhle erforschen konnte, war eine Sensation, die mich weithin bekannt machte.

Foto vom Sommer 1990

Im Tal hinter Taskale, nach Kizilaragini, wird deutlich, warum dieses Tal Yesildere (Jeschilderre) = Grüntal heißt. Alles liegt in der Hochsteppe. Grün gibt es nur dort, wo Wasser ist.

Natürlich muss es ein Foto mit dem Muhtar (Ortsvorsteher) in seinem Büro geben, das er sofort in die Sozialen Medien einstellt.

In Asiyes Apotheke konnten wir ein Foto mit ihr machen.

Das folgende Essen 2001 bei einer Quelle war noch typischer: Nur Männer, ein Schaf, Musik und viel Raki. Während wir die Vorspeisen essen und “vorglühen”, wird das Schaf geschlachtet.

Der Stausee bei Ayranci. Dahinter gehts ins Kocadere-Tal, in dem Divle (Ücharman – Üdschharman) liegt, das schon auf der ältesten Karte der Welt, der Tabula Peutingeriana, eingezeichnet ist.

Inzwischen gibts sogar für die Schafherden Asphalt…

Eine alte Frau, die wohl nie aus ihrem Ort rauskam. Und trotzdem: Sie strahlt Zufriedenheit und Zuversicht aus. Eine starke Persönlichkeit mit einem langen aktiven Leben.

Von Ücharman aus fahren wir in einem Seitental hoch in Richtung Catköy (“Dorf an der Kreuzung”). Und wieder können wir sehen, was Yesildere bedeutet.

Diese Höhlenszene liegt etwas abseits. Weil ich sie aber kenne, machen wir den kleinen Umweg, um wie immer Fotos dort zu machen. Wir sollten nochmals dort vorbeikommen…

1990 mit meinem Freund Yakup und Seitan-Ali (Ali der Teufelskerl) aus Catköy in einem typischen Einraumhaus auf der großen Yayla (Alm) Gerdek kilise unter dem Berg Bolkar, der der gesamten Bergkette den Namen gab, die Bolkar-Berge.

Und heute zusammen mit seiner Frau und uns vor seinem Haus.

Es geht von Ayranci aus wieder ins Kocatal

Die fruchtbare Talfläche um die größte Ansiedlung Kiraman zeigt, warum dieses Tal schon im Altertum Fernreisestrecke war. Auch Alexander der Große nahm diesen Weg.

Und natürlich müssen wir einen Halt beim köpek balik kaya machen, der “Hundsfischfels”, auf deutsch, der Haifischfels. Ich wollte eigentlich, dass Angela in sein Maul sitzt – wir einigten uns dann auf diese Pose.

Das war 2010 mit meinem Freund Galip und seiner Frau vor seinem Haus in Kiramanoglu. Er ist einer der erstaunlichsten Türken, die ich kennenlernen durfte. Dass er inzwischen verstorben war, war ein Grund, endlich mal wieder in die Türkei zu kommen, bevor andere Freunde ebenfalls sterben.

Heute mit Galips beiden Söhnen und deren Frauen

Boyali ist eine Talenge, in der sicher im Alterum Zölle erhoben wurden. Im Fels sind Räume und Aussichtsstellen eingehauen.

Der letzte Ort im befahrbaren Tal ist Berendi, 40 km von Ayranci. Zum großen Ort gehören viele Yayla-Bereiche in den Bergen. Die Zeit, in der jede Familie mit ihren Schafen und Ziegen von Pfingsten bis in den September auf der Sommerweide in den Bergen verbrachte, ist aber inzwischen um. Ich bin sehr froh, das noch kennengelernt zu haben.

Mehr zu Berendi unter
http://fotograf.franzjoerg.de/?p=1782

Der mantartas (mantartasch = Pilzstein) heute

Auf dem unteren Bild war er noch nicht auseinandergefallen. Aber man sieht schon den Riss, der im Winter durch Frostsprengung erweitert wurde und den Stein schließlich zerlegt hat.

 

Und endlich sind wir am Ziel: Gökharman (der “Dreschplatz im Himmel” oder die “Scheune im Blauen”). Das ist ein magischer Ort auf ziemlich genau 2000m Seehöhe (rakim iki bin). Dort ist das höchstgelegene Weizenfeld und gleichzeitig die niedrigste Sommernomandenlage. Ich fand archäologische Spuren, die darauf hindeuten, dass dieser Ort schon mindestens seit dem Ende der letzte Eiszeit bewohnt war. Er hat damit wohl soviel Zivilisationstradition wie Gebekli tepe bei Sanliurfa, dem von einem Deutschen ausgegrabenen “kleinen Stonehenge”, mit 12.000 Jahren das älteste Heiligtum der Welt. Gökharman gehört der Familie von Galip. Dort war bei allen meinen Höhlentouren in diesem Bereich mein Basislager. Galip gab mir immer den Schlüssel für sein Einraumhaus in die Hand und erklärte, dass das jetzt mir gehöre, solange ich es brauchen würde.

Man kann sogar mit dem Auto bis vors Haus fahren. Es gibt eine extra Toilette außerhalb, mit Wasserspülung durch einen Schlauch von der Quelle und am Haus ist außen eine Waschstelle mit Wasserhahn.

Mit Galip, Mehmed und Yakup 2012 beim Brunnen neben der Hütte beim Essen. Es gibt Eintopf aus dem toprak, dem irdenen Topf, der über dem offenen Feuer stehen kann. Im Hintergrund ist das Toilettenhäuschen. Im gegen Wildtiere eingezäunten Garten hatte Galip nicht nur Tomaten und Zwiebeln, sondern sogar kleine Kirschenbäumchen.

Diese Kupolen, tassengroße horizontal angebrachte Näpfchen, sind ein Zeugnis für die prähistorische Bedeutung dieses Ortes.

Auf dem linken Bett habe ich viele Nächte verbracht. Draußen ein überwältigender Sternenhimmel, von 2000m Seehöhe aus ohne jede Luftverschmutzung durch Zivilisation oder Industrie. Natürlich wollte ich wieder hier übernachten, aber Angela wollte ihr Basecamp mit Spa auch nur für eine Nacht nicht austauschen.

Dort oben gibt es fast unendliche Berglandschaften ohne jede Zivilisation. Das ist nur Sommernomadengebiet. In der Zeit um Pfingsten, wenn die Sommernomaden in die Berge starten, grünt und blüht der Ortatoros.

Wenige Monate später ist alles wieder ockerfarbene Steppe.

Wir hatten das Glück, einem der Wildpferde des Ortatoros zu begegnen.

Diese findet man an menschenleeren Stellen im Bergland auch in kleinen Herden.

Eine solche Szene ist Geschichte. Die dunklen Ziegenfilzzelte gibt es schon lange nicht mehr. Sie wurden durch Plastik ersetzt – und inzwischen ist das Sommernomadentum fast komplett ausgestorben.

So führt das Tal nach Berendi etwa 50km weit als Schlucht in die Berge.
Mehr zur Schlucht unter
http://fotograf.franzjoerg.de/?p=1068

Zwischen dem Kebankaya, auf dem ich stehe und den gegenüberliegenden Bergen liegt unten im Tal Berendi.

Das ist der uralte Ort Divle (Ücharman = drei Scheunen). Er besitzt in einer Abrisskluft einen überregional bekannten Käseschacht (pejnir obruk), in dem viele Tonnen traditioneller Käse reifen. Er liegt direkt hinter dem Platz, von dem ich dieses Foto gemacht habe.

Die ersten Höhlenforscher in diesen Bergen waren die Bauern (yürük), die in jedes Loch abgestiegen sind, um zu ermitteln, ob dieses sich für die Käsereifung eignet. Wenn man oben in den Bergen eine Schachtöffnung sieht, an deren Rand ein alter Stamm (Wachholder = ardic, das einzige, das dort oben noch wächst) liegt, in den Rillen von den Seilen eingetieft sind, handelt es sich um einen Käseschacht.

Der tiefste Käseschacht im ganzen Ortatoros ist der kar obrug (Schneeschacht, vom Schneekegel, der ganzjährig dort unten liegt). Er liegt in etwa 2300 m Seehöhe und ist 32m tief. 2004 waren wir dort unten für eine Fotosession.
 

(Dank an Aishe für die Nachproduktionen!)

Das sind etwa 20kg-Käsesäcke. Der Käse ist in die Felloberkörper von frisch geschlachteten Ziegen oder Schafen eingenäht. Das sorgt dafür, dass sie nicht öffentlich verkauft werden dürfen und deshalb typisch für den Verbrauch in den Familien oder zur Direktvermarktung der Familien produziert werden. Ich bezeichnete sie als “Ziegenzombies”. Es war schon seltsam, am Seil in einen Schacht abzufahren und unten von ihnen begrüßt zu werden.

Im pejnir obruk von Divle sind Regale angebracht, in denen der Käse reift. Divle ist bekannt für seinen Käse. In jeder Höhlenlage und in jedem unterschiedlichen Höhlenklima, das auch abhängig von der Schachttiefe ist, wirken unterschiedliche Bakterien, die die Käsereifung und damit auch den Geschmack beeinflussen.

Mehr zur Produktion von Tulum peynir unter
http://fotograf.franzjoerg.de/?p=2331
 

Ayranci ist kleiner als Mut und ebenfalls ein Landstädtchen mit Mittelpunktschule. Das Preis-Leistungs-Verhältnis in Sachen Suppe ist mit dem in Mut vergleichbar.

Heute gehts ins erste Tal, das bei Karaman in die Hochebene mündet. Wir fahren zunächst bis zum Stausee im Tal und nehmen danach die Umfahrung auf der Hochebene, um von dort aus an zwei Stellen in den hinteren Bereich dieses Tales abzusteigen.

Vom Stausee aus der Blick zurück in Richtung Karaman. Die Ausläufer der Stadt kann man auf den Hügeln hinten rechts als Hochhauskulisse erkennen.

Die gödet baraji war der zweite Stausee, der im Bereich Ayranci – Karaman gebaut wurde.

Ich wollte hinten im Tal Angela die schönste byzantinische Felsanlage zeigen, die ich kenne – das kale bei  Güldere, das ich damals fotografierte und den Ministerien des Landes in Karaman vorstellte. Sie druckten dann auch gleich einen Hochglanzprospekt und nannten das Ganze “Sakli Cennet”, der verborgene Himmel”. Wir hatten aber das Pech, dass im Interesse einer touristischen Nutzung die Straße dort verbreitert wird und die Zufahrt in den hinteren Teil des Tales für Monate gesperrt ist.

So blieb nur der Blick in den mittleren Talbereich, der allerdings noch nicht als Schlucht ausgebildet ist.

Wir wanderten ein Stück am Bach entlang in Richtung zur Schlucht. Bis zum sakli cennet wäre das aber zu weit gewesen.

So bleibt nur der Blick in meine Archiv, um auf meinen alten Fotos das zu sehen, was ich Angela im Original zeigen wollte.







Dass dieser Bereich “Garten des Pascha” genannt wird, wundert nicht. Und dann läuft uns auch noch eine Schildkröte auf der Straße in die Quere.

Heute wollen wir zur Gerdek kilise yaylasi fahren, der größten Yayla, die ich kenne. Sie liegt unterhalb des Bolkar. Der Weg führt wieder durch Divle und Catköy.

In Ayranci ist heute, am Freitag, Markttag. Das sollte man sich in einem Landstädtchen nicht entgehen lassen. Was früher als Kochgeschirr aus Kupfer war, ist heute aus dem leichteren und auch pflegeleichteren Aluminium. Damit ist nicht nur der Beruf des Kupferschmieds, sondern auch der Beruf des calay, des Verzinners, ausgestorben.

Ich bin sehr froh darüber, die Essplatten aus Kupfer, die ich vor vielen Jahren für mich besorgte, frisch verzinnen zu lassen und dass ich den Prozess auch dokumentierte.

Wir sind zur schönsten Jahreszeit im Ortatoros. Alles grünt und blüht.

Auf dem Weg hinter Catköy in die Berge erinnere ich mich an den ersten Schacht in diesem Bereich und kann mich in etwa an seine Lage erinnern. Ich steige aus, lasse Angela die Staubstraße fahren und wandere den in Frage kommenden Bereich ab. Man muss die Szenerie sehr gut kennen, denn für jemand ohne Kenntnisse ist der Schachteingang auch aus nur 10m Entfernung nicht zu erkennen.

2004 bot der Schacht eine pure Spaßbefahrung. Anfahrt bis an den Schacht, Seile rein, ab gehts…

Und dann sind wir in Gerdek kilise. Kilise ist das türkische Wort für eine christliche (byzantinische) Kirche. Der Name deutet auf eine lange friedliche Koexistenz von Islam und Christentum, was auch das Kunterbunt von islamischen und christlichen Gräbern auf dem Friedhof der Yayla bezeugt. Die Yayla ist ausgestorben und viele traditionelle Häuser sind baufällig geworden. Vor wenigen Jahren sah das noch bedeutend besser aus. Im Hintergrund sieht man den langgestreckten geneigten Grat des 2750m hohen Bolkar.

Auf mein: “Alle mal hersehen” haben wohl nicht alle reagiert….

Neben traditionell gebauten Einraumhäusern in Trockenbauweise, die dem Nomadenzelt nachempfunden sind, gibt es auch aus Kunstmauerstein gemauerte Häuser.

2004 war ich – wie sonst oft – auch einmal wieder auf dem Bolkar. Als die ersten Blitze zuckten (rechts hinten) und das Unwetter auf uns zuzog, beeilten wir uns, den Grat zu verlassen.

Vor 2010 gab es dort oben nur eine alte Steinhütte. Der Platz dort oben ist ein magischer Ort, der mit Urmythen und darauf bezogenen Verhaltensweisen verknüpft ist. Man kann dort oben z.B. Babywäsche finden, die als Opfer einer Frau dafür sorgen soll, dass sie endlich schwanger wird. Inzwischen gibt es dort oben eine neue, hässliche und absolut nicht ins Landschaftsbild passende Steinhütte, die ich lieber nicht zeige…

Mitten am Berg unter dem Gipfel ist eine Bauxit-Abbaustelle, die mit einem Track für Lkws erschlossen ist. Von dort sieht man den gesamten Bereich der Gerdek kilise Yayla.

Östlich der Yayla liegt ebenfalls eine oberflächliche Bauxit-Abbaustelle.

Bei der Bauxitabbaustelle am Berg fand ich einen kleinen Höhleneingang, der allerdings in einem versturzgefährdeten Bereich liegt.

2008 war ich einmal in der kleinen Höhle. Das Besondere ist, dass die Kalzite in der Höhle vom Bauxit rot gefärbt sind.

Mehr zum Bolkar:
http://fotograf.franzjoerg.de/?p=1821

Bei der Rückfahrt posiert ein Geleni, eine Hamsterart, die dort oben in den Bergen überall zu finden ist.



Ein baufälliges Haus auf der Yayla

Das typische Innere: Ein Raum mit Erdboden, der mit Teppichen abgedeckt wird, die Feuerstelle für offenes Feuer, in diesem Fall davor ein Herd – und die Decke aus Ardic-Stämmen, die heute nicht mehr geschlagen werden dürfen, weil es fast keine mehr gibt.

Wenn am Rand eines Yayla-Bereiches ungewöhnlich viele Steine zu finden sind, ist das ein Friedhof. Jedes Grab hat eine Umrandung von Steinen. Ein größerer am Fußende und ein ganz großer am Kopfende. Weil diese Gräber nicht verändert werden, verfallen sie nur, verschwinden aber nicht.

Auf der Rückfahrt liegen zwei Plätze, an denen ich nochmal vorbeifahren muss. Eine malerische Stelle mit Felstoren und die Höhlenkulisse, bei der wir schon vor wenigen Tagen waren.

Dieser Felsbogen stand 2006 noch. Inzwischen ist er eingestürzt.

Die Höhlenkulisse ist immer einige Fotos wert.

 

Die Schäferhunde des Ortatoros müssen Wölfe von den Schafherden abhalten. Deshalb tragen sie Halsbänder mit Eisenstacheln. Die Spur unten fand ich 2010 in den Bergen. Luchs oder Wolf?

Am Tag 7 mit Mietwagen fahren wir von Karaman aus nach Norden. ‘Dort gibt es mehrere byzantinische Kirchenruinen – Binbir kilise – 1001 Kirche.

Vor der Abfahrt besuchen wir aber den großen Markt in Karaman. Ich denke, es gibt mindestens 1km Standreihen, würde man diese aneinanderreihen.

Ob es sein muss, dass die Hühnerküken eingefärbt sind?


Zwischen zwei Orten mit Kirchenruinen konnte ich endlich einmal wieder einen Köhler bei der Arbeit finden.

Nach den letzten Tagen war ein Ruhetag angesagt. Er beginnt wie jeder in diesem besonderen Base-Camp mit dem Frühstücksbuffet.

Das Hotel hat zwei Säle, den seldschukischen und den osmanischen Festsaal. Im seldschukischen Festsaal ist heute eine Hochzeit. Wir sehen uns also den großen osmanischen an. Der Kellner, der den Tischschmuck in den anderen Festsaal bringen wollte, reichte uns diesen und machte das Foto. So kamen wir nachträglich noch zu einem besonderen Hochzeitsfoto.

Für die Rückfahrt wählten wir nicht die Strecke über Mut und dann von Norden an der Küste entlang, sondern den Weg durch die Berge und dann von Süden die Küstenstraße nach Alanya.

Dort oben in den Bergen liegt die Tinaztepe Magarasi (Höhle).

Ich schaffte es tatsächlich, Angela in die Höhle zu locken. Und wir machten die gesamten 1300m Schauhöhlenstrecke – hin und nochmals zurück.

Unten an der Küste fuhr ich an einem kleinen Hotel am Meer vorbei, wo ich schon oft war. Angela verliebte sich sofort in dieses Ensemble. Beim nächsten Türkei-Aufenthalt müssen wir dort einchecken…

2007 fotografierten wir um Mitternacht eine Caretta bei der Eiablage am Strand.

Mehr zur Eiablage einer Caretta unter
http://fotograf.franzjoerg.de/?p=1802

 

Den letzten Tag mit dem Mietwagen nutzten wir, um auf den Burgberg zu fahren und uns dort umfassend umzusehen.

Der Rest dieses Urlaubs war Strand und Genuss…

Die Rückreise bot Gelegenheit, darüber nachzudenken, was wir während diesem Türkeiaufenthalt (noch) nicht gesehen hatten.
Z.B. die wilden türkischen Bergtulpen…

… oder eine Tour im Canyon hinter Berendi …

… außerdem waren wir nicht am Ausgang des 1,2 km langen Tunnels, der nach meiner Entdeckung einer wasserführenden Höhle vom türkischen Wasserwirtschaftsministerium (DSI) in den Berg gesprengt wurde. Heute liefert diese Höhle das Trinkwasser für ein großes Gebiet.

Und dann waren wir natürlich nicht auf einer Yayla. Wir sollten die letzten bewirtschafteten suchen und das Leben dort dokumentieren – heute ohne Kamel, ohne Ziegenfilzzeltstoff und was sonst noch alles fehlt, könnten wir ergründen …

Auch das ist ein magischer Platz, den ich unbedingt nochmals besuchen möchte. Eine Quelle, Höhlen, eine byzantinische Felswohn- oder gräber-Anlage und ein versteckter Platz, der als “Garten des Papstes” bezeichnet wird.

Genug Stoff für einen weiteren Türkei-Aufenthalt…

 

 

 

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Musikszene

FUNCOUSTIC am 09.10.2021 – Mingolsheim

HOMEPAGE von Funcoustic

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Familiengeschichte Ortsgeschichte

Entwicklung im Dorfkern von Rotenfels

Der Dorfkern war gerade in den letzten 150 Jahren weitreichenden Veränderungen unterworfen. Neben privaten Bautätigkeiten waren das:
Bau der Murgtalbahn um 1860
Straßenumbenennungen in der Nazizeit
Weitgehende Zerstörungen im 2. Weltkrieg und danach
Neuordnung von Grundstücksgrenzen
Anlage von Straßen
Neubauten

Anhand des heutigen Grundstücks der Wagnerei Krieg, Eisenbahnstr. 26, ist dies nachvollziehbar.

Zum Bau der Murgtaleisenbahn mitten durch den Ort erwarb die Murgtaleisenbahngesellschaft Grundstücke und verkaufte nach dem Bau die nicht benötigten Geländeanteile wieder an die Anrainer. Dabei ging wohl auch ein Teil des früheren Grundstücks mit der Haus-Nr. 230 (Ortsnummer ohne Straßennamen) verloren. Das Anwesen Eisenbahnstr. 26 war ein Hinterhaus dieser Nummer 230. Das Gelände dazu erstreckte sich bis zum “Kirchgässle” (Kirchstraße).

Am 10.09.1944 wurde der Ortskern von Rotenfels beim Bombardement der Merzedes-Werke in Gaggenau weitgehend zerstört, weil nicht nur das Werk als rüstungserheblicher Faktor selbst, sondern auch die dazugehörige Infrastruktur, wie z.B. die Transportwege Murgtalstraße (Landstraße) und Eisenbahn, beim Einflug der Bomber von der Rheinebene her ins Murgtal zerstört wurden.

Das folgende Foto zeigt das Grundstück Eisenbahnstr. 26 im Jahr 1953. Die Umgebung ist noch vom Bombardement geprägt, die Einquartierungssituation für die ausgebombte Familie Krieg, die sich gerade um die ersten beiden Kinder vergrößert hatte, wurde aber durch einen Neubau des Wohnhauses beendet. Damit das alles auch möglichst schnell vonstatten gehen konnte – obwohl fast ohne finanzielle Mittel mit viel Eigenanteil gebaut wurde – zog die junge Familie in den unverputzten Rohbau ein. Das Trümmergrundstück zweier Wohnensembles mit Stall und Scheuer mitten im Ort war so groß, dass sogar Schafe darauf weideten, weshalb auf der Fläche ein Schäferkarren stand.

Das Foto ist wohl am späten Vormittag eines Sonntags im Frühjahr 1953 entstanden – aus dem Giebelfenster des Anwesens Fuhrmann-Riedinger, heute Rathausstr. 16. Die Fensterläden der Werkstatt sind zu und Frau Anna Krieg steht in Sonntagskleidung auf dem Balkon.

Für die nähere Betrachtung habe ich das Foto mit Zahlen markiert:

1 + 2
Die Grundstücke Rathausstr. 19 und 23 waren zerbombt. Das Doppelwohnhaus mit der alten Dorfnummer 230 erstreckte sich von der Rathausstraße auf der Fläche der 1 und des Schäferkarrens bis nahe an die Werkstatt.
Die damalige Zufahrt zum Grundstück lag noch direkt rechts neben dem Schäferkarren an der Stelle, an der vorher die Zufahrt als Überfahrtsrecht unter dem Schuppen hindurch von der Rathausstraße her lag.

3
Das große Hofensemble Rathausstr. 13, 15 (Buchs) und 17 (Enz) war in seiner rechten Begrenzung auch hinter dem Wohn- und Geschäftsgebäude Enz mit dem Wohngebäude Jörger bebaut. Dieser Teil wurde abgerissen.

4
Die frühere Garage beim Wohnhaus des Autohaus Buchs (Geschäftsgelände an der Rathausstraße gegenüber) wurde zu Wohnzwecken umgebaut und steht heute noch.

5
Schuppen des großen Anwesens an der Kirchstraße, das zusammen mit der Nummer 8, dem dazu gehörenden Wohngebäude, inzwischen ebenfalls abgerissen wurde und mit den Häusern Kirchstr. 4 und 6 neu bebaut wurde. Die frühere Durchfahrt zum Hofensemble Enz-Buchs in der Rathausstraße wurde geschlossen. Diese bildete damals die einzige Zufahrt. Zur Kirchstraße hin gab es nur eine Haustür und ein kleines Gartentor.

6
Das 1950/51 erstellte Wohngebäude der Familie Heinrich und Anna Krieg, Eisenbahnstr. 26.

7
An dieser Stelle wurde das Wohngebäude 1970 in seiner Größe verdoppelt.

8
Siehe 5

9
Das Wohngebäude Kirchstr. 8 steht heute noch und ist damit eines der wenigen erhaltenen Häuser in der Umgebung.

10
Das große Wohngebäude Glaser-Riedinger in der Kirchstraße wurde zusammen mit dem Werkstattgebäude der Glaserei ebenfalls abgerissen und es entstanden die neuen Wohngebäude Kirchstr. 7 und die beiden dahinter liegenden Wohnhäuser. In diesem großen ehemaligen Gebäude waren die Eheleute Krieg nach dem Bombardement einquartiert. Hier heirateten sie am 18.08.1946 und es wurden die beiden ersten Kinder geboren – Franzjörg Januar 1948 und Eva Dezember 1949. Das Hochzeitsfoto entstand auf der Treppe des alten Wohngebäudes (Glaser-Riedinger).

Die Wohnung in der Kirchstraße im dritten Stock lag günstig: Das gesamte Grundstück, auf der die Werkstatt stand, war noch bis zur Kirchstraße unbebaut und gehörte zum Anwesen Krieg. Der “Hühnergarten” war mit Obstbäumen bestanden, beinhaltete ein Holzlager, einen großen Steinhaufen mit Trümmersteinen aus dem zerbombten alten Haus und eine Bienenhütte. Zur Kirchstraße hin gab es ein “Gardedörle”, sodass vom Wohnhaus zur Werkstatt eigentlich nur schräg “s’Kirchgässle” gequert werden musste.

11
Das einzelstehende Wagnereigebäude aus dem Jahr 1898 überstand den Brand und ist heute noch weitgehend original erhalten.

12
Das ehemalige Wohnhaus Rieger wurde ebenfalls abgerissen und neu erbaut. Es hat die Hausnummer 10 in der Kirchstraße.

13
Das solide Eckhaus Kirchgässle/Bahnhofsgässle Eisenbahnstr. 22 ist ebenfalls alter Baubestand und damit eines der wenigen Häuser, die zwei (knappe?) Jahrhundertwenden überlebt haben.

14
Dort war unser Hühnergarten. Mein Vater verkaufte den Teil davon, der die hintere Grenze der anderen Grundstücke an der Kirchstraße zu unserer Seite überragte und machte damit einen weiteren Bauplatz für ein Eckhaus frei – die heutige Eisenbahnstr. 24 und 24a. Auf dem Foto ist der Steinhaufen aus den Trümmern des alten Wohn- und Ökonomiegebäudes zu sehen. Die Steine wurden aus dem Trümmerschutt aussortiert und hinter die Werkstatt transportiert.

15
Das Backhäuschen überlebte ebenfalls das Bombardement, wurde noch in den 50er Jahren von meiner Mutter benutzt und funktioniert heute noch. Es dürfte original aus der Zeit der Erstellung der zerbombten Gebäude stammen – wohl aus dem Spät-Barock zwischen 1750 und 1800. Nähere Hinweise könnten sich aus dendrochronologischen Untersuchungen der verwendeten Balken ergeben.

Meine Oma Rosa Krieg in den frühen 40er Jahren beim Brotbacken.

16
Hier verläuft seit den späten 50er Jahren die Bahnhofstraße, nach der Eingemeindung in Eisenbahnstraße umbenannt, weil es in Gaggenau schon eine Bahnhofstraße gab. Das Machtgefälle bestimmte wohl, welche umbenannt werden musste.

 

Dies ist das Foto eines Gemäldes, das das alte Wohnhaus aus der Gegenrichtung zeigt. Es dokumentiert die Situation vor dem Bombardement.

Im Vergleich dazu nochmals der Blick aus der Gegenrichtung – zur Rathausstraße hin – etwa aus dem Jahr 1922.

 

Die folgende Aufnahme – evtl. aus dem Giebelfenster des Hauses Eichelbergstr. 2 – zeigt den Blick über die Trümmergrundstücke Hindenburgstr. 4 (Sandhaas) und Grundstück der Wagnerei Krieg. Aufnahmedatum evtl. an einem sonnigen Sonntagmorgen im späten Frühjahr 1945.

Ausschnitt Grundstück KRIEG

1     Rathaus
2     Anwesen Jörger – inzwischen abgerissen
3     Rathausstraße 13 – renoviert
4     Rathausstraße 15, Buchs, renoviert
5     Werkstattgebäude der Wagnerei Krieg
6     Trümmer des am 10.09.1944 zerbombten Wohn- und Ökonomiegebäudes Krieg
7     Durchgehender Zaun als Grundstücksgrenze entlang der Bahnlinie zwischen den beiden Bahnübergängen Rathausstr. und Kirchstr. aus großen Sandsteinquadern mit Lattenzaunfeldern.
8     Bienenhütte
9     Holzvorräte
10   Steine, aussortiert aus dem Brandschutt, 1951 verwendet für das Fundament des neuen Wohnhauses hinter der Werkstatt.

 


(Download aus google maps am 25.06.2024)
Die gelbe durchgehende Linie zeigt die heutigen Grundstücksgrenzen des Anwesens KRIEG, Eisenbahnstr. 26.
Die gestrichelte gelbe Linie zeigt den bis in die 60er Jahre dazugehörenden Grundstücksanteil, der verkauft wurde.

Aufbauarbeit nach dem Krieg

Das Foto vom September-Oktober 1954 zeigt die Beseitigung der letzten Kriegsschäden und die Neuordnung.
Da, wo meine Eltern graben, ist heute noch der damals angelegte Vorgarten.
Rechts hinten das Eckhaus Rathausstr./Hindenburgstr., Schäfer-Krieg, (in Fachwerk-Bauweise), das nach einem Brand abgerissen werden musste. Die Fläche ist heute unbebaut.
Ganz rechts davor sieht man noch eine Ecke des Bahnwärterhäuschens, das dort einst stand.
Sowohl unser Backhäuschen als auch das hinter der Bahn stehende Haus Laub haben die schwierigen Zeiten überlebt.
Unser langes Grundstück wurde bis zur Kirchstraße gegen die Bahn von einem Zaun begrenzt, der aus schweren Sandsteinpfosten und darin eingehängten Holzzaunfeldern bestand.
Die Bahnhofstraße gab es in diesem Bereich noch nicht.
Die Auffüllung im Hofbereich mit Steinen und Schuttmaterial sorgte dafür, dass dieser gesamte Bereich sich um etwa 30 cm erhöhte. Referenz dafür ist der Werkstatteingang, der inzwischen über eine Stufe abwärts betreten werden muss.
Und natürlich:
Alles war Handarbeit. Schon der Aushub für das Wohnhaus, dessen Keller komplett unter der Erde liegt, wurde 1950 von Hand bewältigt, was dadurch bestimmt wurde, dass dieser Bereich im Sandbett (mit Geröllen!) der Ur-Murg liegt. Schade ist, dass der damals in 2 Metern Tiefe ausgegrabene Baumstamm nicht dentrochronologisch untersucht wurde.

Ohne eine Selbstversorgerbasis in der Landwirtschaft und im eigenen Garten wäre es damals nicht möglich gewesen, den Aufbau nach dem Krieg leisten zu können. Das Problem war nur, dass Stall und Scheuer abgebrannt waren. Die Kühe waren daher in einem Stall bei Bier-Schmitt untergebracht. Hier ist mein Vater mit Gretel und Mohrle, angespannt vor einem Fahrgestell eines Feldwagens, vor dem neuen Haus auf dem davor liegenden Trümmergrundstück.

1952 oder 1953 gab es in Gaggenau ein “Seifenkisten-Rennen”, für das die ansteigende Konrad-Adenauer-Straße bestens geeignet war. Die “Seifenkisten” waren willkommene Werbeträger im boomenden Geschäft der 50er Jahre. Mein Vater erhielt damals den Auftrag, vier dieser Gefährte zu bauen.


Meine Schwester Eva und ich in zwei der vier “Seifenkisten”


Die gesamte Flotte mit ihren jungen Fahrern – wohl auch wieder an einem Sonntag aufgenommen – die Fensterläden der Werkstatt sind zu

 

 

 

 

 

 

 

 

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Schwarzwald

Westlicher Nordschwarzwald

Zusammenstellung: Franzjörg Krieg

Diese Tour verbindet drei vom Charakter her grundverschiedene Elemente:

  1. Die Tälerquerung aus dem Pfinztal über das Albtal und das Murgtal ins Oostal
  2. Den Hochschwarzwald bis zum Mummelsee in 1036m Höhe
  3. Das Rebland im Abfall des Schwarzwaldes ins Rheintal zwischen Achern und Baden-Baden

STRECKE                                                                 (Möglicher) STOP

Pfinztal

Querung aus dem Pfinztal über das Albtal und Murgtal ins Oostal

Turmberg, Durlach                                                 Turmberg, Aussicht über
                                                                                     Karlsruhe und Rheintal
Waldbronn
Marxzell                                                                     (Museum)
Herrenalb
Moosbronn                                                                Wallfahrtskirche
Michelbach
Selbach
Ebersteinburg                                                          Ebersteinburg, Aussicht über
                                                                                     Murgtal und Rheintal

Baden-Baden                                                            Trinkhalle bis Gönneranlage

Hoch-Schwarzwald
Schwarzwaldhochstraße
Geroldsauer Wasserfälle                                         (Wasserfälle)
Schwarzenbach Talsperre                                      Abstecher zur Talsperre
Mummelsee                                                                Aussichtspunkt beim 
                                                                                      Parkplatz über die
                                                                                      Berge bis ins Rheintal
Mummelsee
Allerheiligen Wasserfälle                                         Ruine und Wasserfälle

Rebland
Kappelrodeck
Sasbachwalden
Lauf, Brombach
Bühl
Altschweier, Eisental, Steinbach, Varnhalt
Yburg                                                                             Burg

Baden-Baden
Rotenfels
Karlsruhe

Gesamtstrecke: Etwa 250 km

Der erste Aussichtspunkt auf dem Turmberg gibt die Gelegenheit, vom nördlichsten Punkt aus einen Blick von oben auf einen Teil des Exkursionsgebietes zu machen.
Die Lage von Schwarzwald, Rheingraben und Vogesen (Pfälzer Wald) ist zu überblicken.
Außerdem kann die Bewegungsrichtung nach Süden mit der Querung von Tälern, die das Wasser aus dem Schwarzwald zum Rhein hinführen, erläutert werden.

Zwischen Albtal und Murgtal liegt Moosbronn mit seiner Wallfahrts-Marien-Kirche. Auch von meinem Wohnort Bad Rotenfels aus geht im Mai die historische Marien-Prozession über die Direktissima durch den Wald nach Moosbronn.


Vom Turmberg aus kann Durlach, Karlsruhe und die Rheinebene bis zum Pfälzer Wald und den Vogesen überblickt werden.


Die Wallfahrtskirche in Moosbronn

Von der Ebersteinburg aus kann nach der Querung der beiden Täler Albtal und Murgtal die Gegenrichtung überblickt werden. Außerdem gibt es einen Ausblick sowohl in die Rheinebene als auch auf die Weiterführung der Tour über Baden-Baden.


Blick von der Ebersteinburg aus nach Norden ins vordere Murgtal


Blick von der Ebersteinburg aus nach Westen ins Rheintal

Baden-Baden ist einen Halt mit Spaziergang entlang der Oos von der Trinkhalle bis zur Gönneranlage wert.


Mitten in der Stadt bei der Brücke zum Theater und zum Kurhaus liegt dieser Brunnen, den viele zur Erfrischung nutzen.

Baden-Baden ist durch den großen Park entlang der Oos mit den vielen Luxushotels auf der anderen Seite der Oos eine mondäne und doch eine sehr grüne Stadt, die einen Aufenthalt wert ist.


Der Eingang über eine der kleinen Oosbrücken zur Gönneranlage mit ihrem großen Brunnen und den vielen Rosen


Die Trinkhalle mit ihren Gemälden zu den lokalen Schwarzwald-Sagen

Nur bei sehr frühem Start ist im Rahmen einer Tagestour die Besichtigung der Geroldsauer Wasserfälle zu empfehlen.

Nicht missen sollte man den Abstecher zur Schwarzenbach-Talsperre mit Ausblick ins Murgtal.


Die Staumauer der Schwarzenbach-Talsperre

Kurz vor dem Mummelsee gibt es einen sehr empfehlenswerten Ausblick direkt von der Schwarzwald-Hochstraße (500) über die abfallenden Berge ins Rheintal.

Der Mummelsee selbst ist ein internationaler Hotspot mit allen Vor- und Nachteilen.

Von diesem höchsten Punkt der Tour in einer Seehöhe von 1036m aus führt die Tour über die Allerheiligen-Wasserfälle zum 3. Abschnitt dieser Tour – die Fahrt durch die Weinberge des Reblandes in der letzten Stufe des Abfalls des Schwarzwaldes ins Rheintal.

Die Allerheiligen-Wasserfälle stellen einen wohltuenden Kontrast zum internationalen Tourismus am Mummelsee dar.


Der Fußweg abwärts führt an der Klosterruine vorbei

Ein Fußweg von gut einem Kilometer führt zu den Wasserfällen.



Auch hier sollte man 1 – 2 Stunden einplanen.

Anstatt über Bühl zu fahren, kann man auch die Tour durch die Dörfer über Bühlertal wählen. Allerdings muss man noch genug Zeitreserve lassen, um noch einige Zeit vor Sonnenuntergang auf der Yburg zu sein.

Es empfiehlt sich, auf der Yburg zu Abend zu essen und dort die Zeit bis zum Sonnenuntergang zu verbringen.

In Baden-Baden schließt sich der Kreis. Ab dort kann man durchaus noch nach Sonnenuntergang fahren, weil die Strecken vom Morgen her bekannt sind, bzw., weil der Rest über die Autobahn bewältigt wird.


Die Gastronomie im Burghof der Yburg


Der Blick von der Yburg aus nach Westen ins Rheintal


Der Blick von der Yburg in Richtung Norden nach Baden-Baden (Oostal)

 

 

 

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Reisen

RONDA – Andalusien

Ronda ist eine der sehenswertesten Städte in Andalusien.

Vor über 30 Jahren kam ich als Höhlenforscher in diese Gegend. 2019 wieder als Tourist.

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Reisen

MALAGA im Advent

Die Doppelresidenz-Konferenz am 02. und 03. Dezember in der Universität in Malaga bot eine willkommene Gelegenheit, nach 31 Jahren endlich einmal wieder nach Andalusien zu kommen.

Und ich durfte Malaga und Ronda wieder völlig neu erleben.

Für einen Überblick empfiehlt sich eine Wanderung auf den Burgberg.


Zunächst natürlich ein Blick zum Strandabschnitt mit dem Hotel


Und dann die Stierkampfarena…

Und dann natürlich die Kathedrale – einer der beeindruckendsten sakralen Räume, die ich kennenlernen konnte.

Obwohl nur die Hartgesottendsten ins Wasser gehen, spielt sich viel Leben immer noch am Strand ab.

Natürlich gehört auch das Essen zum Strand. Mitten in der Woche sind die Restaurants mit Tischen im Freien brechend voll.

Und dann noch Sport und Kunst – und schon hat man das Malaga-Feeling…

Der Stadtpark zeigt subtropische Vegetation in geballter Form.
Und es blüht überall im Advent.

Das ist das, was als Gummibaum zuhause bei uns im Blumentopf steht, in ausgewachsener Form.

Die Dekoform der Orange, die in Malaga zum Stadtbild gehört.

Das wächst in Malaga überall.

Tiere gehören ebenfalls überall dazu.

Die Weihnachtsbeleuchtung, die in der Nähe der Kathedrale in einer Einkaufstraße installiert ist und jeden Abend um 18.30 Uhr, 20 Uhr und 21.30 Uhr mit jeweils drei wechselnden Musikstücken mit Hunderten von gesteuerten Kanälen inszeniert, ist das Beeindruckendste, das ich in dieser Form bisher gesehen habe. Tausende von anderen sind wohl derselben Meinung und füllen diese Straße jeden Abend. Wie man mit Musik und Licht Emotionen pur erzeugt – hier wird das eindrucksvoll vorgeführt.

Ein wenig besondere Architektur gehört auch dazu…

 

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Historische Gruppenfotos

Arbeitseinsatz junger Frauen in den 30er Jahren

 

1  –  Anna Hornung

2  – 

3  – 

4  – 

5  – 

6  – 

7  – 

8  – 

 

 

  

 

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Ortsgeschichte

Lagerbau durch den Reichsarbeitsdienst in Kuppenheim

Nach der Erlassung des Gesetzes zum Reichsarbeitsdienst (RAD) im Juni 1935 wurden zunächst junge Männer vor dem Militärdienst zunächst für 6 Monate zum RAD einberufen. Später kam auch die Einberufung von Mädchen hinzu. Diese Arbeitsdienste wurden in der Industrie, im Handwerk, der Landwirtschaft, beim Straßenbau und sonstigen Baumaßnahmen und in der Rüstungsindustrie umfassend eingesetzt.

In Rotenfels gab es zwei Lager, die vom RAD gebaut wurden:

Eines im Bereich des heutigen Kurparks nach dem Rotherma entlang der neuen Autostraßenführung und ein zweites im Wald unweit vom Lukasplatz, dem Waldeingang am alten Prozessionsweges nach Moosbronn, im Gewann Hüblichwald. Stationiert war die Einheit 4/270.

Die eingestellten Fotos zeigen das RAD-Lager südlich von Kuppenheim im Fichtental, wo heute noch Mauerreste zu sehen sind. Dort war wohl die Einheit ?/296 stationiert, wie auf den Ärmelabzeichen zu erkennen ist.

Fotograf war Johann Greif, der am 06.01.1944 in Chotilovo. nordwestlich von Moskau gefallen ist.

Johann Greif, der Fotograf

 

Fotos des RAD bei der Arbeit


Der Fotograf – hier am Baum angelehnt


Am Fichtentalweg, Blickrichtung nach Norden


Am Fichtentalweg, Blickrichtung zur Burg Alteberstein

 

Bewachung und Führung von RAD, Wehrmacht und wohl auch SS

 

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Allgemein

Höhlenfotograpie

Tripa Germanica, Athen, Griechenland
Tripa Germanica, Athen, Griechenland
Kamera 10m über der Szene, offener Verschluss, PF100-Blitzbirne unter dem Körper in Alureflektor – beleuchtete Höhlenwände liegen unter Wasser, Körper an der Wasseroberfläche

Cennet ve Cehennem, Silifke, Türkei
Danke an Aishe!